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Kanusport : Steinburger Kanuten im Land vorn

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Dirk Wandscheider aus Itzehoe ist im Wanderfahrerwettbewerb mit 5 669 Kilometern Landesbester. Bei den Vereinen belegen IKC und IWW die ersten Plätze.

Die Kanuten aus dem Kreis Steinburg zählen seit Jahren zu den aktivsten Wanderpaddlern in Schleswig-Holstein. Daran hat sich auch in der abgelaufenen Saison zwischen dem 1. Oktober 2015 bis 30. September 2016 nichts geändert.

Beweis: Im Wanderfahrerwettbewerb der Vereine liegen mit dem Itzehoer Kanu-Club (IKC) und den Itzehoer Wasserwanderern (IWW) die Frauen und Männer aus der Kreisstadt an erster und zweiter Stelle im Land – vor dem TSV Klausdorf (33  159). Die Kanugruppe Wilster (KGW) und die Elmshorner Wanderpaddler mit Sitz in Kollmar (EW) belegen die Ränge elf und zwölf. Beteiligt hatten sich 29 Vereine. Mit dem ersten Platz in der Vereinswertung wiederholte der IKC seinen Vorjahreserfolg. Der IWW kletterte von Platz drei auf Rang zwei.

Spitze sind die Steinburger Paddler auch in den Individualwertungen: Bei den Frauen werden auf den ersten zehn Listenplätzen gleich sieben hiesige Kanutinnen geführt und bei den Männern fünf. Nachdem in der Saison 2014/2015 die Zwillinge Dirk und Ulf Schiefelbein (beide IKC) den ersten Platz mit jeweils 5  366 Kilometern belegt hatten, verbesserte Clubkamerad Dirk Wandschneider dieses Spitzenergebnis im Wertungszeitraum 2015/2016 um 313 Kilometer. Der 57-Jährige saß an 185 Tagen im Kanu und erpaddelte sich 5669 Kilometer: Platz eins unter den Top Ten der Männer, gefolgt von Knud Bondesen (IWW/5  091). Sehr aktiv waren bei den Frauen unter anderem Frauke Rörden-Prang (EW) und Heike Ziems (IWW). 2  647 Kilometer führten die Elmshornerin auf den dritten Top Ten-Platz bei den Frauen und die Itzehoerin auf Rang vier.

Positiv beeinflusst wird das gute Ergebnis hiesiger Kanuten insbesondere durch die Tidenflüsse Stör und Elbe, die bei günstiger Laufrichtung das bequeme Fahren und damit das Kilometer-Machen in beide Richtungen ohne Einschränkung zulassen. Doch langwierige Boottransporte müssen auch sie organisieren. Und zwar dann, wenn sie Wasserläufe befahren wollen, die weitab von den heimischen Flüssen entfernt liegen.

So zog es zum Beispiel IKC-Kanuten in den Südwesten Jütlands, aufs Mittelmeer und in die schwedischen Schären sowie nach Mecklenburg auf die Peene und in die Boddengewässer, während IWW-Mitlieder die Gewässer Schottlands, Korsikas und Venedigs (im Drachenboot) erkundeten oder, wie Knut Bondesen, an der Tour International Danubien teilnahm. Die rund 2  500 Kilometer lange Tour auf der Donau führte ihn von Ingolstadt bis hin zum Schwarzen Meer. Auf derselben Route bewegte sich mit Uwe Eckermann (IKC) ein weiterer Itzehoer.

Weit unterwegs waren auch die Wilsteraner. Während die traditionelle Herrentour diesmal auf der Elbe von Königstadt bis Rogätz gepaddelt wurde, zog es die Damengruppe auf die Fulda. Sie fuhren von Rotenburg nach Hannoversch-Münden. Erlebnisreich war auch die KGW-Jugendsommertour auf Aller und Weser oder der Törn von Jacob, Leo und Kai Nimz, die auf dem Rhein von Rastatt bis Duisburg jeweils 459 Kilometer zurücklegten. Allen Steinburger Vereinen gemeinsam ist das kameradschaftliche Miteinander. Davon zeugt insbesondere das gemeinsame Kanuwochenende der Paddlerjugend, das diesmal in Wilster veranstaltet wurde. Der Anfänger hatte sich insbesondere der IKC angenommen, der für zwölf Teilnehmer einen Grundkurs organisierte, von denen letztlich vier im Verein aktiv geblieben sind und sich in den Wanderfahrerwettbewerb einbrachten.

Der Fürsprache anderer ist es auch zu verdanken, dass Dirk Wandschneider den Weg in das organisierte Paddeln gefunden hatte. Der Kanute trat dem IKC erst 2009 bei, nachdem ihn seine Freundin dazu animiert hatte. Seitdem sitzt er hauptsächlich in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Schleswig-Holstein im Boot. Was ihn antreibt: „Entspannung und Erholung in der Natur finden und soziale Kontakte aufbauen.“ Geplant hatte er seinen ersten Platz auf Landesebene nicht direkt. In erster Linie ging es ihm darum, Bester im IKC zu sein, nachdem er im vergangenen Jahr hinter den Gebrüdern Schiefelbein bereits Dritter mit 5  223 Kilometern war. Realisiert hatte er seinen Wunsch mit Tagestouren zwischen zehn und 50 Kilometer Länge. Zwar hat sich Dirk Wandschneider vorgenommen, die laufende Saison (sie dauert immer vom 1. Oktober bis 30. September) etwas verhaltener zu gestalten, doch bereits jetzt hat er schon wieder knapp 900 Kilometer in sein Fahrtenbuch eintragen können. Ob ein ähnliches Ergebnis wie das in der ausgelaufenen Saison zustande kommen kann? „Das ist abhängig von den Paddelkollegen. Ich will zwar ruhiger machen, aber Markus Hamdorf-Mund zwingt mich zum paddeln“, sagte der Landesbeste vieldeutig und mit einem Augenzwinkern.

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