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Lokalsport

10. Dezember 2016 | 02:22 Uhr

Ironman : Ohlsen verpasst Hawaii-Quali nur knapp

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Triathlet absolviert seinen ersten Ironman in Kopenhagen mit hervorragender Zeit von 9:14:41 Stunden.

Eine starke Vorstellung hat der Itzehoer Jakob Ohlsen beim Ironman Kopenhagen am vergangenen Wochenende abgeliefert. Der 26-jährige Triathlet kam nach nach 9:14:41 Stunden ins Ziel. Das bedeutete Platz 45 in der Gesamtwertung (von gut 2800 Teilnehmern) und Rang sieben in seiner Altersklasse. Für den ersten Triathlon über die volle Ironman-Distanz von 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und einem Marathonlauf zum Abschluss war dies eine hervorragende Leistung, auch wenn Ohlsen die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii hauchdünn um etwa eine Minute verfehlt hatte. „Ich wäre natürlich gern auf Hawaii gestartet. Andererseits ist die Pause bis zum 8. Oktober ziemlich kurz. In sechs Wochen noch einmal diese mörderische Distanz zu absolvieren, wäre vielleicht doch etwas zu viel geworden.“ Er sei mit seinem Wettkampf in Kopenhagen auch so sehr zufrieden.

Die Strecke in Kopenhagen sollte mir liegen, hatte sich Jakob Ohlsen vor knapp einem Jahr gedacht, nachdem sein Kumpel und Trainingspartner Kristof Jörgensen, der jetzt mit zur Unterstützung an der Strecke war, dort gefinisht hatte. Die Schwimmstrecke in einer Lagune, eine nur leicht wellige Radstrecke und der vermeintlich flache Marathon in der Innenstadt Kopenhagens seien für den ersten Ironman genau richtig, meinte er. Also ging es im Januar los mit der Vorbereitung. Trainingsläufe von 20 bis 30 Kilometer war der Triathlet des SC Itzehoe zuvor ebenso wenig gewohnt, wie das stundenlange Radfahren in Aero-Position. Obwohl er zuvor eineinhalb Jahre keinen Triathlon absolviert hatte, lief das Training gut und Ohlsen konnte die Umfänge ohne Probleme weiter steigern. In Spitzen waren es 10 km im Wasser, gut 400 km auf dem Rad und 90 km in Laufschuhen pro Woche. Wie gut die Vorbereitung war, zeigte sich im letzten Test in Uelzen, wo er die Mitteldistanz gewann. „In den letzten Wochen vor dem Rennen in Kopenhagen merkte ich aber auch, dass der Körper langsam müde wurde und das Rennen nun endlich kommen musste“, so Ohlsen.

Als es dann endlich in der dänischen Metropole losging, verpasste der Itzehoer zunächst einmal den Schwimmstart aus der ersten Reihe, weil er zu lange vor einem Dixi-Klo warten musste. Eine gut funktionierende Schwimmgruppe fand er deshalb nicht und war teilweise auf sich allein gestellt. „Weil es einen Rolling Start (Zeit wird erst bei Überqueren einer Startlinie genommen) gab, habe ich nicht zwingend Zeit verloren, aber nach etwa zwei Kilometern im Wasser zog so dichter Nebel auf, dass ich weder voraus schwimmende Athleten noch die nächste Boje sehen konnte“, berichtet Ohlsen. Er sei also einige Meter einfach der Nase nach geschwommen und habe sich kurze Zeit später zum Glück wieder etwas besser orientieren können. Die Schwimmzeit von 53:43 Minuten lag jedenfalls voll im Rennplan des 26-Jährigen.

„Auch der erste Wechsel lief gut, so dass ich mich schnell aufs Rad schwingen konnte“, so Ohlsen. Die Radstrecke lag ihm tatsächlich und er pendelte sich bei einem sehr gleichmäßigen Tempo von etwa 37,5 km/h auf den zwei zu fahrenden Runden von je 90 Kilometer ein, ohne sich zu sehr verausgaben zu müssen. „Ich konnte mich zurückhalten und ein paar Körner für den abschließenden Marathon sparen.“ Bis zur zweiten Wechselzone benötigte er eine Zeit von 4:47:53.

„Zwei von drei Disziplinen geschafft, jetzt einen vernünftigen Marathon laufen und das Ding nach Hause bringen“, dachte der Itzehoer nach wenigen Metern auf der Laufstrecke. Aber schon nach wenigen Kilometern hatte er diesen Plan verworfen, weil sich die Beine viel zu gut anfühlten. Er steigerte sein Tempo und lief 20 bis 30 Sekunden pro Kilometer schneller als eigentlich vorgesehen. Außerdem vernachlässigte Ohlsen die Ernährung („Ich hatte keinen Hunger und auch keine Lust auf süße Riegel und Gels“) und musste dafür Lehrgeld zahlen. Dieses leichtsinnige Verhalten des Ironman-Neulings rächte sich nach etwa zehn Kilometern. „Die Energiereserven schwanden und die Beine wurden immer müder, so dass ich nach 26 Kilometern zum ersten Mal ein Stück gehen musste.“ Danach klappte es mit der Nahrungsaufnahme besser, aber während der Verpflegungsstellen legte Ohlsen nun Gehpausen ein und versuchte dazwischen wieder ein vernünftiges Tempo einzuschlagen. „Nach der letzten, zugegebenermaßen etwas längeren Gehpause bei Kilometer 34 konnte ich mich sammeln und lief die letzten acht Kilometer wieder in einem guten Tempo.“ Nach 3:28:50 Stunden rannte Jakob Ohlsen durchs Ziel und hatte seine erste Langstistanz in 9:14:41 Stunden nach Hause gebracht.

Damit war Ohlsen in etwa genauso lange unterwegs wie sein ehemaliger Trainer und Vorbild Andre Beltz vor einigen Wochen in Frankfurt. Auch der hatte die Hawaii-Quali knapp verfehlt. Während es für Beltz aber sein letzter Ironman war, wird Jakob Ohlsen wieder angreifen. „Ich habe jetzt schon mehrere Jahre für einen Reiseveranstalter während des Ironman auf Hawaii gearbeitet und bin auch im Oktober wieder dort. Das ist ein Super-Event, bei dem ich unbedingt auch irgendwann mal selbst starten will.“ Jetzt wird der in Hamburg studierende Itzehoer aber erst einmal ein Jahr Ironman-Pause einlegen. „2017 will ich bei einem Marathon Erfahrung sammeln, denn da habe ich noch Luft nach oben. Vielleicht auch noch ein paar kleinere Triathlons mitnehmen. Der nächste Ironman kommt aber mit Sicherheit. Wahrscheinlich sogar in Hamburg, denn dort ist demnächst einer geplant.“ 

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erstellt am 25.Aug.2016 | 14:47 Uhr

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