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Lokalsport

11. Dezember 2016 | 11:07 Uhr

Volksläufe : Mit Teamgeist über fünf Kilometer

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Triathlet Olaf Stahl macht Flüchtlingsklasse des Regionalen Bildungszentrum Itzehoe für den Störlauf fit

„Wir sind eine gute Truppe und machen alles gemeinsam“, sagt Pouya Zarei aus dem Iran. Die 20-Jährige nimmt mit ihrer Klasse vom Regionalen Bildungszentrum (rbz) am 21. Juni am Itzehoer Störlauf teil. Insgesamt 16 Schüler aus neun Nationen im Alter von 17 bis 20 Jahren werden von ihrem Klassenlehrer auf den Kultlauf vorbereitet. Der bringt eine Menge Know-how mit, denn Olaf Stahl ist nicht nur einer der bekanntesten Läufer im Kreis, sondern auch im Triathlon eine Größe. Stahl macht seine Flüchtlingsklasse in zweimal wöchentlichem Lauftraining fit für die fünf-Kilometer-Strecke. „Es ist eine prima Klasse mit sportbegeisterten Schülern“, schwärmt Stahl. „Es sind die ersten Flüchtlinge am rbz, die einen Schulabschluss absolvieren können.“ Vor allem in Sachen Sport habe man schon eine Menge zusammen gemacht. „Wir waren zum Boxtraining, haben beim RBZ-Volleyballturnier sogar den zweiten Platz belegt und auch beim Fußballturnier gut mitgespielt.“ Außerdem habe man am Indoor Drachenbootcup teilgenommen und sei sogar im Elbe-Ice-Stadion Schlittschuh gelaufen.

Als nächstes ist nun der Störlauf dran. Julia (18) aus Albanien und Melanie (19) aus dem Kosovo sind Laufanfängerinnen. „Seit wir gemeinsam trainieren, haben wir uns schon deutlich verbessert. Wir freuen uns auf den Störlauf“, sagen sie. Auch Mesut (17) und Milad (18) Rafa, ein Brüderpaar aus Afghanistan, das ihre Mutter auf der Flucht verloren hat, freut sich. Beide spielen Fußball in der A-Jugend der SG Wilstermarsch und sind deshalb schon gut in Schuss. Mesut: „Wir laufen regelmäßig beim Fußball. Die fünf Kilometer sind für uns keine große Herausforderung aber ein gutes Zusatztraining.“ Riad: „Unser Lehrer war schon Champion beim Störlauf. Er weiß wie man schnell laufen kann und bringt uns alles bei.“ Tarek Alissa (17) aus Syrien ist ohne Familie in Deutschland. Er geht dreimal wöchentlich zum Boxtraining und ist daher ebenfalls fit, wie auch Azim Azizzi (19) aus Afghanistan. „Ich habe in meiner Heimat Volleyball gespielt und bin dort schon gelaufen. Hier lerne ich aber noch eine bessere Lauftechnik“, erzählt er. „Das gehört zu unserem Training genau wie Konditionsübungen und Lauf-ABC dazu“, ergänzt Olaf Stahl. Es ginge für die Klasse beim Störlauf aber nicht um schnelle Zeiten für jeden Einzelnen, sondern, „wir laufen als Gruppe zusammen und kommen auch gemeinsam ins Ziel“, erkärt Stahl, der nicht nur das Startgeld für seine Schüler ausgelegt, sondern auch zusammen mit Kolleginnen und Kollegen Laufschuhe gespendet hat. „Ich hoffe, dass wir noch Sponsoren beispielsweise für ein gemeinsames Laufshirt finden“, hofft der engagierte Klassenlehrer, der selbst natürlich auch mitlaufen wird.

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erstellt am 27.Apr.2016 | 05:00 Uhr

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