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Lokalsport

28. März 2017 | 04:30 Uhr

Hohes Tempo mit der Monoflosse

vom

Die 13-jährige Denise Boll aus Kellinghusen startete bei den nationalen Meisterschaften ihrer Altersklasse im Flossenschwimmen

Kellinghusen/Elmshorn | Wie Arielle, die Meerjungfrau, gleitet Denise Boll durch das Wasser des Elmshorner Freibades. Wer ihr am Rand des Beckens folgen will, muss sich allerdings ganz schön sputen, denn mit ihrer Monoflosse, in der beide Füße fixiert sind, kann sie ein ziemlich hohes Tempo anschlagen. Das braucht sie für ihren Sport aber auch, denn die 13-Jährige aus Kellinghusen zählt zu den besten ihres Jahrgangs in der Sportart Flossenschwimmen - auch Finswimming genannt. Da geht es um Schnelligkeit. Deshalb pflügt sie regelmäßig im Übungsbetrieb der Schlickteufel Elmshorn durch das Wasser.

Vor etwa drei Jahren begann Denise mit dieser für manchen etwas ungewöhnlich erscheinenden Sportart. "Sie hatte vorher schon vieles ausprobiert", berichtet Holger Thies. "Nie war das Richtige dabei, aber hier hat es gleich gefunkt." Zunächst trainierte Denise mit den Duo-Flossen, seit November übt sie mit der Monoflosse und hat sich seitdem stetig verbessert. Bei den jüngsten deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock steigerte sie ihre eigenen Landesaltersrekorde bei der D-Jugend über 100, 200 und 400 Meter und belegte dabei Plätze zwischen 22 und 30. Nur auf der kurzen 50-Meter-Strecke war es nicht so ganz nach Wunsch gelaufen. Aber das spornt die 13-jährige Kellinghusenerin nur noch weiter an: "Ich mag es einfach, mich so richtig anzustrengen und neue Ziele zu erreichen." Im nächsten Jahr will sie wieder zur "Deutschen", dann aber in der nächsthöheren Altersklasse.

Nur wer wenig Kraftverlust hat, ist am Ende auch ganz weit vorn. Damit sich die Kraft über die große Flosse optimal übertragen lässt, ist schon gutes Material vonnöten. Die Wettkampf-Flosse ist ausgesprochen fest im Fußteil und liegt so eng an den Füßen, dass beim Anlegen schon Hilfsmittel wie Duschgel oder Seife gebraucht werden. Das extrem harte Flossenblatt leitet das Wasser strömungsgünstig um die Flosse. Für das Training findet die weichere und im Flossenblatt gelenkschonendere Übungsflosse Verwendung.

Oberstes Ziel bei der Schwimmtechnik ist es, stets stromlinienförmig zu sein. Deshalb versucht die 13-Jährige auf ihren Trainingsbahnen, ihren ganzen Körper zu strecken. Die Arme werden nach vorn gestreckt und die Hände aufeinander gelegt. Der Bewegungsablauf ist eine Ganzkörperbewegung in wellenartiger Form. Am besten lässt sich die Bewegung mit der eines Delfins vergleichen. Außerdem liegt der Kopf die ganze Zeit im Wasser. Deshalb gehören auch Maske und Schnorchel zur Ausrüstung. Fast die gleichen Bahnen, die beim Flossenschwimmen zurückgelegt werden, gibt es auch beim Streckentauchen - beides hat sich übrigens aus dem Tauchen und nicht aus dem Schwimmen entwickelt.

Messen muss sich Denise Boll abseits der Wettkämpfe meist mit Älteren, denn bei den Schlickteufeln ist sie mit Abstand die Jüngste in der Trainingsgruppe. Im Normalfall trainiert Denise zweimal pro Woche jeweils etwa eine Stunde. Vor Meisterschaften holt sie sich außerdem noch zusätzliche Kondition durch Joggen und Radfahren.

Ihr großes Vorbild hat sie auch bei den Schlickteufeln: Vereinskollege Jan Schopper kam jüngst bei der Männer-DM auf Rang drei. Dennoch hat sie einen großen Wunsch: "Ich würde zu gern auch mal jemanden in meinem Alter als Trainingskollegen haben." Attraktiv ist es für Neueinsteiger schon: Schließlich ist das Flossenschwimmen die schnellste Möglichkeit, sich aus eigener Kraft im Wasser fortzubewegen. Bis zu drei Metern pro Sekunde werden da zurückgelegt.

Da Flossenschwimmen nicht so stark verbreitet ist, gibt es eine gute Chance, sich schnell nach vorne zu schwimmen. Wer neugierig geworden ist, kann sich per E-Mail (tischlerei-thies@t-online.de) an Holger Thies oder an ETSV (Elmshorner Tauchsportverein) Schlickteufel wenden.

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erstellt am 04.Jul.2013 | 03:59 Uhr

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