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Lokalsport

04. Dezember 2016 | 02:59 Uhr

Segel-Bundesliga : Flaute macht SVI schwer zu schaffen

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Itzehoer Crew auf dem Berliner Wannsee Drittletzter / Jetzt wieder auf einem Abstiegsplatz

„So etwas habe ich in zweieinhalb Jahren Bundesliga noch nicht erlebt“, konnte Steuermann Christian Soyka seinen Unmut über ein verkorkstes Wochenende in Berlin nicht verbergen. Das Team der Itzehoer Seglervereinigung (SVI) kam bei der vierten Regatta der 1. Segel-Bundesliga nur auf einen enttäuschenden 16. Rang, der ein Abrutschen in der Gesamttabelle ebenfalls auf Platz 16 zur Folge hatte. Als Drittletzter steht die SVI damit wieder auf einem Abstiegsrang. Auf dem Wannsee wurden wegen des schwachen Windes nur sechs vollständige Flights gestartet. Flight sieben wurde nach zwei von drei Rennen abgebrochen, um danach aber noch einen Finallauf zu segeln.

Christian Soyka nahm nach den Rennen kein Blatt vor den Mund: „Die Bedingungen waren einfach unfair. So macht Segeln keinen Spaß.“ Die Stimmung sei in der gesamten Flotte schlecht gewesen. Man wolle die Schuld zwar nicht bei anderen suchen, fügte Taktiker Moritz Burmester hinzu, „aber unsere Leistung war längst nicht so schlecht, wie es das Ergebnis ausdrückt.“ Man habe sehr viel Pech gehabt. Mit teils unvorhersehbaren Drehern und starken Windlöchern sei neben taktischem Geschick eben auch eine Prise Glück gefragt gewesen, um in Berlin gut zu segeln.

Im ersten Rennen am Freitag hatten die Itzehoer den Start verkorkst und kamen dann über den fünften Rang nicht hinaus. Wie fragwürdig die Bedingungen waren, zeigte sich vor allem im zweiten Rennen, in dem es vier Teams nicht rechtzeitig ins Ziel schafften. Der Bayerische Yachtclub als Sieger war gerade noch im Zeitlimit von 20 Minuten über die Ziellinie gedümpelt. Danach hatten die restlichen fünf Teams noch genau fünf Minuten Zeit, um das Ziel zu erreichen, was nur dem Flensburger Segelclub gelang. SVI, Münchner Yacht Club, Überlingen und der Norddeutsche Regattaverein (Hamburg) blieben auf der Strecke. „Normalerweise wäre bei solchen Windbedingungen gar nicht gestartet worden, aber hier hat man versucht mit Ach und Krach bei null Wind die Rennen durchzuziehen“, schimpfte Christian Soyka. Dass die Itzehoer Crew segeln kann, bewies sie in ihrem dritten Rennen, das sie sogar gewinnen konnten. Danach herrschte auf der Suche nach dem Wind aber wieder Tristesse. Erst Letzter, dann Vorletzter, Vierter und zum Abschluss noch einmal ein fünfter Platz waren nicht das, was sich die Itzehoer auf dem Wannsee vorgestellt hatten. „Wir haben diesmal richtig ins Klo gegriffen“, machte Moritz Burmester noch einmal deutlich. „Aber wir müssen auch genau analysieren, denn die an der Spitze liegenden Vereine kommen auch mit solchen Bedingungen klar.“ Das weiß auch Christian Soyka, der zugab, dass man noch nicht routiniert genug sei, um das zweifellos vorhandene Potenzial in den entscheidenden Situationen abzurufen. „Wir haben zwar mit dem Sieg im dritten Rennen eine Duftmarke gesetzt, in der Summe dominierten dann jedoch die Fehler, die in einem so hochkarätigen Feld sofort bestraft werden.

Aufgegeben haben sich die Itzehoer jedoch noch längst nicht. „Die Relegationsplätze sind realistisch in den beiden letzten Regatten machbar. Für alles andere müssen wir aber schon Glück haben“, sagt Moritz Burmester. Bis zum fünften Rennwochenende auf der Kieler Innenförde sind jetzt knapp vier Wochen Zeit. „Wir werden dort gemeinsam mit fünf anderen Teams trainieren. Dafür haben wir bereits die Genehmigung“, kündigt Christian Soyka an. Man werde nichts dem Zufall überlassen und sich gründlich vorbereiten. In der Bundesliga-Tabelle dominieren auf den vorderen Plätzen die Binnensee-Clubs aus dem Süden. Denen soll auf heimischen Gewässern endlich mal das Heck gezeigt werden.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 05:00 Uhr

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