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Lokalsport

10. Dezember 2016 | 04:19 Uhr

Leichtathletik-WM der Senioren in Perth : Erfolgreicher Trip nach Australien

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Jan Voigt holt Bronze-Medaille im Hammerwerfen

Das ist der „Hammer“. Bei den Weltmeisterschaften der Senioren im australischen Perth gelang dem Itzehoer Werfer Jan Voigt ein Riesending: Im Hammerwerfen der Altersklasse M  60 holte sich der für den Itzehoer Sportclub startberechtigte Athlet mit 45,23 Metern die Bronzemedaille hinter dem Franzosen Lucien Noluveau (46,38 m) und dem Polen Edward Zwolski (45,27 Meter).

Dass der Itzehoer in Perth ein Pfund landen könnte, deutete sich bereits in der Qualifikation an. Gleich im ersten Versuch schleuderte er das fünf Kilogramm schwere Gerät 42,63 Meter weit und übertraf die Qualifikationsnorm von 41,00 Meter deutlich. Besser als er waren im Wettbewerb um die Qualifikation für den Vorkampf mit anschließendem Finale nur Lucien Noluveau (49,04 m) und Edward Zwolski (45,73 m). Gleich auf mit ihm lag der Australier Gavin Murray, dessen erster Versuch bei 42,67 Metern landete. Der Rest der weiteren 16 Konkurrenten blieb unter 40 Metern. Gute Voraussetzungen also, um sich Gedanken über Edelmetall zu machen, zumal ohnehin nur drei andere Athleten mit besseren Vorleistungen für die WM gemeldet waren. Jan Voigt: „Ich rechnete mir aus, wenn ich 45 Meter werfen würde, müsste Platz drei drin sein.“ Doch dazu müsste alles gut laufen – insbesondere: „Die Technik muss stimmen, und der Hammer muss aus dem Wurfkäfig fliegen“, war sich Jan Voigt schon bewusst.

Weil Vorkampf und anschließendes Finale für 16.30 Uhr angesetzt waren, also acht Stunden nach der Qualifikation, galt es für ihn und die anderen Mitbewerber, der Hitze dauerhaft zu widerstehen und sich dabei voll auf die Aufgabe zu konzentrieren. Und das bei hohen Temperaturen. „Wach halten und dabei viel trinken“, gelang ihm perfekt.

Doch dann das: Weil sich die Wettkämpfe anderer Altersklassen verzögerten, verlegte der Veranstalter den alles entscheidenden Wettkampf auf den nächsten Tag. Voigts erster Gedanke, als er von der Verlegung des Wettkampfes erfuhr? „Wieder so früh aufstehen.“ Und dennoch: Am nächsten Morgen war er kampfeslustig und hatte sich viel vorgenommen.

Vorkampf und Finale wurden im Western Australia Athletic Stadium, dem Hauptstadion von Perth, ausgetragen. Die Entscheidung über die Medaillenvergabe erfolgt bereits im Vorkampf: Jan Voigt steigerte sich von 43,46 Meter auf 44,03 Meter auf letztlich auf die Weite von 45,23 Meter. Weil kein Athlet im Finale der besten Acht des Vorkampfes mehr weiter warf, hatte die Reihenfolge Noluveau, Zwolski, Voigt auch nach dem sechsten Wurf Bestand.

Wie beim Hammerwerfen, so gehörte der Itzehoer auch für das Diskuswerfen zu den aussichtsreichsten Kandidaten im Kampf um Gold, Silber und Bronze: „33 Diskuswerfer waren gemeldet, davon vier mit besseren Vorleistungen als ich.“ Die Qualifikationsleistung für den Sprung in den Vorkampf war auf 42,00 Meter angesetzt. Eine Weite, die er im vergangenen Jahr mit 44,79 Meter noch locker übertroffen hatte. Doch ganz so gut lief es dann doch nicht. Jan Voigt: „Mit Beginn der Quali setzte starker Sprühregen ein, der den Ring schweineglatt machte.“ Vorsichtig warf er zunächst 40,62 Meter und dann nur noch 39,82 Meter, und sein dritter Wurf wurde zur Glitschpartie.

Aber auch die Konkurrenz hatte ihre Probleme, so dass sich Jan Voigt so gerade noch als Elfter in den Vorkampf mit anschließendem Finale retten konnte. „Zu dem Zeitpunkt war ich müde und kaputt, einfach fertig.“ Die nächsten sechseinhalb Stunden reichten aus, um sich zu stabilisieren. Eine Stunde vor dem Vorkampf fühlte er sich dann wieder fit. „Beim Einwerfen klappten die Würfe sehr gut, was mir Hoffnung auf gute Weiten machte.“ Und die kamen dann auch: Über 44,94 Meter im ersten Versuch steigerte sich Jan Voigt dann auf 45,47 Meter gleich danach – Saisonbestleistung. Am Ende warfen nur der US-Amerikaner Ralph Fruguglietti (54,45 m) sowie der Australier Thomas Gravestock (47,13 m) und der Pole Edward Zwolski (46,42) Meter weiter als der Itzehoer. Mit Platz vier zeigte sich Jan Voigt zufrieden: Die WM sei für ihn „ein super Erfolg“ gewesen, zumal für ihn im Gewichtwurf mit 16,35 Meter noch Platz sechs heraussprang.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 05:00 Uhr

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