zur Navigation springen

Lokalsport

03. Dezember 2016 | 07:54 Uhr

Leichtathletik : Bestzeiten trotz Wind und Wärme

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Anna Gehring und Tim Hartmann gewinnen beim Wilstermarschlauf über zehn Kilometer, Paulina Kayßer und Tarje Mohrdieck sind auf der kürzeren Strecke nicht zu schlagen.

Schnelle Zeiten beim 26. Wilstermarschlauf. Verantwortlich dafür waren Anna Gehring (36:58) und Tim Hartmann (34:36), die die zehn Kilometer langen Läufe gewannen, sowie Paulina Kayßer (17:47) und Tarje Mohrdieck (16:32), die über die halb so lange Strecke die Schnellsten waren.

Dass der B-Jugendliche Tarje Mohrdieck über fünf Kilometer am Ende die die Nase vorn haben sollte, war so nicht zu erwarten gewesen. Der stärker eingeschätzte Philipp Gehring (16:45) hatte sich vorgenommen, die Grenze von 16 Minuten zu unterbieten und das Rennen zusammen mit Tempomacher Philipp Krützelmann (18:10) entsprechend schnell anzugehen. Doch daraus wurde nichts. Bereits der erste Kilometer war mit 3:25 Minuten viel zu langsam. Ein Manko, das der spätere Dritte, Muhedin Qawrahsaid (17:17) nutzte, um an dem Führungsduo dranzubleiben. In Lauerstellung dahinter, etwas abgesetzt von der Spitzengruppe, lief Tarje Mohrdieck.

Nachdem Philip Krützelmann bei Kilometer zwei Tempo aus seinem Lauf genommen hatte, bestanden die einzigen ernsthaften Gegner von Philipp Gehring nur aus Muhedin Qawrahsaid und Tarje Mohrdieck. Es dauerte danach noch einen Kilometer, bis Muhedin Qawrahsaid endgültig Tribut für seinen mutigen Lauf zahlen und Tarje Mohrdieck vorbeiziehen lassen musste. Nachdem Tarje Mohrdieck den Führenden dann eingeholt hatte, verhielt er sich taktisch klug und wartete auf den passenden Moment zum Überholen. Den Schlussangriff leitete er dann etwa 500 Meter vor Schluss in Höhe des Bahnüberganges zwischen den Straßenzügen Diekdorf und Hans-Prox-Straße ein. Am Ende lagen zwischen Tarje Mohrdieck und Philipp Gehring 13 Sekunden.

Glücklich war der Zweite am Ende nicht: „Ich wollte unter 16 Minuten bleiben, aber heute ging nicht so richtig was“, haderte Philipp Gehring mit der für ihn unbefriedigenden Zeit. Weil sie schlecht werden würde, habe er sich unterwegs auch nicht mehr motivieren können. Das individuelle Problem solle die Leistung von Tarje Mohrdieck aber keineswegs schmälern: „Tarje war richtig schnell.“ Ganz zufrieden war aber auch Tarje Mohrdieck nicht: „Eine Zeit um 16:20 Minuten wäre für mich nett gewesen.“

Im Rennen der Frauen über fünf Kilometer war Paulina Kayßer nicht zu gefährden. Von Anfang an setzte sich die Bundesspitzenläuferin im U18-Bereich kontinuierlich von der Konkurrenz ab und hatte am Ende mehr als zwei Minuten Vorsprung vor Sandra Kiel (20:00). Mit weiteren hohen Abständen auf die Siegerin erreichten Iris Koch (21:07) und Lisa Kracht (21:49) das Ziel. Paulina Kayßer hatte es trotz der Beeinträchtigungen durch Wind und Wärme geschafft, ihre persönliche Bestzeit über fünf Kilometer um 36 Sekunden zu verbessern.

Dass Iris Koch am Ende noch Dritte werden würde, hatte sie lange nicht gedacht. Erst nach zweieinhalb Kilometern schaffte sie es die Seniorin, an der Schülerin Lisa Kracht (W15) vorbeizuziehen, nachdem die ihr die Jüngere zwischenzeitlich bereits um 50 Meter enteilt war: „Da dachte ich schon, das war es gewesen“, sagte die letztjährige Deutsche Hallenmeisterin über 800 Meter (W40) im Ziel. Letztlich brauchte sie sich aber keine Sorgen zu machen, denn nur bis zur drei Kilometer Marke erfolgte die ernsthafte Verfolgung durch Lisa Kracht: „Da habe ich gemerkt, dass Iris schneller ist als ich.“

Überragend bei den Frauen über zehn Kilometer die Leistung von Anna Gehring. Niemand im Feld war der diesjährigen Deutschen Juniorenmeisterin (U23) über 5000 Meter gewachsen. Von Anfang an drückte sie aufs Tempo. Bedauerlich aus Sicht der Itzehoerin war lediglich, dass keine männlichen Läufer in ihrer Nähe waren, mit denen sie eine Gruppe hätte bilden können. So lief sie allein dem Ziel entgegen.

Hinter der Führenden entwickelte sich ein spannender Zweikampf zwischen Friederike Liu (46:42) und Rike Friedrichs (46:58) um Platz zwei. Entschieden wurde er einen Kilometer vor Schluss, als Rike Friedrichs, wie sie bekannte, die Puste ausging.

Bei den Männern war Tim Hartmann eine Klasse für sich. Von Anfang an in Führung liegend, musste er letztlich keinen Konkurrenten fürchten. Einigermaßen mithalten konnten allenfalls Olaf Stahl (38:26) und Mirco Carstens (39:16). Weil Olaf Stahl aber seinem Clubkameraden Aimal Kakar (42:27) zu einem guten Resultat verhelfen wollte, ließ er es zunächst ruhiger angehen – bis der Läufer aus Afghanistan Tribut für den offensichtlich doch zu schnellen Beginn zahlen musste. Als sich Olaf Stahl dann allein auf die Verfolgung von Tim Hartmann aufmachte, hatte er für eine Topzeit aber zu viel Zeit liegen lassen. Seinem Kameraden gab er mit auf den Weg, vor dem nächsten Rennen etwas mehr zu trainieren. Und der willigte dann auch gleich ein: „Du bist mein Lehrer.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen