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Lokalsport

10. Dezember 2016 | 06:02 Uhr

Triathlon : Alle Zweifler am Ende überzeugt

vom
Aus der Redaktion der Norddeutschen Rundschau

Das Frauen-Team des SC Itzehoe gewinnt die Landesliga-Meisterschaft mit großer Steigerung nach Platz fünf im vergangenen Jahr.

Damit hatte kaum jemand gerechnet: Helga Böhm, Kimberly Groth, Sarah Kahre, Alexandra Kattge, Christine Leppert, Alicia Stölting, Susanne Schönebeck und Susanne Sievers haben in diesem Jahr sportlich mehr geleistet, als sich mancher vor Beginn der Saison hatte vorstellen können. Zusammen belegten sie in der Landesliga der Schleswig-Holsteinischen Triathlonunion nach den Durchgängen in Flensburg, Geesthacht, Kiel und Norderstedt den ersten Platz und holten damit die Landesliga-Meisterschaft nach Itzehoe. Für alle zusammen war es in dieser personellen Besetzung die zweite Saison, in der sie miteinander um gute Platzziffern kämpften.

Nachdem das Team die vorangegangene Saison auf Platz fünf beendet hatte und damit nicht ganz zufrieden war, diskutierte es danach in einer Mannschaftssitzung mit seinem Trainer André Beltz darüber, was verbessert werden müsste, um besser und erfolgreicher zu werden. Immerhin ging es darum, sich im Jahre 2016 bei drei Sprintdistanzen (750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren, 5 Kilometer Laufen) und einer Olympischen Distanz (1500 m/40 km/10 km) gegen starke Konkurrenz zu behaupten.

Bei dieser Mannschaftsbesprechung waren es Susanne Schönebeck und Kimberly Groth, die ganz nach oben griffen. „Wenn wir 2016 antreten, wollen wir das Ding auch nach Hause holen“, waren beide der Ansicht, dass die Mannschaft das Zeug hat, in der Landesliga am Ende auch ganz oben zu stehen. Allerdings: So richtig glauben wollte an den Optimismus der beiden Mannschaftskameradinnen niemand in der Runde, und auch André Beltz war skeptisch.

Dass die Itzehoerinnen eine gute Rolle im Verlauf der Landesligarunde 2016 spielen könnten, bestätigte sich beim ersten Wettkampf in Flensburg. Den gewannen sie – für viele wohl überraschend – vor der Konkurrenz aus Bargteheide und Lübeck. Damit war das erste Ausrufungszeichen gesetzt.

Respektabel war danach auch noch die Platzierung in Geesthacht, wo sich die Steinburgerinnen hinter Bargteheide und Südtondern als Dritte einordneten. Etwas aus dem Rahmen fiel das Ergebnis von Kiel. Dort belegten sie lediglich den fünften Platz. Damit schien das Saisonziel, das sich Susanne Schönebeck und Kimberly Groth erhofft hatten, außer Reichweite zu sein. Doch dann kam alles ganz anders.

An die entscheidenden Momente beim Abschlusswettkampf in Norderstedt, die Itzehoerinnen waren nach dem Landesliga-Durchgang in Kiel auf den dritten Tabellenplatz zurückgefallen, erinnert sich Kimberly Groth noch ganz genau: „Ich selbst konnte nicht mitstarten, aber ich habe den anderen gesagt, dass sie den ersten Platz schaffen können, wenn jede alles gibt.“ Aber das habe ihr wiederum niemand geglaubt.

Und doch kam es so: Jede der vier Wettkämpferinnen kämpfte unermüdlich und mit großem Einsatz, und zusammen (bei einem Streichergebnis) behaupteten sie am Ende den zweiten Platz in der Tageswertung hinter der Mannschaft des USC Kiel. Das müsste für den Titel eigentlich reichen, waren bereits vorher die Überlegungen.

Dass die Anspannung im Team schon Tage vor der Norderstedter Entscheidung groß war, daran erinnert sich Susanne Schönebeck noch ganz genau: „Die Olympische Distanz ist doppelt so lang wie die Sprintdistanz. Und weil sie länger ist, kann auch viel mehr passieren – auch im Negativen. Zudem wussten wir, dass auch die anderen Teams in Bestbesetzung antreten würden. Es gab also viele Möglichkeiten, um am Ende nicht als Sieger dazustehen.“ Geholfen habe, den Traum zu erfüllen, mit Sicherheit aber, dass sich Kimberly Groth ganz in den Dienst der Mannschaft stellte. Susanne Schönebeck: „Sie gab uns unsere Zwischenzeiten und Zwischenplatzierungen durch, und das war ganz hilfreich für uns.“

Obwohl die Itzehoerinnen wussten, dass der zweite Platz in der Tageswertung für den Titel ausreichen könnte, wurden sie plötzlich skeptisch. „Reicht unsere Leistung wirklich?“, fragten sie sich, denn sowohl die Itzehoer als auch die Kieler und Bargteheider Frauen wurden in der Tabelle jeweils mit der Platzziffer elf geführt. Entscheiden mussten somit die Wertungspunkte, und die sprachen eindeutig für die SCI-Athletinnen.

Der Erste, der ihnen noch vor der offiziellen Bekanntgabe der Abschlusstabelle gratulierte, war Josef Dankelmann, ehemaliger Landestrainer und aktueller Coach der Bargteheiderinnen. „Als die Jury dann das offizielle Ergebnis bekanntgab, hörte man nur noch ein lautes Schreien der Itzehoer Mädchen“, hat Susanne Schönebeck den wohl wichtigsten Moment in ihrem sportlichen Leben immer noch gut im Ohr.

Mit in Landesliga-Runden dabei waren bei den Männern auch zwei Itzehoer Teams. Sie belegten am Ende die Plätze acht und 15.


Endstand Triathlon-Landesliga Frauen
1. SC Itzehoe, Platzziffer 11/Wertungspunkte 83; 2. USC Kiel, 11/98; 3. Team TSV Bargteheide Tri IOI, 11/113; 4. Triathlon Team Südtondern, 12/94; 6. Tri-Sport Lübeck, 14/123; 6. PSV Eutin, 24/218.

Itzehoer Tagesergebnisse: Flensburg (Sprintdistanz) – Platzziffer 1/Wertungspunkte 15; Geesthacht (Sprintdistanz), 3/21; Kiel (Sprintdistanz), 5/27; Norderstedt (Olympische Distanz), 2/20.

Endstand-Landesliga Männer
1. TriAs Flensburg, 5/131; 2. Eckernförder MTV, 21/373; 3. SG Wasserratten Norderstedt I, 22/385; 8. SC Itzehoe Team B&H Sports II, 35/411; 15. SC Itzehoe Team B&H Sports III, 61/899.

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