zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Lokalsport

21. Oktober 2014 | 00:47 Uhr

Rainer Peetz: "Traum von der 2. Liga lebt in Owschlag weiter"

vom

Der Trainer der TSV-Handballerinnen im Interview / Aufstieg aus sportlichen und finanziellen Gründen derzeit noch kein Thema / Auch in der Saison 2013/14 wieder in der Ost-Staffel

Owschlag | Die Zeit der Muße ist vorbei: Am Montagabend starteten die Drittligahandballerinnen des TSV Owschlag mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Die Landeszeitung hat mit Trainer Rainer Peetz über die vergangene Spielzeit und die zukünftige gesprochen.

Anzeige
Anzeige

Herr Peetz, was hat Ihnen gut gefallen in der vergangenen Saison?

Rainer Peetz: Der Teamgeist meiner Mannschaft, zu der ich auch das Team rund um das Team zähle, hat mich beeindruckt. Der Einsatz hat immer gestimmt. Wir mussten uns die Erfolge immer über ein funktionierendes Kollektiv erarbeiten. Leider fehlten uns deshalb im Saison-Endspurt einige Körner, um die letzten Spiele noch erfolgreicher zu gestalten.

Welche Spielerinnen haben den größten Sprung nach vorne gemacht?

Allen voran muss ich den Mannschaftsrat um Greta Stolley, Anita Ewert und Franziska Peters loben. Sie haben den Rest der Mannschaft mit ihrer leidenschaftlichen Art Handball zu spielen mitgerissen. Auch Katrin Rohwer hat eine hervorragende erste Saisonhälfte gespielt.

Was hat Ihnen nicht gut gefallen?

Einen kleinen Kritikpunkt habe ich in Sachen Schiedsrichter-Ansetzungen. Meine Mannschaft eignet sich nicht zum Verheizen. Ich bin der Meinung, Schiedsrichter sollten nach Leistung aufgestellt werden und nicht nach Alter. Es macht unter anderem keinen Spaß, 500 Kilometer zu einem Auswärtsspiel zu fahren und dann auf ein junges Schiedsrichter-Gespann zu treffen, das der Partie nicht gewachsen ist.

Haben Sie ein neues Torhüterinnen-Duo gefunden?

Ja. Wir werden in der kommenden Saison eine gute Mischung aus Jugend und Erfahrung haben. Sophie Fasold ist ein sehr ambitioniertes Torwart-Talent, Janine Becker bringt viel Erfahrung mit. Zudem wird Johanna Wichelmann aus der zweiten Frauenmannschaft das Duo ergänzen.

Wie sieht es mit neuen Spielerinnen aus oder ist die Kaderplanung abgeschlossen?

Aus der eigenen Jugend wechseln Jill Sievert und Raphaela Steffek fest in den Frauen-Kader. Darüber hinaus sind wir nicht abgeneigt, wenn die eine oder andere ambitionierte Spielerin bei uns anklopft.

Als ehemaliger Torwart gehen Sie manchmal hart mit ihren Keeperinnen ins Gericht. Täuscht der Eindruck?

Nein. Torhüterinnen und Rückraum-Mitte-Spielerinnen haben es bei mir besonders schwer. Mit diesen Positionen steht und fällt ein Spiel. An dieser Stelle muss ich ein Lob für Linda Kühl aussprechen. Sie hat sich nach leichten Startschwierigkeiten gut entwickelt.

Ist die 2. Liga noch ein Thema in Owschlag? Oder bleibt der TSV ein Dauerbrenner in der 3. Liga?

Man muss dazu sagen: Als der TSV seinerzeit das langfristige Ziel ausgesprochen hat, in der 2. Liga zu spielen, war die Klasse noch in zwei Staffeln aufgeteilt und es gab fünf Regionalligen. Jetzt stellt sich die Situation anders dar. Natürlich lebt der Traum weiter, irgendwann mal höher zu spielen. Aber aktuell sprechen wir in Owschlag nicht von der 2. Liga. Sowohl finanziell als auch sportlich ist ein Aufstieg derzeit kein Thema. Zumal fast alle Vereine außer uns ganz ordentliche Aufwandsentschädigungen an die Spielerinnen zahlen und so immer gute und fertige Spielerinnen verpflichten können.

Wie wollen Sie mehr Zuschauer zu den Heimspielen in die Halle locken?

Es stimmt, dass es ein paar Zuschauer mehr sein könnten, die uns unterstützen. Vor allem, weil wir sehr attraktiven Handball zeigen. Vielleicht muss man sich über die Anwurfzeit Gedanken machen (Anm. d. Red.: Sonnabends, 17 Uhr).

Gibt es in Owschlag talentierte Handballerinnen im Überfluss?

Sicher nicht. Aber wir sind stolz darauf, dass immer wieder junge Spielerinnen den Schritt aus der eigenen Jugend ins Frauenteam schaffen. Wir dürfen nicht beleidigt sein, wenn herausragende Spielerinnen danach den nächsten Schritt wagen wollen. Auf ehemalige Owschlager Eigengewächse wie Lone Fischer oder Kristin Machau, die sich in der Bundesliga beziehungsweise 2. Liga durchgesetzt haben, können wir stolz sein. Das zeigt, dass sich talentierte, ambitionierte Spielerinnen aus der Region rechtzeitig überlegen sollten, sich für einen Wechsel in der Jugend nach Owschlag zu entscheiden - zumal hier eine frühzeitige Förderung gewährleistet wird.

Stichwort Staffel-Einteilung. Auch in der Saison 2013/14 spielt der TSV in der Ost-Staffel. Haben Sie sich damit mittlerweile abgefunden?

Ich habe im Moment wirklich nicht die Zeit und Lust, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Nur so viel dazu: Mich hätte es gewundert, wenn die Funktionäre Weitsicht gezeigt hätten. Aus meiner Sicht haben die Funktionäre eine große Chance vertan, einen Fehler zu korrigieren. Zumindest fallen zwei weite Touren weg. Neustadt-Sebnitz ist abgestiegen und Rödertal aufgestiegen. Dafür müssen wir zwar nach Neubrandenburg und Aschersleben, aber die Fahrten sind nicht ganz so weit.

Wie lange wollen Sie noch Trainer in Owschlag bleiben?

Mir gefällt es sehr gut beim TSV. Ich entscheide aber von Jahr zu Jahr, da es doch ein sehr hoher Aufwand ist, eine Drittligamannschaft neben einer vollen Berufstätigkeit unter einen Hut zu bekommen. Die Damen und Herren Funktionäre haben mit ihrer Entscheidung der Staffeleinteilung leider nicht zur Reduzierung des Aufwandes beigetragen.

Zugänge: Sophie Fasold (Århus), Janine Becker (Henstedt-Ulzburg), Jill Sievert, Raphaela Steffek (beide eigene Jugend).

Abgänge: Linda Kühl (TSV Nord Harrislee), Ines Gümmer (Karriereende), Johanna Palloks (ATSV Stockelsdorf), Nane Sibbersen (Ziel unbekannt).

zur Startseite

von
erstellt am 05.Jun.2013 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige