zur Navigation springen

Lokalsport

07. Dezember 2016 | 21:26 Uhr

Behindertensport : Suda erkämpft achtbare Resultate

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Behindertensportler aus Neumünster bei Internationaler Deutscher Meisterschaft am Start.

Als einziger Schleswig-Holsteiner war Marek Suda aus Neumünster jetzt bei den 38. Internationalen Deutschen Meisterschaften Leichtathletik (IDM) der Menschen mit Behinderung in Berlin am Start – und erzielte dort durchaus achtbare Resultate. Im Speerwerfen und im Kugelstoßen belegte der 41 Jahre alte Rollstuhlfahrer jeweils den vierten Platz.

Seit März dieses Jahres lebt der seit seinem zwölften Lebensjahr auf einen Rollstuhl angewiesene Deutsch-Pole mit seiner Ehefrau Agnes, die trotz Berufstätigkeit seine Pflege und Betreuung übernimmt, in Neumünster. Um bei den IDM antreten zu können, hatte Suda sich der Behinderten-Sportgemeinschaft (BSG) Neumünster angeschlossen. Bereits in seiner Kindheit war Suda sportlich aktiv, spielte mit Vorliebe Fußball – bis ihn die Folgen einer neurologischen Erkrankung durch erhebliche Koordinations- und Bewegungsstörungen so sehr einschränkten, dass er sich seither nur noch im Rollstuhl fortbewegen kann. Doch vom Sport abhalten, konnte ihn sein Handicap nicht.

Schnell zeigte sich, dass Suda in der neuen Lebenssituation Kraftübungen nur noch rechtsarmig ausführen konnte. Kugelstoßen und Speerwerfen stellten sich für ihn als geeignete Disziplinen dar, in denen er sich schnell weiterentwickelte und besser wurde. So gut, dass letztlich auch der polnische Fachverband auf ihn aufmerksam wurde und ihn mehrmals zu nationalen und internationalen Meisterschaften entsandte, an denen Suda in den vergangenen vier mit Erfolg teilnahm, einmal Gold, achtmal Silber und viermal Bronze gewann.

Körperlich eingeschränkte Sportler hadern vielfach mit der Beurteilung ihres speziellen Handicaps und der dafür festgestellten Klassifizierung. Erst sobald geringfügige Unterschiede bei Athleten innerhalb einer Alters- und Behindertenklasse durch entsprechend persönliche Bepunktung ausgeglichen werden, ist das Ergebnis in sich schlüssig. Bei Sudas Disziplinen in Berlin war es allerdings anders: Entgegen der Anmeldung, wurden beim Speerwurf die etwa identischen Behindertenklassen 33 und 34 zusammengelegt und seine Seniorenklasse M  40 mit Teilnehmern jüngerer Altersstufen zu einer Wettkampf-Männerriege vereint. Die Bestleistungen wurden indes nicht je nach Klassifizierung bepunktet, sondern gingen ins Ranking ein. Beim Kugelstoßen wurde in der Klasse 34 ebenso verfahren. Mit Ausnahme eines Konkurrenten war Suda jeweils der älteste Teilnehmer und musste sich mit jüngeren Athleten messen – und schaffte es dennoch zweimal auf Rang vier.

Resultate: Speerwerfen, Rollstuhlfahrer Männer, Beh.-Kl. 33/34 (sieben Teilnehmer): 4. Rang mit 17,76m. Kugelstoßen, Rollstuhlfahrer Männer, Beh.-Kl. T/F 34 (sechs Teilnehmer): 4. Rang mit 7,22m.



zur Startseite

von
erstellt am 11.Aug.2016 | 19:24 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen