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Lokalsport

09. Dezember 2016 | 06:54 Uhr

Reitsport / SHS Holstein International : Stechen gerät zur Zitterpartie

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jörg Naeve bringt ein Hindernis ins Wackeln, gewinnt dann aber doch den Großen Preis. Christian Hess aus Boostedt wird Fünfter.

Das war ein Finale wie gemalt. 1000 Zuschauer zitterten mit dem letzten Reiter Jörg Naeve (Bovenau) und wussten zunächst nicht, ob sie ihren Augen oder der Anzeigetafel trauen sollten. Dann prasselte der Siegerapplaus auf das Paar nieder, und Naeve setzte sein schönstes Lächeln auf. Zum Abschluss des Reitturniers SHS Holstein International gewann der 49-Jährige das Stechen um den Großen Preis. 2000 Euro sowie ein hochwertiger Sachpreis versüßten den gestrigen Erfolg in den Holstenhallen. „Das Turnier muss auf jeden Fall im kommenden Jahr weitergehen“, sagte der Sieger, der sich als Nachmelder ganz spät zu einem Start entschlossen hatte, schelmisch. Durch Jörg Naeves Auftritt wurde Josephine Dallmann aus dem niedersächsischen Kuhstedt mit Carlos doch noch auf den zweiten Platz verdrängt.

Zunächst hatte Christian Schlicht aus dem Veranstalter-Trio etwas zu schnell den Knopf für die Bedienung der Anzeigetafel gedrückt. Vier Fehlerpunkte leuchteten auf der Elektronikwand auf. In 30,66 Sek. war Jörg Naeve schnellster Reiter und sollte nur Platz 7 belegen. Aber der Fehler wurde korrigiert, denn der Klotz auf der Mauer, die bedenklich wackelte, war tatsächlich liegen geblieben. Das vorletzte Hindernis war also kein Stolperstein. „Das war natürlich Glück für Jörg Naeve. Aber mit Pech hat ja bekanntlich noch niemand gewonnen“, sagte Harm Sievers (Tasdorf), der zum vierten Mal das Turnier zwischen Trakehner Hengstmarkt und Holsteiner Körung anbot.

Jörg Naeve hatte noch mehr Grund zum Strahlen. Lebensgefährtin Miriam Schneider, die seit drei Jahren zu den Top-Ten-Reitern in Deutschland gehört, belegte mit Cartagena Rang 4 (33,45 Sek.) und brachte noch einmal 1000 Euro mit in die Gemeinschaftskasse. Schwägerin Beritt Naeve (Breiholz) wurde mit vier Fehlerpunkten (32,70 Sek.) Neunte.

Lokalmatador Christian Hess (Boostedt) schnupperte ebenfalls am Sieg. Der deutsche Vizemeister sattelte La Calidad, riskierte nach der ersten fehlerfreien Runde im Stechen jedoch nicht alles und wurde mit dem zweiten fehlerfreien Ritt Fünfter (33,79 Sek.). Immerhin gab es dafür noch 800 Euro.

42 Paare hatten sich zum Abschluss der vier Tage für den Großen Preis qualifiziert. Es lief zunächst auf ein reines Amazonen-Stechen hinaus. Acht Reiterinnen hatten sich für die Entscheidungsrunde qualifiziert, ehe Jesse Luther (Wittmoldt) in die Tagesdomäne einbrach. Insgesamt schafften 14 Reiter (elf Amazonen) den Sprung in den verkürzten Parcours. Dem zehntplatzierten Luther wurde dabei die Mauer genauso zum Verhängnis wie Janne-Friedrike Meyer (Waldenau, Platz 11) und Beritt Naeve.

Geschafft, aber glücklich zeigte sich Sievers nach dem Ende des Turniers: „Es hat sehr viel Spaß gemacht und ist zwischen den beiden anderen Pferdeveranstaltungen in den Holstenhallen optimal platziert. Allein der Boden ist top.“ Rund 4000 Zuschauer strömten an den vier Tagen in die Holstenhallen und genossen bei freiem Eintritt guten Pferdesport. „Wenn die Zuschauer so mitgehen, dann braucht die Halle noch nicht einmal voll besetzt zu sein“, sagte Jörg Naeve.

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