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Lokalsport

03. Dezember 2016 | 01:20 Uhr

Schwimmen : 40 Jahre am Beckenrand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die begnadete Neumünsteraner Trainerin Dora Wede feiert diesen Sommer rundes Jubiläum.

Es gibt kaum jemanden in Neumünsters Schwimmszene, der sie nicht kennt. Dutzende Kinder und Jugendliche sind durch das Fachwissen von Dora Wede in ihrem Sport geformt worden. Die B-Lizenz-Trainerin der Startgemeinschaft Neumünster (SGN) feiert in diesem Sommer ein besonderes Jubiläum: Sie ist seit 40 Jahren mit Stoppuhr und Pfeife am Beckenrand im Einsatz.

Fünf Jahre nach der Gründung der SGN, zu der die FT Neumünster und der MTSV Olympia zählen, schrieb die heute 75-Jährige ihr erstes Protokoll. „So genau weiß ich das gar nicht mehr“, sagt Wede. Es folgten Kampfrichter- und Trainerausbildung. Inzwischen ist sie seit 27 Jahren im Besitz der B-Lizenz und kümmert sich um die Leistungssportler. „Frau Wede ist eine der kompetentesten Trainerinnen“, beteuert Inka Bruhn vom Lokalrivalen Polizei-SV Union.

Zwischen den Wettkämpfen an den Wochenenden steht sie von Montag bis Freitag jeweils zwischen 90 und 120 Minuten am Beckenrand. Dabei korrigiert Wede, macht Verbesserungsvorschläge und schickt die Athleten immer wieder auf die Strecke. Im Spaß entwickeln sich nette Dialoge. „Ich sterbe“, klagt zum Beispiel Dominik Schibsdat nach einigen Trainingskilometern. Wede kontert trocken: „Das macht nichts.“ Beide lachen, und Schibsdat, zurzeit der beste Schwimmer im SGN-Team, zieht weiter seine Bahnen. „Ich habe viele Super-Talente trainiert“, erklärt Wede. An oberster Stelle sind dabei wohl André Paulsen und Timo Glander zu nennen. Der eine schaffte es in den deutschen Kader, der andere startete nach dem Internatsbesuch in Chemnitz später für die finnische Nationalmannschaft. Zu deutschen Jugendmeister-Ehren sind zusammen mit Wede noch Simon Weinke, Torben Westphal, Merle Fürstenwerth, Yvonne Kruse, Gunnar und Arne Bröker sowie Benjamin Schmidt gekommen. Hinzu kommen zahlreiche Schwimmer mit Titeln bei norddeutschen und Landesmeisterschaften. Insofern ist es logisch, dass das Bad am Stadtwald als Kader- und Talentschmiede durch den Landesschwimmverband zertifiziert ist. „Jetzt muss ich alles im PC festhalten. Das lag mir am Anfang gar nicht“, sagt Wede schmunzelnd – schließlich könne sie per Hand genauso gut protokollieren.

Neumünster ist in puncto Schwimmen längst kein Eldorado. Um Trainingszeiten und Becken herrscht großer Kampf, schließlich wird das Bad auch von Freizeitschwimmern genutzt. Die Lage könnte sich etwas entspannen, wenn der geplante Neubau einer Halle mit Cabrio-Dach umgesetzt ist. Acht Bahnen à 50 Meter sollen dann zur Verfügung stehen. „So lange muss ich auf jeden Fall noch durchhalten“, sagt Wede – und lächelt. 2018 sollen die Umbaumaßnahmen abgeschlossen sein.

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