zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Lokalsport

21. August 2014 | 23:58 Uhr

Owschlag quält sich zum Pokalsieg

vom

HVSH-Pokal-Final-Four: TSVO setzt sich in einem dramatischen Finale mit 28:26 gegen HF HUK durch / HSG Kropp/Tetenhusen wird Dritter

Owschlag | Ein langes HVSH-Pokal-Final-Four in der Owschlager Sporthalle fand mit dem heimischen TSV einen Sieger, der seinen Titel aus dem Vorjahr verteidigen konnte. Von einem souveränen oder gar leichten Erfolg kann jedoch keine Rede sein.

Anzeige
Anzeige

Nicht wenige der etwa 200 Zuschauer in der Owschlager Sporthalle waren auf das Halbfinale im HVSH-Pokal-Final-Four zwischen dem TSV Owschlag und dem "ewigen Rivalen" aus der Nachbarschaft, der HSG Kropp/Tetenhusen, mehr gespannt, als auf das Finale. Und das Derby hielt, was man sich davon versprach, bot Spannung und jede Menge Diskussionsstoff.

Nachdem das erste Halbfinale zwischen HF HUK und der HSG Holstein/Kronshagen schon torreich und interessant anzusehen war, ging es im zweiten Halbfinale dann um mehr, als nur um den Einzug ins Endspiel, wo nach einem 33:28-Sieg die Handballfreunde aus Henstedt-Ulzburg/Kisdorf (HF HUK) warteten. Natürlich ging der TSV Owschlag als Drittliga-Club gegen den Oberliga-Meister favorisiert in die Partie, doch an einen "glatten Gang" glaubten wohl auch die Owschlager nicht, die auf ihren Coach Rainer Peetz, der sich im Urlaub befindet, verzichten mussten. 50 Minuten gestalteten die "Gäste" aus Kropp die Partie offen und ließen die Owschlager nicht davon eilen. Doch in den Schlussminuten setzten sich die Owschlagerinnen dann durch, wobei HSG-Trainer Thomas Bleicher mit mehreren Schiedsrichterentscheidung so gar nicht einverstanden war. Am Ende siegte der TSVO mit 28:25.

Im Spiel um Platz drei konnte sich Bleicher dann aber freuen, denn seine Schützlinge besiegten die HSG Holstein Kiel/Kronshagen nach ausgeglichener erster Halbzeit (8:8) am Ende souverän mit 20:16. Entscheidend war die Phase kurz nach Wiederbeginn, als Kropp/Tetenhusen einen 5:0-Lauf hinlegte und sich mit 15:10 absetzte.

Im letzten Spiel des Final-Four stand das Projekt Titelverteidigung für die Owschlagerinnen auf der Agenda. Besonders für Kerstin Hartmann im Tor und Linkshänderin Inga-Lena Panck sollte es einen schönen Abschluss geben. Was noch niemand in der Halle wusste: Beide sollten nicht unerheblich Einfluss auf ein denkwürdiges Spiel nehmen.

Der TSV Owschlag legte einen konzentrierten Start hin und erspielte sich durch konsequente Abschlüsse einen knappen 4:3-Vorsprung. Was danach passierte, nennt Owschlags Co-Trainer Reiner Pohl-Thur "Handball am Rande des Optimalen." Von 4:3 setzten sich die Blau-Weißen erst auf 7:3 und Mitte der ersten Halbzeit sogar auf 15:5. Keine Frage, eine Vorentscheidung war gefallen, die Köpfe der HF-Spielerinnen hingen schon erheblich nach unten, und die Zuschauer in der Halle fachsimpelten lediglich über die Höhe des Sieges - von wegen! Das einseitige Endspiel wurde tatsächlich noch zu einem Herzschlag-Finale.

Nachdem die Seiten beim 21:9 für den TSV gewechselt wurden, kamen die Handballfreunde wie verwandelt aus der Kabine. Auch den Owschlagerinnen änderet sich das Auftreten - jedoch nicht zum Guten. "Man kann sagen, dass alle Spielerinnen zehn Prozent ihres Leistungsvermögens in der Kabine gelassen haben", so Pohl-Thur. Es waren eher 50 Prozent. Beim Stand von 22:11 verlor der TSV komplett den Faden. Pässe wurden in die Füße gespielt oder unbedrängt ins Aus geworfen. "Auch unsere Abschlüsse kamen zu früh und waren nicht gut vorbereitet", weiß der Owschlager Coach. Die Folge: HF HUK lieferte einen 6:0-Lauf ab und kam auf 18:22 heran. Auch die zwischenzeitliche Auszeit beim 22:16 brachte nicht die erhoffte Wende zum Guten. Beim 23:22 waren die Handballfreunde endgültig zurück im Spiel. Jetzt war Kerstin Hartmann im Owschlager Tor gefragt, und sie verhinderte mit einer Parade gegen Ann-Kathrin Skubich den Ausgleich. Auf der Gegenseite nahm sich TSV-Youngster Franziska Peters ein Herz und traf zweimal aus dem Rückraum, sodass die Blau-Weißen kurzzeitig wieder mit drei Toren führten (25:22). Doch Ruhe brachte das nicht ins Spiel. Wieder kam HF HUK heran und wieder gab es die Chance auf den Ausgleich, jedoch landete der Wurf von Tina Pejic am Pfosten. Das Zuschauer und die Owschlager Bank klebten mit ihren Blicken an der Hallenuhr, denn noch waren knapp zwei Minuten zu spielen und der TSV war beim Stand von 27:25 in Unterzahl. Und wieder kam HUK auf ein Tor ran. Bei Ballbesitz für Owschlag versuchten es die Handballfreunde mit einer offensiven Deckung, doch der Ball kam an den Kreis, wo es Inga-Lena Panck vorbehalten war den 28:26-Endstand zu erzielen. Ausgerechnet Panck in ihrem letzten Spiel für den TSV erlöste ihre Mitspielerinnen und die Fans.

"Für die Zuschauer war es natürlich schön, dass das Finale noch einmal spannend wurde", sagt eine sichtlich mitgenommene Kerstin Hartmann. "Hauptsache wir haben gewonnen." HUK-Coach Sönke Radetzky war stolz auf sein Team: "Es war beeindruckend, wie wir uns zurückgekämpft haben." Abschließend erklärt Pohl-Thur: "So spannend hätte es nicht mehr werden müssen. Trotzdem: Das war Werbung für den Handball." Übrigens: Owschlags Coach Rainer Peetz bekam Sekunden nach dem Abpfiff eine SMS in den Urlaub geschickt. "Wie das Spiel gelaufen ist, muss er ja erstmal nicht erfahren", grinst sein Co-Trainer Pohl-Thur.

zur Startseite

von Stefan Gerken
erstellt am 14.Mai.2012 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Transport bei Adipositas : Zwei Jumbo-Krankenwagen für SH

Für den menschenwürdigen Transport: Bisher behelfen sich viele Retter mit Provisorien. Das soll sich ab Frühjahr ändern.

Nachrichtenticker