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Lokalsport

03. Dezember 2016 | 05:45 Uhr

Segeln : Mit bis zu 54 km/h über das Wasser

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Bei der deutschen Station des EFG Moth Eurocup auf dem Wittensee hat Deutschlands Ranglisten-Erster seine Favoritenrolle eindrucksvoll bestätigt.

Wittensee | Der Preis für den Sieger war eine schöne, aber nicht die einzige Verlockung, die europaweit 17 Teilnehmer aus der internationalen Moth-Klasse zum unter Kennern geschätzten Revier beim Wassersportclub am Wittensee zog. Ideale Segelbedingungen mit geringer Welle, ein nahezu abdeckungsfreies Revier bei Westwind und nicht zuletzt eine Organisation, die weniger Wert auf Public-Relation, dafür aber umso mehr auf die Belange der Segler legt, hat sich in der Szene herumgesprochen und gehört seit ein paar Jahren mit zum festen Termin auf dem jährlichen Regattakalender der Imoth-Klassenvereinigung. Diese richtete auch – wie schon im vergangenen Jahr – den deutschen Teil des „EFG Moth Eurocup“ mit Unterstützung der IMMAC auf dem Wittensee aus. So war diese Veranstaltung der dritte Teil einer europaweiten Wettfahrtserie, die mit dem „Act Five“ im schweizerischen Lugano im Oktober ihren Abschluss und einen Gesamtsieger finden wird.

Hochkarätig war das Teilnehmerfeld, das mit Hightech-Booten anreiste und zwei Tage lang insgesamt neun Wettfahrten absolvierte, da am dritten Tag mit drehenden Winden aus westlicher Richtung mit einer leichten Brise die Voraussetzungen für die restlichen drei Wettfahrten fehlten. Unter den Teilnehmern war auch Andreas John, der sich seit fünf Jahren der fliegenden „Motte“ verschrieben hat und schon bei den Laser Masters vor Jahren Weltmeistertitel errang. Von vornherein galt der Starnberger Maximilian Mäge als Favoriten, der zur Zeit auch die deutsche Rangliste anführt.

Brachte der Wind am ersten Tag die Männer in ihren „fliegenden Kisten“ bei nur drei Wettfahrten kräftemäßig an ihre Grenze, bot der zweite Tag mit Windstärke vier beste Bedingungen. „Ich wusste nicht mehr, wie ich die Geschwindigkeit aus dem Boot kriege. Das Land kam immer näher“, berichtet Segelprofi Andreas John von einer Extremsituation am Eröffnungstag. Seine Lösung: Er ließ sich einfach ins Wasser fallen, als sein Boot mit mehr als 25 Knoten und achterlichem Wind nicht mehr zu bändigen war. Das gemessene Maximum an diesem Tag betrug 29,2 Knoten (54 km/h) und wurde von Carlo Mäge erreicht, der nur eine Woche zuvor am Gardasee seinen persönlichen Rekord mit mehr als 32 Knoten (60 km/h) aufgestellt hatte. Souverän beherrschte sein Sohn Maximilian die Regattabahn, dicht gefolgt vom Schweden Rasmus Rosengren, der zunächst nur einen Punkt Differenz in der Wertung hielt, dann aber nach einem Großbaumbruch die letzten drei Wettfahrten nicht mehr starten konnten. Rosengren segelt erst seit zehn Tagen in der Klasse und hat die Qualifizierung für Rio im Nacra-Katamaran nur knapp verpasst.

Die internationale Moth (Imoth) Klasse gilt als einer der ältesten Konstruktionsklassen (1928) überhaupt und ist dank Carbontechnologie zudem geworden, was sie heute darstellt. Rund 35 Kilogramm schwer, ermöglicht das Boot in der Flugphase auf dem Hydrofoil (Wassertragfläche) ungeahnte Geschwindigkeiten. Um vorne mitzuhalten, darf an der Konstruktion, bei der im Gegensatz zu vielen anderen Bootsklassen nur Länge, Breite und Segelfläche beschränkt ist, alles verändert werden, was für die Geschwindigkeit von Vorteil ist. „Da machen schon wenige Millimeter Veränderung an Schwert, Ruder und Tragflächen Erhebliches aus“, berichtet Teilnehmer Carlo Mäge.

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erstellt am 20.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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