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Lokalsport

08. Dezember 2016 | 09:04 Uhr

GSC zündet Schluss-Feuerwerk

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Fußball-Verbandsliga: 5:2-Sieg nach 0:2-Rückstand vor 450 Zuschauern gegen Tabellenführer Inter Türkspor

Rund 450 Zuschauer wollten sich den Auftritt von Verbandsliga-Spitzenreiter Inter Türkspor Kiel beim Gettorfer SC nicht entgehen lassen. Sie erlebten ein denkwürdiges und hochklassiges Fußballspiel unter Flutlicht, in dem die Gäste durch zwei Tore kurz nach Anpfiff beider Halbzeiten 2:0 in Führung gingen, der GSC sich aber nie aufgab, mit einer Riesenmoral die Partie noch drehte, sich am Ende in einen wahren Rausch spielte und am Ende noch mit 5:2 (0:1) gewann.

Der Spitzenreiter legte zu Beginn ein enorm hohes Tempo vor und belohnte sich mit der schnellen Führung durch Enea Dauti. Die Gastgeber waren zunächst etwas zu sehr darauf bedacht, selbst keine Fehler zu machen. Darunter litt ein wenig das Offensivspiel. Erst ein Freistoß gegen den Pfosten von Yannick Wolf, der die Woche wegen Oberschenkelproblemen nicht trainieren konnte, sorgte für das Gettorfer Hallo-Wach (35.). Dennoch blieben die Gäste gefährlich. So vergab Yasin Akbaba kurz vor der Pause das 2:0 für die Kieler als er den Ball per Kopf knapp über die Querlatte beförderte.

Mit dem festen Willen, den Rückstand in der zweiten Hälfte wettmachen zu wollen, kamen die Gettorfer aus der Kabine. Während viele der Zuschauer noch am Bratwurst- oder Getränkestand anstanden, kam dann aber die kalte Dusche. Gleich beim ersten Inter-Angriff nach dem Wiederanpfiff sprang der Ball Niklas Wolf so unglücklich an die Hand, das dem Unparteiischen Donik Ibrahimi (Eckernförde) keine andere Wahl blieb als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Steffen Bruhn legte sich den Ball zurecht, lief an – und schickte GSC-Torhüter Robin Biß zum 0:2 in die falsche Ecke. Als beim Gegenangriff GSC-Angreifer Torben Dahsel im Strafraum zu Fall kam und Ibrahimi hier – nachvollziehbar – nicht auf den Punkt zeigte, begann sich ein Großteil der Zuschauer auf das Schiedsrichtergespann einzustimmen. Schon vor dem Anpfiff hatten einige Gettorfer gerätselt, warum in einem so wichtigen Spiel die Schiedsrichter ausgerechnet vom Nachbarn aus Eckernförde kommen mussten, nachdem der GSC erst in der Vorwoche den ESV im Kreisderby 2:0 bezwungen hatte (EZ berichtete). Keine glückliche Ansetzung – für alle Beteiligten.

Es folgten zwei weitere Szenen, die die nun immer stringenter auf den Ausgleich drängenden Gettorfer endgültig gegen die Unparteiischen aufbrachten. Zunächst fing Inter-Torwart Florian Kramme einen Flankenball von Yannick Wolf ab und landete mit dem Ball in den Händen hinter der Torlinie. Während die meisten Zuschauer den Ball mit vollem Umfang hinter der Linie gesehen haben wollten, entschied Ibrahimi auf weiterspielen. Kurz darauf drückte Yannick Wolf eine Hereingabe von Boy Bröckler aus drei Metern über die Linie. Hier wurde auf Abseits entschieden, was doch sehr fragwürdig war (62.).

Wenige Minuten später gab es Aufregung auf der Gegenseite als Marc Zeller die Vorentscheidung verpasste als er aus wenigen Metern den Ball statt ins Netz nur an den Pfosten schoss, und kurz darauf in aussichtsreicher Position von Niklas Wolf, der damit seinen Fehler aus der 46. Minute wieder ausgebügelt hatte, gerade noch vom Ball getrennt werden konnte.

Statt sich in Folge – wie noch bei der Heimniederlage gegen den Büdelsdorfer TSV – zu sehr mit den Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns auseinander zu setzen, fokussierten sich die Gettorfer in der Schlussphase auf ihr eigenes Spiel – mit Erfolg. Die Wende leitete Thies Waschewski ein, der nach seinem Wechsel von Kilia Kiel von Spiel zu Spiel stärker wird. Mit einem sehenswerten Heber von der rechten Strafraumkante ins linke obere Tordreieck läutete er denkwürdige 20 Minuten ein. Nur zwei Minuten später wuchtete der in der zweiten Hälfte eingewechselte Finn Lühr einen Kopfball zum 2:2 in die Maschen.

Spätestens jetzt war der Funke aus den Zuschauerreihen endgültig auf das Spielfeld übergesprungen. Die Gettorfer spielten sich in einen Rausch. Als Torben Dahsel den Ball zum 3:2 ins Netz drosch, schauten sich viele Fans ungläubig an. Was war denn hier los? Kurz vor Ende schraubte Yannick Wolf mit einem Doppelschlag nach Einzelaktion und Freistoß in den Winkel das Ergebnis sogar auf 5:2 in die Höhe.

Nach dem Abpfiff ließen sich die Gettorfer noch einige Zeit an der Seitenlinie von ihren Fans feiern, ehe sie danach in der Kabine singend und tanzend das eine oder andere Kaltgetränk leerten.

Gettorfer SC: Biß – N. Wolf, L. Gravert, Wick, Hansen – L. Empen (58. Lühr), Riemann – Bröckler, Y. Wolf, Waschewski (89. E. Empen) – Dahsel (86. J.O. Gravert)

Inter Türkspor: Kramme – Hodaj, Akbaba, Yamak, Erol – Dauti, Meshekrani, Bruhn, Atamtürker (74. Ali Kalma), Wüllner (63. Kern) – Zeller (83. Rodrigues)
SR: Ibrahimi (VfR Eckernförde)

Zuschauer: 450
Tore: 0:1 Dauti (3.), 0:2 St. Bruhn (46.), 1:2 Waschewski (71.), 2:2 Lühr (73.), 3:2 Dahsel (81.), 4:2, 5:2 Y. Wolf (87., 89.)

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erstellt am 26.Sep.2016 | 05:56 Uhr

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