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3. Handball-Liga : Eine Ära geht zu Ende

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Greta Nissen bestreitet morgen ihr letztes Heimspiel für die HG OKT.

Im letzten Heimspiel der Drittliga-Handballerinnen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen (OKT) wird es am Sonnabend um 17 Uhr in Owschlag emotional. Für Gefühlsausbrüche wird weniger der abstiegsbedrohte Gast von der TSG Wismar sorgen, sondern eher die Geschehnisse rund um Greta Nissen. Die 32-jährige Rückraumspielerin wird nach fast 27 Jahren aktiver Spielzeit für den TSV Owschlag und die HG OKT vor heimischem Publikum verabschiedet. „Es ist schon ein wenig traurig, nach so langer Zeit das letzte Spiel zu bestreiten. Ich weiß ja auch gar nicht, wie das ohne Handball ist, wie es sich anfühlt“, blickt Nissen mit gemischten Gefühlen auf den morgigen Tag.

Greta Nissen, allen Handballfans in Schleswig-Holstein und darüber hinaus vielleicht noch besser bekannt unter ihrem Mädchennamen Greta Stolley, begann 1990 als Fünfjährige ihre Handballkarriere im TSV Owschlag. Bereits mit zehn Jahren feierte sie mit ihren Mannschaften der E-, D- und C-Jugend erste Erfolge als Kreis- und Bezirksmeister. In der B-Jugend folgte der Landesmeistertitel. Ab der Jahrtausendwende kamen dann die ganz großen Erfolge. Im Alter von 15 Jahren wurde Greta, das „Energiebündel mit Ambitionen“ – wie die Kollegen der Landeszeitung im November 2000 titelten – das dritte Mal zu einem Lehrgang der Deutschen Jugendhandball-Nationalmannschaft eingeladen. Es folgten zwölf internationale Einsätze für die Jugend-Nationalmannschaft und ein Einsatz in der bundesweiten Juniorinnen-Auswahl gegen die Schweiz. Entgegen ihrer Lieblings-Spielposition im Rückraum wurde sie in der Nationalmannschaft wegen ihrer Größe von „nur“ 1,73 Meter auf Linksaußen eingesetzt. Ihr damaliger Trainer in Owschlag, Jens Meves, beschrieb den damals 15-jährigen „ungeschliffenen Diamanten“ als „Allrounderin mit einem großen Kämpferherz“. Ab 2002 spielte Nissen für die 1. Frauen zunächst in der Oberliga, um dann in 2006 den Aufstieg in die damalige Regionalliga zu feiern. Ab der Einführung der 3. Handball-Liga der Frauen zur Saison 2010/11 gehörte sie zunächst mit dem TSV Owschlag und nach der Fusion fünf Jahre später mit der HG OKT bis heute dieser Liga an. Bis zu ihrer Baby-Auszeit 2015/16 hatte die verheiratete Lehrerin nur ein einziges Spiel ihrer Mannschaft versäumt. In den elf Jahren ihrer Regionalliga- und Drittliga-Zugehörigkeit für den TSV Owschlag hat die sichere Torschützin in 237 Punktspielen 1128 Tore geworfen, 387 Mal traf sie vom Siebenmeterstrich. Nissen, die ihre Mannschaft auf und neben dem Spielfeld mit viel Geschick dreimal zum Vizemeister der Regionalliga führte, die Saison 2010/11 als Vizemeister der 3. Liga abschloss sowie zweimal als Landespokalsieger geehrt wurde, gilt als äußerst starke Führungspersönlichkeit, die immer auch als Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer fungierte. Als ein weiteres Highlight schied im Januar 2012 der TSV Owschlag unter ihrer Führung erst in der dritten Runde im DHB-Pokal gegen den Bundesligisten HC Leipzig aus. Mit Greta Nissen verlässt eine ganz Große die aktive Handballszene, die sich aber „auf mehr Zeit für meine kleine Familie“ freut. Zudem wolle sie neue sportliche Aktivitäten ausprobieren, zum Beispiel Kitesurfen. In der Sporthalle Owschlag wird sie sich auch in Zukunft blicken lassen: „Ich werde mir auch weiter Spiele meiner Mannschaft ansehen – das geht ja wohl auch nicht ohne.“

Auch für HG-Trainer Torben Helmer wird es das letzte Heimspiel als alleinverantwortlicher Trainer sein. Er kann die Partie gegen den Tabellenzehnten ohne Druck auf sich zukommen lassen, da seine Mannschaft mit 19:21 Punkten auf einem gesicherten siebten Platz im Mittelfeld steht. HG OKT kann sich also voll auf ein würdiges Abschiedsspiel für Greta Nissen konzentrieren.

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erstellt am 21.Apr.2017 | 06:00 Uhr

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