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Lokalsport

06. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

Segeln : Die Aufbruchstimmung bleibt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Crew des Segelclubs Eckernförde verpasste als Achter nur hauchdünn die Qualifikation für die 2. Segel-Bundesliga.

Eckernförde | Auch wenn der große Traum vom Aufstieg in die 2. Bundesliga verpasst wurde, herrscht im Segelclub Eckernförde (SCE) eine spürbare und positive Aufbruchstimmung. Der drittgrößte Segelclub Schleswig-Holsteins möchte sportlich wieder eine Hausnummer werden und seinem vorhandenen Segelnachwuchs eine gute Perspektive bieten. Der erste wichtige Schritt in diese Richtung wurde bereits gemacht, mit der Anschaffung eines eigenen J/70-Kielbootes.

In Glücksburg wollten 56 Clubs den Sprung in die 2. Segel-Bundesliga schaffen. Doch nur die ersten sechs Plätze sicherten die Qualifikation. Die junge Eckernförder Crew um Steuermann Jens Marten (23), Terje Klockemann (25), Charlotte Braun-Dullaeus (21) und Justus Braatz (21) sowie den erweiterten Kadermitgliedern Felix Rohwedder (22) und Thomas Voß (29) hatte nur wenige Wochen Zeit, um sich auf die Qualifikation vorzubereiten, da das Boot erst Ende August aus der Schweiz eintraf. „Die Nachfrage nach der J/70 ist extrem hoch, von daher hatten wir sogar großes Glück, dass wir überhaupt ein Boot bekommen haben“, erklärt Vereinspräsident Werner Trapp. Die Vorzeichen mit nur wenigen Trainingseinheiten auf dem Wasser waren also nicht ideal, doch die Eckernförder brachten die etablierten Teams in Glücksburg ordentlich ins Schwitzen. Nach einer Vorrunde mit sieben Wettfahrten gab es einen Schnitt, und nur die zu diesem Zeitpunkt besten 18 Teams durften für vier weitere Finalläufe auf das Wasser. Auch hier lief es für die Eckernförder gut. Nach Platz fünf von sechs Teams in der ersten Wettfahrt, folgten zwei Siege, sodass der SCE zu diesem Zeitpunkt für die 2. Bundesliga qualifiziert gewesen wäre. Jedoch gab es ja noch eine letzte Wettfahrt, und genau da passierte es: Der Wind drehte. „Wir hatten schon eine ganze Zeit damit gerechnet“, sagt Seglerin Charlotte Braun-Dullaeus. Doch als es soweit war, verpassten die Eckernförder den Zeitpunkt die Seite zu wechseln, was durch die veränderte Windrichtung nötig gewesen wäre. „Es ist jetzt aber müßig sich darüber zu ärgern. Die 2,5 Punkte, die uns am Ende fehlten, haben wir nicht unbedingt nur im letzten Rennen verloren“, so Braun-Dullaeus. Alle Teammitglieder waren nach diesem späten Knockout natürlich sehr deprimiert und auch die eine oder andere Träne sei in die Flensburger Förde gekullert. „Aber wir sind unheimlich stolz auf unser Team. Sie haben einige abgebrühte Crews hinter sich gelassen“, sagt „Jupp“ Bolthausen, der 2. SCE-Vorsitzende. „Das war für die kurze Zeit der Vorbereitung eine super Leistung.“

Die Qualifikation zur Bundesliga haben die SCE-Segler zwar verpasst, doch ihr Auftritt machte den Vereinsverantwortlichen Mut und stärkte sie in der Entscheidung, mit dem Kauf der J/70-Jolle alles richtig gemacht zu haben. „Es kann doch nicht sein, dass ein Club mit einer betauten Wiese als Revier in der Bundesliga segelt – und wir als großer Club mischen da nicht mit“, sagt Trapp. Der Großteil der 54  000 Euro wurde bisher über Spenden abgedeckt, doch der Club hofft, dass noch weitere Gönner einsteigen könnten. Die sportlichen Ausrufezeichen der jungen Vereinstalente, sind da natürlich förderlich und sollen auch 2017 fortgeführt werden. Denn mit der J/70 gibt es viele weitere interessante Regatten, in denen sich die Eckernförder auf Topniveau messen können. Dafür würde sich der SCE aber weitere Trainingspartner wünschen. „Wir laden andere Clubs herzlich ein, ihre J/70-Jolle bei uns kostenlos hinzulegen“, sagt SCE-Präsident Trapp. Der benachbarte Segelclub aus Arnis ist dem Angebot bereits nachgekommen und bildet mit der SCE-Crew eine Trainingsgemeinschaft. Zudem verfügen die Eckernförder über sehr erfahrene Trainer. „Auf dem Boot müssen wir aber selber die Manöver und Abläufe weiter perfektionieren“, sagt die 21-jährige Braun-Dullaeus und freut sich schon auf die nächste Segelsaison, in der der Segelclub Eckernförde weiter für sportlich-positive Schlagzeilen sorgen will.

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erstellt am 14.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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