zur Navigation springen

Lokalsport

06. Dezember 2016 | 17:09 Uhr

Box-Landesmeisterschaften : BC 78-Quartett überzeugt ohne Titel

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die Box-Landesmeisterschaften in der Eckernförder Wulfsteerthalle boten den 250 Zuschauern spannende und hochklassige Kämpfe.

Eckernförde | Trotz eines hochklassigen Teilnehmerfeldes mit fünf Eckernförder Boxern, darunter vier vom BC 78, sowie Joana Neumann, die für den TuS Garden antrat, fanden sich statt der erhofften 400 nur rund 250 Zuschauer in der Eckernförder Wulfsteerthalle ein. Organisator Hartmut Jessen hatte sich im Vorfeld schlechtes Wetter gewünscht, doch es war ein sonniger Herbsttag im Ostseebad. Diejenigen, die dennoch gekommen waren, bekamen attraktiven Boxsport geboten.

Nach den Grußworten von Jessen, der seit 37 Jahren beim BC 78 tätig ist und seiner 126. Veranstaltung in Eckernförde beiwohnte, Schirmherr und Bürgermeister Jörg Sibbel, dem Vorsitzenden des Landes-Amateurboxverbandes, Peter Johannsen, sowie dem Schleswig-Holstein Lied, bei dem sich alle Anwesenden von ihren Plätzen erhoben, hieß es Licht aus und Spot an für das Geschehen im Ring. Eröffnet wurden die Landesmeisterschaften – gemäß dem Motto „Ladies first“ – mit zwei Frauenkämpfen. Hier setzten sich Yvonne Maaßen (Kadgamala Heide) und Janine Lellwitz (BC Lübeck) durch.

Der erste größere Applaus brandete auf als Lokalmatador Achraf Godje den Ring betrat. Er lieferte sich einen ausgeglichenen Kampf mit Murat Ersoy (ACE Elmshorn). „Wenn es keine Meisterschaft gewesen wäre, hätte der Kampf wohl mit einem Remis geendet“, mutmaßt Trainer Mario Lorenzen. So aber siegte Ersoy mit 2:1.

Bitter war auch die Niederlage von Godjes Teamkollegen Ermail Lita. Er legte in seinem ersten Kampf von Beginn an ein irres Tempo vor und bedachte seinen Gegner Max Meier Trieps mit einer Menge Schlägen, von denen aber nur ein Teil durchkam. Nach Kampfende wurde er dann zum Sieger ernannt, woraufhin seine Freunde auf der Tribüne ihn lautstark feierten und die albanische Flagge schwenkten. Doch die Freude währte nur kurz, denn Ringsprecher Hans Korth hatte sich vertan und kürte daraufhin Trieps zum Sieger. Enorm bitter für den Eckernförder. „Eigentlich habe ich ihn vorne gesehen, weil er viel aktiver war. Eventuell hat er den Kampfrichtern aber noch zu unsauber geboxt“, vermutet Lorenzen. Mit dem Kampf im Superschwergewicht zwischen Temor Mamojan (BC Lübeck) und dem Dänen Emil Pedersen (Vordingborg) wurde die erste Hälfte der Veranstaltung abgeschlossen. Hierbei erwies sich der Lübecker als klar überlegen und siegte mit 3:0.

Nach der Pause wurde es gleich wieder laut in der Halle, denn mit Mallik Godje wollte der vierte Eckernförder endlich den ersten Sieg für die Gastgeber holen. Schlechtes Omen: Er stand in der blauen Ecke und bis dahin hatten alle Kämpfer aus der roten Ecke gewonnen. Godje sah sich Ahmed Al Saadie vom BC Lübeck gegenüber. Der Eckernförder kam mit seinen Schlägen zu selten punktbringend durch. Hinzu kam, dass ihn ein Schnupfen plagte, wodurch ihm gegen Ende die Luft ausging, so dass er sich mit 1:2 geschlagen geben musste.

Damit hatten die Eckernförder mit Johann Lassen nur noch ein Eisen im Feuer. Würde er den ersten BC 78-Sieg holen? Nein, auch er musste sich Antonio Martinovic (BT Raisdorfer TSV) mit 1:2 geschlagen geben, hinterließ dabei aber einen starken Eindruck. „Er hatte nur unnötigerweise zu großen Respekt vor seinem Gegner“, sagt Jessen. Zum Abschluss wurden noch Razmik Arutjunov (FT Rendsburg) zum besten Techniker und Arton Krasniqi (ACE Elmshorn) zum besten Vizemeister gekürt. Erfolgreichster Verein war der BC Lübeck mit vier Titelträgern.

BC 78-Vorsitzender, -Trainer und Organisator Hartmut Jessen zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden: „Wenn man bedenkt, dass die ESV-Fußballer nicht einmal die Hälfte an Besucher hatten, können wir bei dem schönen Wetter mit dem Zuspruch zufrieden sein. Es war ein Höhepunkt für das Boxen in Schleswig-Holstein, was mir auch Peter Johannsen bestätigt hat. Sehr gefreut habe ich mich darüber, dass Bürgermeister Jörg Sibbel bis zum Ende mit großer Begeisterung dabei war. Bis zu meinem 40-jährigen Jubiläum in zwei Jahren werde ich sicherlich noch dabei bleiben. Allerdings nicht mehr in der Ringecke. Da möchte ich unseren jungen Trainern keinen Platz wegnehmen. Für den Notfall stehe ich aber weiterhin bereit.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 04.Okt.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen