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Lokalsport

08. Dezember 2016 | 01:11 Uhr

Anders Eggert muss auf die Spiele in Rio verzichten : Trainingslager statt Olympia

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Kristianstad statt Rio de Janeiro, Trainingslager statt olympisches Handballturnier. Am Mittwoch machte sich Anders Eggert mit den Bundesliga-Handballern der SG Flensburg-Handewitt auf den Weg nach Schweden.

Wie vor zwei Jahren vor der Europameisterschaft im eigenen Land verpasst der Linksaußen der dänischen Nationalmannschaft wegen einer Verletzung an der rechten Wade ein wichtiges Turnier – und vielleicht sogar eine olympische Medaille.

„Ich bin nicht fit“, sagt Eggert, obwohl die Verletzung bis zum ersten Spiel in Rio am 7. August gegen Argentinien vielleicht noch ausheilen könnte. Doch eben nur vielleicht. „Aber hoffentlich bereit ist für mich nicht ausreichend. Für ein Turnier muss man topfit sein. Deshalb habe ich letzte Woche bei Nationaltrainer Gudmundur Gudmundsson abgesagt“, schildert der 34-Jährige seine Beweggründe für seinen freiwilligen Verzicht auf das größte Sportereignis der Welt. Jetzt geht Casper Mortensen auf dem linken Flügel bei Olympia für Dänemark auf Torjagd, Anders Eggert bleibt nichts anderes übrig, als am heimischen Fernseher die Daumen zu drücken.

Die Entscheidung ist Eggert nicht leicht gefallen. Olympia findet nur alle vier Jahre statt, und mit jetzt 34 Jahren wäre es voraussichtlich die letzte Chance gewesen, eine olympische Medaille zu gewinnen. Aber der SG-Linksaußen hat sich nicht von Wunschdenken leiten lassen, sondern seinen Entschluss mit Blick auf eine Mammut-Spielzeit in der Bundesliga, Champions League und im DHB-Pokal mit maximal 61 möglichen Pflichtspielen genau abgewogen. „Ich habe im Verein eine lange Saison und mit der SG wunderschöne Spiele in der Champions League vor mir. Da will ich natürlich dabei sein“, sagt Eggert. Zwar könne die Verletzung bis Rio auskuriert sein, aber andererseits aufgrund der großen Belastung als Einzelkämpfer auf dem linken Flügel auch ein längerfristiger Ausfall drohen. Das will Eggert auf keinen Fall riskieren, dafür ist ihm der Verein zu wichtig. „Hier bei der SG kann die Verletzung in Ruhe ausheilen, denn ich habe täglich Behandlungen bei den Physios.“

Die Verletzung – das ist eine Zerrung in der rechten Wade. „Da ist ständig ein Ziehen“, sagt Eggers, „auch jetzt.“ Die Zerrung ist wahrscheinlich durch falsche Belastung nach einer Oberschenkelverletzung entstanden, die sich Eggert kurz nach dem Saisonende in der Bundesliga beim ersten Lehrgang der dänischen Nationalmannschaft zugezogen hatte. Nach zehn Tagen Pause begann der 34-Jährige mit individuellem Training. Da zwickte es plötzlich im rechten Unterschenkel – „genau zwischen Achillessehne und Wadenmuskel“, erklärt Eggert, „wie vor der Europameisterschaft 2014.“ Es folgte die nächste Pause – und Behandlungen. In der vergangenen Woche kehrte er ins Mannschaftstraining zurück, merkte aber schnell, dass das rechte Bein nicht voll belastbar ist.

„Das Risiko, mich bei Olympia erneut zu verletzen, wäre einfach zu groß“, sagt Eggert. Enttäuschung ist aus seiner Stimme nicht mehr zu hören, der Däne hat sich mit der Situation arrangiert. „Ich muss aufpassen“, weiß der SG-Linksaußen, „dafür ist mir die Saison mit der SG einfach zu wichtig.“

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