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Lokalsport

29. September 2016 | 06:56 Uhr

Abschluss der 106. Flensburger Födewoche : „Sphinx“ glückt die Titelverteidigung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Es hätte nicht schöner sein können“, meinte FSC-Wettfahrtleiter Hajo Andresen, als er nach der Abschlusswettfahrt der 106. Fördewoche auf der Terrasse des Clubhauses eine Tasse Kaffee genoss.

Als das letzte Schiff um 16.51 Uhr die Ziellinie vor dem Clubhaus des Flensburger Segel-Club passierte, saß Dr. Gerhard Clausen mit seiner vierköpfigen Crew bereits beim Italiener in Sonwik und ließ es sich schmecken. Der Notar aus Hamburg hatte für die rund 37 Seemeilen bei der Regatta um das „Blaue“ und „Blau-Gelbe Band“ der Flensburger Förde bereits um kurz nach 14 Uhr nach 4:15,59 Stunden die Ziellinie überquert und sich damit das Band für das schnellste auswärtige Schiff gesichert.

„Das lief alles sehr gut, wir mögen längere Kurse“, sagte Clausen, der seinen Namen auf dem seit 1996 vergebenen Pokal bereits zum fünften Mal verewigte. Der Notar aus der Hansestadt ist Dauergast bei der Fördewoche des Flensburger Segel-Club (FSC), hatte sich schon in den 80-er Jahren die ersten blau-gelben Bänder gesichert und war bei der 106. Auflage konkurrenzlos. Seine „Calypso“, 1998 für die Regatta Sydney-Hobart gebaut, aber schon ein Jahr später von 68 auf 82 Fuß verlängert, pflügte bei Nordostwinden zwischen 15 und 20 Knoten buchstäblich durch die Förde und feierte einen überlegenen Start-Ziel-Erfolg. „Das Wetter war wunderbar, wir konnten unser Geschwindigkeitspotenzial ausnutzen“, sagte Clausen, der im Vergleich zu vielen anderen Teilnehmern mit einer Mini-Crew auskam. „Nur mein jüngster Sohn und drei weitere junge Leute waren mit an Bord“, berichtete Clausen. „Bei der Regatta Sydney-Hobart 1998 hatte das Schiff noch 24 Mann Besatzung.“

Nicht ganz halb so viele Crew-Mitglieder an Bord des Zwölfers „Sphinx“ bescherten dem FSC-Vorsitzenden und Skipper Jochen Frank eine erfolgreiche Titelverteidigung beim „Blauen Band“ – die erste nach mehreren vergeblichen Anläufen. Im Vorjahr hatte sich der Zwölfer bereits die Trophäe für das schnellste an der Flensburger Förde beheimatete Schiff gesichert und auch diesmal den Bug im Duell mit der „Sydbank“ (X-41) von Sven Christensen vorn. „An der Wendetonne unter der dänischen Küste lagen wir noch gleichauf“, berichtete ein glücklicher Jochen Frank. „Das war super, wie die Sydbank gekreuzt ist.“ Auf dem Vorwind-Kurs zurück nach Bockholmwik setzte sich die „Sphinx“ dann langsam ab, weil für den Zwölfer ideale Bedingungen herrschten. „Der Wind war für uns perfekt, die Sydbank kam nicht ins Gleiten, und wir hatten die höhere Rumpfgeschwindigkeit“, sagte der FSC-Vorsitzende. Nach 5:01,57 Minuten war die „Sphinx“ im Ziel und lag damit genau sieben Minuten vor der „Sydbank“. Sven Christensen und seine Crew konnten sich dafür mit dem Klassensieg in der ORC II beim Flensburger Pilsener Cup trösten.

„„Entgegen der Wettervorhersage hatten wir ideale Bedingungen, Sonne, konstanten Wind zwischen 15 und 20 Knoten, die Kreuz- und Vorwind-Kurse gut verteilt. Das ist super gelaufen“, meinte Hajo Andresen, der sich vor allem darüber freute, das der FSC-Yardstick-Cup von den Clubmitgliedern so gut angenommen wurde. Das Feld der kleineren Boote hatte für viel Leben auf der Förde gesorgt. „Mit der Premiere sind wir sehr zufrieden“, lautete sein Fazit. Der Wettfahrtleiter hofft im kommenden Jahr aber auf „noch mehr Präsenz“, denn die Teilnehmerzahlen in den ORC-Klassen sind seit Jahren rückläufig. Einen Grund dafür haben FSC-Regattaobmann Claus-Otto Hansen und Andresen bisher nicht ausmachen können. „Das geht allen Veranstaltern so“, sagten beide unisono. Ob es an den zahlreichen Regatten im Sommer liegt oder an den langweiligen Up- und Down-Kursen bei vielen Veranstaltungen, ist nicht zu klären. „Viele möchten vielleicht längere und abwechslungsreichere Kurse segeln“, mutmaßte Andresen. Die „Macher“ der Fördewoche wollen sich mit rückläufigen Teilnehmerzahlen aber nicht zufrieden geben. „Wir werden uns im Winter intensiv Gedanken machen, wie wir die Fördewoche für die ORC-Yachten wieder attraktiver machen können“, versprach Hansen.

Kein Gemecker gab es von den Teilnehmern aufgrund der in diesem Jahr beengten Platzverhältnisse beim Flensburger Segel-Club wegen des Neubaus der Bootshalle. „Die Zusammenarbeit mit der Hanseatischen Yachtschule hat hervorragend geklappt“, bedankte sich Hansen noch einmal ausdrücklich beim Nachbarn für die Unterstützung. Beim Abschlussabend mit der Siegerehrung in der Bootshalle der Yachtschule herrschte ein so großer Andrang, dass nicht alle Interessenten Einlass fanden. „Das zeigt, dass unser Rahmenprogramm immer noch gut angenommen wird“, freute sich Hansen.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 07:45 Uhr

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