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Lokalsport

09. Dezember 2016 | 03:10 Uhr

Die Rio-Fahrer sind zurück im SG-Training : Olympischer Glanz in Flensburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Olympioniken sind wieder da. Vier Tage nach dem Handball-Finale von Rio präsentierten Lasse Svan, Henrik Toft Hansen und Kentin Mahé ihre Medaillen. Am Wochenende kehrt der Alltag wieder ein – die erste Runde im DHB-Pokal in Rostock.

Die beiden Dänen ließen olympischen Glanz in Gold in Flensburg strahlen, Franzose Mahé betrachtete sein Silber etwas zwiespältig: „Da ist noch ein bisschen mulmiges Gefühl – aber ja, ich bin auch stolz.“

Das gilt auch für die SG Flensburg-Handewitt. „Sieben Spieler in Rio dabei, wieder drei Medaillen – das spricht auch für unseren Verein und gute Arbeit. Schließlich werden sie hier trainiert“, sagte Geschäftsführer Dierk Schmäschke, der die Rio-Fahrer, zu denen die Schweden Tobias Karlsson, Matthias Andersson, Johan Jakobsson und Jim Gottfridsson gehörten, am Freitag mit Glückwünschen und Blumenstrauß an der Duburghalle empfing.

Ein Wermutstropfen war dabei, weil Gottfridsson fehlte. Der Schwede wurde am Mittwoch wegen einer Entzündung am Knie operiert und wird zwei bis drei Wochen ausfallen. „Es ist keine ganz schlimme Sache. Aber wir sind verärgert, weil man Jim trotz einer Platzwunde hat spielen lassen. Daraus entstand die Entzündung, die nun den Eingriff erforderlich machte“, erklärte Schmäschke.

Die Emotionen haben die Sieger noch nicht losgelassen. „Ich habe das noch nicht richtig begriffen. Gold – das ist echt groß nach einer harten Vorbereitung, einem harten Turnier“, sagte Toft Hansen. 2004, als die dänischen Frauen nach ihrem Olympiasieg gegen Südkorea in Athen das Podest bestiegen, hatte er schon leise gedacht: „Da will ich auch mal stehen.“ Mit dem 28:26 gegen Frankreich wurde am Sonntag der Traum wahr. „Mein erstes Olympia – das konnte ja nicht besser laufen. Wir waren Außenseiter, aber das war einfach unser Tag“, sagte Toft Hansen, wog die Medaille grinsend in der Hand und erklärte: „Die ist schwer. Dauernd kannst du die nicht tragen, dann kriegst du Nackenschmerzen.“

Lasse Svan sprach hingegen von Erleichterung, die ein Pfund schwere Plakette endlich ergattert zu haben. 2012 in London war er mit Dänemark noch im Viertelfinale an Schweden gescheitert. „Es schien unmöglich, dass wir die Franzosen schlagen, nachdem die bisher jedes Finale gewonnen hatten. Aber wir waren nach dem Halbfinale gegen Polen so erleichtert, dass wir eine Medaille sicher hatten, dass wir total befreit spielen konnten“, sagte der Rechtsaußen, der neben dem Gold noch einen persönlichen Triumph feierte, als er für das All-Star-Team des olympischen Turniers nominiert wurde. „Darauf bin ich sehr stolz“, sagte Svan, der seine zweiten Spiele ganz anders erlebte. „In London war noch totale Begeisterung über das Erlebnis im olympischen Dorf, die Stars aus anderen Sportarten. Diesmal war mir das Sportliche wichtig. Wir hatten alle einen sehr starken Fokus auf unser Turnier – das war wohl ausschlaggebend.“

Kentin Mahé erzählte, dass er das Finale lieber gegen Polen gespielt hätte als gegen die SG-Kameraden. „Wir haben uns nach dem Spiel aber sofort wieder vertragen, ich habe gratuliert. Trotz einer großen Leere direkt danach muss man ja Sportmann bleiben.“ Neben Silber nahm er zwei spezielle Erlebnisse mit. „Ich habe Michael Phelps im Olympischen Dorf gesehen. Mein Idol, der größte Schwimmer aller Zeiten“, so Mahé, der aber darauf verzichtetet, den US-Star um ein Selfie zu bitten: „Du willst ihn ja nicht nerven.“ Beim französischen Staatspräsidenten Francois Hollande war er ein paar Tage später weniger zögerlich. „Er hatte gerade mit einem anderen Sportler gesprochen und kam an mir vorbei. Hey, das war die Gelegenheit“, berichtete Mahé wie er beim Empfang im Élysée-Palast doch noch zu einem besonderen Selfie kam.

Rio ist Geschichte, schon am Sonnabend rufen alltägliche Pflichten. Die SG spielt im DHB-Pokal das Auftaktturnier im Final4-Format in Rostock. Erster Gegner ist am Sonnabend um 16.30 Uhr der Drittligist HC Elbflorenz. Ein Sieg ist hier ebenso Pflicht wie im Finale am Sonntag (16.30 Uhr) gegen den Sieger aus Empor Rostock (2. Liga) – Eintracht Hagen (3. Liga). „Die Verantwortung werden die Spieler tragen, die die ganze Zeit hier waren. Die Olympioniken sollen etwas helfen“, gab Trainer Vranjes als Motto aus. „Wir wollen in Rostock Gas geben und gut in die Saison starten.“

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