zur Navigation springen

Lokalsport

05. Dezember 2016 | 01:36 Uhr

Flensburger Segel-Club kein Erstligist mehr : Nach dem Abstiegs-Debakel: „Schnell in alle Richtungen denken“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Wunden sind geleckt, aber nicht verheilt. Einen Tag nach dem Abstiegs-Debakel aus der 1. Segel-Bundesliga herrscht bei allen Beteiligten des Flensburger Segel-Club (FSC) reger Gesprächsbedarf.

Viel Winterarbeit steht den Aktiven und Trainern bevor. „Wir müssen schnell in alle Richtungen denken“, sagte FSC-Trainer und Bundesliga-Segler Jörg Rothert. „Aber wir dürfen nicht nur denken, wir müssen auch loslaufen.“ Ein erstes Teamtreffen aller Leistungssegler ist bereits für Ende nächster Woche anberaumt.

Mit dem Abstieg hatte man sich beim Gründungsmitglied der Segel-Bundesliga eigentlich nicht befasst. „Ich war erstaunt, dass das Thema Relegation überhaupt in Frage kam“, meinte Regatta-Obmann Claus-Otto Hansen, der am Sonntagnachmittag auf der Hamburger Bootsmesse von der Abstiegs-Nachricht überrascht wurde. „Das ist wohl am Sonnabend versemmelt worden“, war seine erste Reaktion.

Das FSC-Quartett Sven Koch, Morten Massmann, Hans-Henning Höft und Alxander Erichsen hatte den zweiten Regattatag mit einem letzten Platz im letzten Rennen abgeschlossen und bereits da einen Relegationsplatz eingenommen. Mit zwei weiteren Sechsern war der Start am Sonnabend miserabel. Jetzt drohte sogar der direkte Abstieg. Die Aufgabe im letzten Rennen war, nur noch den Kieler Yacht Club direkt in die 2. Liga zu schicken. „Auch wenn wir uns gut verstehen, das musste bei aller Freundschaft sein“, erzählte Rothert.

Genutzt hat es den Flensburgern nichts. In der Relegation der drei Erst- und drei Zweitligisten, in der Alexander Erichsen (Krankheit) und Morten Massmann (Beruf) durch Hendrik Höft und Jan Hauke Erichsen ersetzt werden mussten, ging das FSC-Team als einziger Bundesligist gleichfalls unter. Rang fünf (siehe Tabelle) besiegelte den Abstieg, der Lübecker Yacht-Club mit Olympia-Segler Simon Grotelüschen und der Berliner Yacht-Club bleiben in der Liga. Aus Liga zwei steigt der Potsdamer Yacht-Club auf. „Die Relegation zeigt ein deutliches Ergebnis. Da war kein Pech dabei“, kommentierte der FSC-Coach das Ende aller Hoffnungen auf den Klassenerhalt.

„Unsere Vorbereitung war eigentlich recht gut. Aber an diesem Wochenende waren unsere und meine Fehler im Handling und im taktischen Verhalten einfach zu hoch“, suchte Steuermann Koch nach Erklärungen. „Wir sind nicht richtig in das Wochenende reingekommen, und dann hat sich die Spirale immer weiter nach unten gedreht.“

Für Rothert indes war die ganze Saison nicht vernünftig gelaufen. „Wir haben alle schlecht gesegelt. In Hamburg war der Druck vielleicht zu groß.“ Die Bilanz: Platz 16 in Starnberg, Platz sechs in Konstanz (nur zehn Rennen), Platz 13 in Travemünde, Platz zehn in Berlin, Platz zehn in Kiel und nun Platz 16 in Hamburg – in Summe der Abstieg.

„Das Niveau ist so brutal gestiegen, da sind sehr viele Topsegler am Start “, sagte Oliver Schwall, Mitbegründer und Geschäftsführer der DSBL und Bundesliga-Teammitglied des abgestiegenen Kieler Yacht Club. „Die Jungs waren natürlich alle sehr geknickt, auch wenn das Team schon schwer abstiegsgefährdet ins Finale gegangen war.“

Für Rothert und Hansen bedeutet die Aufarbeitung auch das Hinterfragen der grundsätzlichen Saisonplanung. „Möglicherweise haben wir dort Fehler gemacht. Möglicherweise haben wir auch zu wenig Trainingszeiten“, räumte Hansen ein. „Die Saisonplanung müssen wir sicherlich kritisch hinterfragen und daraus unsere Lehren ziehen“, sagte Rothert. Beide hoffen, dass der Abstieg sich als einmaliger Betriebsunfall herausstellen wird. Beide wissen aber auch, dass ein „Wiederaufstieg kein Selbstläufer“ ist. Erste Liga kann für den Flensburger Segel-Club nur das Ziel sein. Rothert: „Aber mit der Hamburg-Leistung ist das nicht zu machen.“

zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2016 | 07:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen