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Lokalsport

11. Dezember 2016 | 07:18 Uhr

Schwimmen : Ein neuer Lebensabschnitt beginnt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Schwimmsport im hohen Norden verliert zwei Aushängeschilder Die Flensburger Talente Miriam Schulze und Louisa Marie Obermark wechseln ins Schwimm-Internat nach Magdeburg, um auch in Zukunft konkurrenzfähig zu sein.

Die Sommerferien sind für Louisa Marie Obermark und Miriam Schulze diesmal nur kurz. Gestern begann für die beiden 14-jährigen Ausnahme-Talente vom Flensburger Schwimmklub (FSK) der Start in einen ganz neuen Lebensabschnitt: Beide Mädchen haben sich für einen Wechsel an das renommierte Schwimm-Internat des SC Magdeburg entschieden. Damit verliert der Schwimmsport im hohen Norden zwei seiner größten Aushängeschilder.

Louisa (Jahrgang 2002) ist vor allem Ausdauer-Spezialistin. In diesem Jahr wurde sie unter anderem zweifache Deutsche und Norddeutsche Jahrgangsmeisterin im Freiwasser über 2,5 und 5 km sowie Norddeutsche Jahrgangsmeisterin über 1500m Freistil. Miriam (2001) liegen die Sprint- bis Mitteldistanzen, insbesondere Freistil und Rücken, mehr. Trotz einer langwierigen Verletzung wurde sie diese Saison vierfache Norddeutsche Meisterin über 50m Freistil, 100m Freistil, 400m Freistil und 200m Rücken.

Beide haben in den vergangenen zwei Jahren etliche Landesrekorde aufgestellt, mussten auf den überregionalen Wettkämpfen aber feststellen, dass sechs Mal die Woche Training nicht ausreicht, um auf Dauer mit den Konkurrentinnen aus den Leistungszentren mitzuhalten. „Ich wollte schon lange in ein Internat wechseln und habe meinem Vater gesagt, er soll sich mal umhören, welches für mich in Frage kommt“, erzählt Louisa. Auch Potsdam war in der engeren Auswahl. „Aber dort gibt es kein Latein in der Schule und kein spezielles Freiwasser-Training, deshalb habe ich mich für Magdeburg entschieden“, berichtet Louisa, die bislang die 8. Klasse im Fördegymnasium besucht hat. Eine Probewoche im Dezember brachte die letzte Gewissheit. „Nach zwei Tagen war mir schon klar, dass ich dorthin will. Die Trainingsbedingungen sind einfach viel besser. In der Schwimmhalle können sogar Freiwasser-Bedingungen simuliert werden“, erzählt die FSK-Schwimmerin, die dafür auch in Kauf nimmt, dass sie mal eben ein Schuljahr Chemie nachholen muss.

Etwas länger dauerte der Entscheidungsprozess bei ihrer Vereinskameradin Miriam, die bis zum Beginn der Sommerferien die 9. Klasse der Hermann-Tast-Schule in Husum besucht hat. Die fast 15-Jährige wollte zuerst nach Hamburg wechseln und hat sich erst vor kurzem – vor allem aus schulischen Gründen – für Magdeburg entschieden. Ihren Vater Michael, der Schwimmwart im FSK ist, brauchte sie dabei nicht zu überzeugen. „Er war früher selbst im Schwimm-Internat in Leipzig“, erzählt sie. Damit gehört das tägliche Pendeln zum Training nach Flensburg nun bald der Vergangenheit an. „Meine Klassenkameraden haben das sowieso nicht verstanden, warum ich so oft trainiert habe“, berichtet Miriam.

In Magdeburg wird sogar zweimal täglich trainiert, morgens um 6 Uhr und nachmittags um 16 Uhr. Dafür beginnt der Unterricht erst zur 3. Stunde. Auch Landtraining und Physiotherapie stehen auf dem Programm.

Aber der straffe Tagesablauf kann die beiden Mädchen nicht schrecken. Nur der Abschied von Famile und Freunden fällt ihnen nicht ganz so leicht. „Ich habe ja schon öfter den Verein gewechselt“, sagt Miriam. Auch Louisa wird ihre Trainingsgruppe vermissen: „Aber es geht nun mal nicht anders, wenn man seine Ziele erreichen will.“

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erstellt am 12.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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