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Lokalsport

25. März 2017 | 08:54 Uhr

SG Flensburg-Handewitt : Aus sieben und drei wird 73

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Neuzugang Ivan Horvat aus Kroatien ist bei der SG Flensburg-Handewitt der einzige Neuzugang für die neue Spielzeit. Er soll die Lücke schließen, die durch die Verletzung von Rasmus Lauge entstanden ist. Dierk Schmäschke ist überzeugt: „Das ist ein richtig Guter.“

„Moin“, sagt Ivan Horvat und lächelt freundlich. Das klingt ja schon ganz gut – richtig Norddeutsch. Doch die Frage, ob er bereits etwas Deutsch spreche, beantwortet er mit einer bedauernden Geste. „Only three words“, sagt der Kroate auf Englisch – neben dem „Moin“ sind es noch „Bitte“ und „Danke“. Und die deutsche Sprache verstehe er überhaupt noch nicht, gesteht der 23-jährige. „Aber das werde ich sehr schnell lernen“, verspricht er.

Seit dem Trainingsauftakt am 18. Juli gehört Ivan Horvat zum Kader der SG Flensburg-Handewitt. Und er ist stolz darauf. „Ich habe viele SG-Spiele in der Bundesliga und der Champions League im Fernsehen gesehen – und jetzt gehöre ich dazu“, strahlt der Rückraumspieler, der seine Verpflichtung der langwierigen Verletzung von Rasmus Lauge zu verdanken hat. Der Däne hatte sich im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League bei KS Vive Kielce einen Riss des Außenmeniskus im linken Knie zugezogen und muss voraussichtlich noch bis zum Dezember pausieren. Die SG sah sich aufgrund des Mammut-Programms bis Weihnachten zum Handeln gezwungen – und wurde in Kroatien fündig. Geschäftsführer Dierk Schmäschke glaubt, einen guten Fang gemacht zu haben. „Ivan ist ein richtig Guter. Von der Spielanlage her ähnelt er Rasmus Lauge.“ Auch Trainer Ljubomir Vranjes ist vom jungen Kroaten überzeugt, auch wenn es noch einige Zeit dauern wird, bis Horvat der SG richtig helfen kann. „Ivan hat in Kroatien eine gute Handballschule genossen. Er hat einen guten Wurf, kann anspielen und ist gut im Eins gegen Eins“, urteilt der SG-Coach über den einzigen Neuzugang zur Spielzeit 2016/2017.

Der Kontakt zum Rückraum-Rechten vom Erstligisten GRK Varazdin 1930 war nach dem Pokalfinale gegen RK Zagreb über Vlado Stenzel, den Trainer der deutschen Weltmeistermannschaft von 1978, zustande gekommen. Horvat reiste daraufhin nach Flensburg und wurde beim Vranjes-Camp vier Tage genau beobachtet. Was der 23-Jährige zeigte, gefiel dem SG-Trainer und seinem Co. Maik Machulla. Kurze Zeit später unterzeichnete Horvat einen Zweijahresvertrag beim deutschen Vizemeister.

Dort wird er die Trikotnummer 73 tragen. Warum ausgerechnet diese – vielleicht, weil der deutsche Nationalspieler Stefan Kretzschmar sie trug? „Nein“, antwortet Horvat. „Eigentlich habe ich bisher immer die Sieben getragen, doch die hat ja Anders Eggert. Auch meine zweite Wahl, die Drei, ist vergeben. Die hat Tobias Karlsson. Deshalb habe ich mich für die 73 entschieden.“

Die ersten Tage als neuer SG-Spieler wohnte Horvat in der Handball-Akademie, die er von seinem ersten Besuch noch sehr gut kennt. Nach dem Trainingslager will sich der 1,93 lange Modell-Athlet auf die Suche nach einem Appartement machen, in dem er mit seiner Freundin leben will. „Sie wird in zwei Monaten nachkommen, wenn sie ihr Studium beendet hat“, verrät der Junioren-Europameister von 2010, der in Italien geboren wurde. „Mein Vater war damals Spieler in Bozen und später dort auch Trainer.“ Er selbst habe erst nach der Rückkehr in die Heimat mit dem Handballspielen angefangen – in Bjelovar, einer Stadt mit großer Handball-Tradition rund 80 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Zagreb. Partizan Bjelovar gewann 1972 den Europapokal der Landesmeister. Heute spielt der Nachfolge-Club RK Bjelovar aber nur in Liga zwei – und deshalb schloss sich Horvat 2014 dem Erstligisten Varazdin an.

Der Wechsel zur SG Flensburg-Handewitt soll der nächste Schritt in seiner Entwicklung werden. „Ich möchte mich weiter entwickeln“, sagt Horvat und verweist auf das Beispiel Kresimir Kozina, der nach seinem Wechsel aus Österreich zur SG in wenigen Monaten zum Nationalspieler wurde. Dass es bei ihm genauso schnell gehen wird, glaubt Horvat nicht. „Ich bin kein klassischer Shooter und als Allrounder noch nicht perfekt“, bleibt er realistisch. „Ich muss mich bei der SG erst einmal einleben und an das neue Spielsystem gewöhnen.“

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erstellt am 28.Jul.2016 | 14:03 Uhr

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