SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE LANDESZEITUNG
Itzehoe Eagles und Norderstedt Seals holen den Pott
Itzehoe. Die Serie hält: Zum sechsten Mal in Folge haben die CRE Eagles Itzehoe den Basketball-Landespokal gewonnen. In eigener Halle ließ der Dritte der 1. Basketball-Regionalliga den klassentieferen Gegnern beim Finalturnier keine Chance. Im Halbfinale musste sich der BBC Rendsburg (2. Regionalliga) mit 68:80 geschlagen geben, im Finale war Lübeck Lynx (2. Regionalliga) beim 69:103 ohne Chance.
Auch bei den Damen gab es einen Favoritensieg. Die Norderstedt Seals, gerade aus der 1. Regionalliga abgestiegen, verteidigten den Pokal mit einem 75:47 im Finale gegen die Kieler TB Kangaroos aus der 2. Regionalliga. Die Kielerinnen hatten im Halbfinale mit 70:62 gegen Oberligameister BG Preetz/Jahn gewonnen, während Norderstedt dem MTSV Hohenwestedt beim 85:38 keine Chance gelassen hatte.
Für die MTSV-Mädels waren die Norderstedter noch eine Nummer zu groß. Im nächsten Jahr werden sie sich in der Liga erneut mit ihnen auseinander setzen müssen. Phasenweise konnten die Hohenwestedterinnen mithalten, gefährden konnten sie die Seals nie. Das Zusammenspiel zwischen Flügel und Center klappte zwar ordentlich und auch die Reboundarbeit war nicht schlecht, aber letztendlich konnten sie das Tempo der Norderstedterinnen nicht mitgehen. Insbesondere im dritten Viertel zeichneten zu viele Ballverluste das Spiel des MTSV aus, so dass es am Ende eine überdeutliche Niederlage gab.
Nicht ganz so deutlich verloren die Rendsburg Twisters bei den Herren. Letztlich war der BBC aber gegen den großen Favoriten ohne Chance, wie auch Mannschaftskapitän Morris Brodersen zugeben musste. "Itzehoe ist uns in Sachen Athletik um einiges voraus." Zudem mussten die Rendsburger mit nur einem Center (Majdi Hamza) auskommen, da Tim Störtenbecker und Jannek Schmitt fehlten. Bordersen: "Unter dem Korb hatte Itzehoe somit klare Vorteile." Dennoch durften die Gäste im ersten Viertel noch mitspielen und führten auch kurz - allerdings täuschte das etwas über die wahren Kräfteverhältnis hinweg. Itzehoes Coach Paul Larysz brachte es auf den Punkt: "Ohne irgend jemandem zu nahe treten zu wollen, wenn wir uns richtig angestrengt haben, waren wir bei 50 Prozent." Mit einem Teil der Gedanken waren die Eagles schon bei Philipp Doehlers Geburtstagsfeier am Abend in Hamburg. Die Klasse reichte immer noch, um sich im zweiten Viertel bereits auf 20 Punkte abzusetzen. Am Ende nahmen sie das Spiel immer weniger ernst und gewannen 80:68. Brodersen nahm die Niederlage gelassen, beklagte aber ein wenig das Lospech: "Gegen einen der anderen beiden Halbfinalisten hätten wir gute Chancen gehabt, ins Finale einzuziehen." Dort standen die Lübeck Lynx, die die Norderstedt Snipers mit 91:76 bezwungen hatten.
Im Endspiel gaben die Eagles etwas mehr Gas, die Zuschauer bekamen viele schöne Aktionen bis zum dreistelligen Sieg (103:69) zu sehen. Am Ende stand der Titel im "basketball-direkt-Cup", der einen Trikotsatz bringt. Kapitän Robert Daugs durfte wieder den Wanderpokal entgegen nehmen. Der Titel berechtigt auch zum Start im DBB-Pokal - doch die Eagles werden wohl kaum dafür melden. Denn für Gastmannschaften werden quasi Antrittsgelder fällig, und die attraktiven Gegner aus der Bundesliga spielen ihren eigenen Pokal. "Schade, dass der DBB den Pokal so entwertet hat", sagt Larysz. Doch für die CRE Eagles brachte das Finalturnier wieder einmal die Erkenntnis: "Wir sind die stärkste Mannschaft im Land - und das seit Jahren."
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