SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE LANDESZEITUNG
Handbike: Jan Philipp Ohm setzt Ausrufezeichen im Hinblick auf die WM 2011
Elzach. Dort weitermachen, wo er im vergangenen Jahr aufgehört hat - mit diesem Ziel war Jan Philipp Ohm zu den Deutschen Meisterschaften der Handbiker nach Elzach (Baden-Württemberg) gereist. Im Südschwarzwald hatte der Rendsburger 2009 die Titel im Einzelzeitfahren und im Straßenrennen der U 19 gewonnen, in diesem Jahr sollten die Erfolge verteidigt werden. Und es gelang Rendsburgs "Sportler des Jahres 2009". Mit zwei Meisterschaften im Gepäck trat er die tausend Kilometer lange Rückreise wieder an.
Dabei waren die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Titelverteidigung alles andere als günstig. Anfang des Jahres machte Ohm eine aufgrund seiner ständig sitzenden Position ausgelöste Thrombose zu schaffen. Sechs Wochen lang musste der Rendsburger auf sein Sportgerät verzichten. Erst langsam begann der 18-Jährige wieder mit seinem Training. Dann kam auch noch ein schwerer Unfall beim ersten Wettkampf des Jahres in Duisburg hinzu. 15 Meter rutschte Ohm auf dem umgekippten Bike über den Asphalt, wobei gleich mehrere Schutzengel ihm die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften gerettet haben müssen.
Mit etwas Zweifeln machte sich der Titelverteidiger denn auch nach Elzach auf, begleitet von seinem Freund und Coach Mirco Vaupel, der ihm wegen seiner Angst vor einem erneuten Sturz auf dem schwierigen Kurs immer wieder Mut zusprach.
Zunächst stand das Einzelzeitfahren über 12 Kilometer auf dem Programm. Bei regnerischem Wetter zeigte sich Ohm in Topform und nahm der Konkurrenz bis zum Zielstrich mehr als eineinhalb Minuten ab. Auch das sonnige Wetter am Tag drauf schien den 18-Jährigen nicht zu stören. Nach dem Start des Straßenrennens über 15 Runden á 2,4 Kilometer hängte er sich an Andreas Künkler aus der Seniorenklasse. Mit diesem zusammen gelang es ihm spielend, seine Kontrahenten aus der Jugendklasse abzuhängen und ihnen auf den insgesamt 36 Kilometern mehr als drei Minuten abzunehmen. "Es ist schon praktisch, sich mit den anderen Handbikern gut zu verstehen", meinte Ohm.
Die mehrfache Olympiasiegerin im Handbike sowie im Wintersport Andrea Eskau gratulierte dem Nachwuchstalent zu seiner großartigen Leistung und machte ihm Hoffnung auf die Weltmeisterschaften 2011 in Dänemark. Vor allem mit seiner Zeit im Bergzeitfahren sollte dieser Möglichkeit nichts mehr im Wege stehen, sagte sie. Seit diversen Trainingslagern des Nationalkaders, weiß Ohm, dass Eskau im Nationalkader um Bundestrainer Adelbert Kromer großen Einfluss hat.
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