SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE LANDESZEITUNG

 

Jetzt gilt’s: Licht aus - Spot an

10. Februar 2012 | Von Tobias Stegemann

Hofft trotz Rippenprellung auf einen Einsatz gegen Lüneburg: Rendsburgs Danny Schornstein (blaues Trikot). Foto: Stegemann

Rendsburg. "Licht aus! Spot an!" Mit diesen Worten begrüßte Ilja Richter in der 70er Jahren Woche für Woche seine Zuschauer zu der beliebten Musiksendung "disco". Nun halten sich die Gemeinsamkeiten von Ilja Richter und Basketball-Trainerin Antje Mevius in Grenzen, aber zumindest das Heimspiel der Rendsburger Basketballer am Sonnabend gegen den MTV Bad Bevensen Lüneburg (19 Uhr, Herderhalle) steht unter dem eingangs genannten Motto.

So wird in wohl keiner anderen Halle der 2. Regionalliga so ein Bohei veranstaltet wie beim Heimspielen der Twisters. Wenn das Licht aus geht, der Spot an und aus dem Nebel heraus jeder Spieler einzeln vom Hallensprecher herausgerufen wird, soll das nicht nur zur eigenen Motivation beitragen, sondern auch nachhaltigen Eindruck beim Gegner machen. "Ich habe schon das Gefühl, dass sich manche Gegner von diesem Tamm-Tamm beeindrucken lassen, denn das kennen sie sonst nicht", verweist Mevius auf das Procedere, das in den USA Gang und Gebe ist. Nun ist im Amateursport der Heimvorteil selten so ein großer Faktor wie im Profibereich, bei den Twisters allerdings üben die Zuschauer durchaus Einfluss aus. Mit einem Schnitt von knapp 300 Besuchern pro Spiel stehen die Rendsburger weit oben in der Zuschauertabelle. "In gewissen Situationen helfen uns die Fans schon", unterstreicht auch Mevius die Bedeutung der lautstarken Anfeuerung.

Allein durch die Rahmenbedingungen ist natürlich noch kein Spiel gewonnen. So wird das wichtige Duell gegen Lüneburg durch die sportliche Leistung auf dem Parkett entschieden. Zwei deutliche Siege mit jeweils 30 Punkten und mehr haben das Selbstvertrauen der Twisters spürbar aufgebaut, aber auf dem Weg zum Klassenerhalt ist erst die Hälfte des Weges absolviert. Vier Siege aus den nächsten vier Spielen hatte Mevius vor der Partie gegen Norderstedt gefordert - erst danach habe man das Abstiegsgespenst endgültig vertrieben. "Dann ist das Thema durch."

Damit es mit dem dritten Sieg in Folge klappt, hat die Trainerin in der Vorbereitung den Fokus nicht nur auf die eigenen Vorzüge gelegt, sondern auch auf die Stärken des Gegners hingewiesen. "Sie haben mit Andreas Willing ein sehr bulligen Center. Den müssen wir unter Kontrolle bringen", weiß Mevius. Nicht optimal ist daher der Umstand, dass mit Björn Rohwer (Mandelentzündung) und Danny Schornstein (Rippenprellung) zwei große Spieler angeschlagen sind. Beide kehrten zwar am Donnerstag ins Training zurück, aber definitiv fest steht der Einsatz der beiden noch nicht. In der Offensive wollen es die Twisters gegen die Zonenverteidigung der Lüneburger besser machen als bei der 65:59-Hinspielniederlage. "Aber", schränkt Mevius ein, "damals fehlte Ramin Büttner verletzungsbedingt." Und da sich der Rendsburger Spielmacher derzeit in bestechender Form befindet, stehen die Aussichten auf eine erfolgreiche Revanche gut. "Alle haben konzentriert gearbeitet und wissen, um was es geht."

Die Twisters stehen vor den Wochen der Wahrheit. Morgen gilt es Lüneburg zu schlagen, bevor am nächsten Sonnabend der direkte Konkurrent aus Lübeck in die Herderhalle kommt und es erneut heißt: "Licht aus! Spot an!"


 


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