SCHLESWIG-HOLSTEINISCHE LANDESZEITUNG

 

Fockbek/Nübbel hat sich im Kampf um den Klassenerhalt noch nicht aufgegeben

11. Februar 2012 | Von hal

Wieder dabei: Melanie Krakuhn (grünes Trikot) will mit der HSG Fockbek/Nübbel heute zwei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einfahren. Foto: hobke

Fockbek. Es ist einfach nicht zu beschönigen: Die 17:46-Niederlage der HSG Fockbek/Nübbel beim TSV Ellerbek am vergangenen Wochenende war alles, aber keine Partie zweier klassengleicher Gegner. Wer sich so abschießen lässt, und sei es als Tabellenvorletzter gegen den Vierten, der hat eigentlich in der Spielklasse nichts mehr zu suchen. "Das hatte mit Oberliga nichts zu tun", kritisiert HSG-Trainer Gerd Reckin deshalb mit Recht. Und doch ist sein Team immer noch auf dem besten Weg, den Abstieg aus der Handball-Oberliga der Frauen verhindern zu können.

Natürlich ist mit der unterirdischen Tordifferenz von -116 wenig zu holen, doch mit zehn Punkten ist Gerd Reckins Team als 13. in guter Gesellschaft. Der THW Kiel und der TSV Wattenbek waren bisher ebenfalls nicht erfolgreicher und sogar die HSG Tarp/Wanderup ist als Achter mit 14 Zählern noch nicht unerreichbar weit weg. Das alles macht die heutige Partie gegen die punktgleichen Wattenbekerinnen zu einem Spiel, in dem (für beide Teams) eigentlich keine Niederlage erlaubt ist, wenn auch im nächsten Jahr die Oberligazugehörigkeit bestehen bleiben soll.

Das große Plus dabei: Die Partie findet in der Fockbeker Bürgermeister-Schadwinkel-Halle (Anwurf 18.30 Uhr) statt, dem einzigen Ort, an dem die HSG in der bisherigen Saison Punkte gesammelt hat. Das Manko: Wattenbek hat sieben von zehn Punkten in fremden Hallen erspielt. Dass die gleiche Mannschaft den TSV Ellerbek besiegen konnte, macht die Sache nicht leichter.

Was sagt all das aus? Wahrscheinlich nichts. Nach einer Niederlage mit 29 Toren Differenz gibt es ganz andere Baustellen als die Statistik, auch wenn diese die Gründe deutlich offenlegt: 40 Fehlversuche und 20 technische Fehler sprechen Bände. Über allem steht jedoch die Einstellung. Nur wer sich völlig seinem Schicksal ergibt, schafft es, so eine Pleite zu kassieren. "Ich hatte letzte Woche den Eindruck, dass die Partie schon vor dem Anpfiff verloren war. Keiner hat so richtig Ehrgeiz entwickelt", kritisiert Reckin und wünscht sich für heute das Gegenteil. Erleichternd kommt hinzu, dass Jana Reinert und Melanie Krakuhn wieder mitspielen werden.

Im Hinspiel scheiterte Fockbek zu häufig an Wattenbeks starker Torfrau Tanja Rathje. "Sie ist ein Garant, aber eine allein kann den Unterschied nicht ausmachen. Wir müssen mit großem Eifer an die Sache rangehen", so Reckin.

Resigniert hat er ob der schweren Aufgabe "Klassenerhalt" aber noch lange nicht: "Es ist von Woche zu Woche ein Wechselbad der Gefühle, aber ich weiß, dass meine Mannschaft ihre Leistung abrufen kann. Nur der Zeitpunkt muss stimmen", sagt Reckin. Und damit den auch keiner vergisst, fügt er sicherheitshalber hinzu: "Der Zeitpunkt ist Samstag, 18.30 Uhr."


 


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