SYLTER RUNDSCHAU
Heimpremiere mit einem Klassiker
Den richtigen Dreh will SG-Trainer Per Carlén (l.) gegen Magdeburg finden. Patrik Fahlgren springt wieder auf Linksaußen ein. Foto: Staudt
Flensburg. Anders Eggert muss sich weiter gedulden. Die neue Nummer eins der SG Flensburg-Handewitt auf der Linksaußenposition wird auch heute beim ersten Heimspiel der neuen Handball-Bundesligasaison gegen den SC Magdeburg (20.15 Uhr, Campushalle) noch nicht die Lücke füllen können, die Lars Christiansen hinterlassen hat. "Vielleicht kann ich die Siebenmeter werfen", meinte der Däne, den ein Muskelfaserriss außer Gefecht setzt. Erst am 11. September in Hannover soll Eggert wieder voll einsatzbereit sein.
Bis dahin muss am Flügel Patrik Fahlgren einspringen. Das machte der schwedische Spielmacher beim 29:28-Erfolg der SG in Wetzlar schon ganz ordentlich. Insgesamt aber zeigte der Dritte der Vorsaison beim mühseligen Auftakt noch etliche Defizite auf der linken Offensivseite, im Tempogegenstoß und in der Abwehr. Trainer Per Carlén blickt der Partie gegen Magdeburg dennoch zuversichtlich, aber mit dem gebotenen Respekt entgegen. "Immerhin hat Wetzlar klar gemacht, dass wir niemanden unterschätzen sollten", sagte der Schwede.
Schon gar nicht den SC Magdeburg, dessen Duelle mit der SG zu den Klassikern der Liga zählen. Zwar strahlen die Bördeländer nicht mehr den Glanz früherer Jahre aus, doch Trainer Frank Carstens verfügt wieder über einen soliden Kader. "Es ist eine gute Mannschaft, die noch mehr Teamgeist als früher zu haben scheint", glaubt Carlén. Besonderes Augenmerk müsse die SG auf die Achse zwischen Spielmacher Stian Tönnesen und dem bärenstarken Kreisläufer Bartosz Jurecki legen. Auch der Magdeburger Rückraum, der um Bosniens Torschützenkönig Damir Doborac, den Göppinger Routinier Kjell Landsberg und Ungarns Talent Zsolt Balogh verstärkt wurde, kann sich sehen lassen. Auf Linkshänder Andreas Rojewski (verletzt) muss der SCM aber vorerst verzichten.
Per Carlén arbeitete mit seinem Team in den vergangenen sieben Tagen vor allem an der Abstimmung zwischen Torhütern und Abwehr. "Da gab es noch Unsicherheit. Weniger als zehn Torhüterparaden hatten wir noch nie, seit ich hier Trainer bin", meinte der Schwede, der die Bilanz von 28 Gegentoren und sechs abwehrten Bällen "nun auch wieder nicht so schlimm" fand. Alles sei Dan Beutler und Sören Rasmussen nicht anzulasten gewesen. "Da waren Ein-Meter-Lücken in der Abwehr, wo keine sein durften", stellte der SG-Coach fest. Beliebig an den Stellschrauben könne er aber nicht drehen, etwa den leicht indisponierten Tobias Karlsson durch Tamas Mocsai oder Oscar Carlén ersetzen. "Das ist wie Schach, man muss bei einem Zug die Folgen bedenken. Tobias weg, Tamas rein - was passiert bei zwei Linkshändern im Tempogegenstoß? Bei Oscar hatte ich Bedenken, weil wir seine ganze Kraft für den Angriff brauchten", schilderte Carlén seine Gedankenspiele. Nun sei Karlsson, der die härtesten Kraft- und Konditionseinheiten in der Vorbereitung wegen einer Verletzung versäumte, aber wieder im Kommen.
Mit dem Angriff in Wetzlar war Carlén im Großen und Ganzen zufrieden, obwohl Lasse Boesen halblinks unter seinen Möglichkeiten blieb. Eine Änderung der Startaufstellung heute schließt der SG-Coach nicht aus. "Mal abwarten, was passiert. Auf jeden Fall kann man Viktor Szylagyi und Tamas Mocsai auch in der Campushalle sofort bringen. Die haben genug Routine und keine Angst", sagte Carlén.. Für die Partie gegen Magdeburg sind noch Karten aller Kategorien in den sh:z-Ticketcentern und weiteren Vorverkaufsstellen zu haben.
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