HOLSTEINISCHER COURIER
Kellerkinder senden ein Lebenszeichen
Akrobat schön: Während Arne Törper (links) vom TSV Gadeland II hier jegliche fußballerische Ästhetik vermissen lässt, beweist Ruthenbergs Alexander Beisel seine künstlerischen Fähigkeiten. Foto: Sell
Neumünster. Es geht also doch: Die beiden bis dato noch sieglosen Kellerkinder SC Gut Heil (2:1 gegen den TSV Aukrug) und SG Krogaspe/Nortorf (3:1 gegen den TS Einfeld II) feierten am elften Spieltag der Fußball-Kreisliga Neumünster jeweils ihren ersten Saisonsieg. Sein Tungendorf-Trauma überwunden zu haben scheint der SV Boostedt, der sich im Topspiel nach zuletzt vier Niederlagen gegen den SVT mal wieder durchsetzen konnte und als 2:0-Sieger vom Süderdorfkamp heimkehrte. Im Nachbarschaftsduell zwischen der gastgebenden SG Padenstedt und dem SV Wasbek (1:2) gab es genauso einen Auswärtssieg, wie in der Partie zwischen Neumünster Türkspor und VfR II (2:4), die damit ihre Plätze tauschten.
Bedenklich stimmten am vergangenen Wochenende gleich zehn Platzverweise in acht Spielen. Alleine drei kassierte der TS Einfeld II, während in Padenstedt insgesamt vier Akteure hart bestraft wurden.
TSV Gadeland II -
Ruthenberger SV 2:3 (1:0)TSV Gadeland II: D. Thiele - Dose, Andres (67. Sehm), Hüter, Törper, Gläske (46. Harfst), Hinrichsen, Hildebrandt, Zibell, Hauberg, Scholz (67. Schönhoff).
Ruthenberger SV: Eitner - Schramm, Schilling, Beisel, Neinstell, Maatoug, Fischer, Maier (46. Pfeifer), Wagner, Rall, Gross.
SR: Tural (Einfeld). - Zuschauer: 40. - Tore: 1:0 Zibell (35.), 1:1 Pfeifer (47.), 1:2 Rall (48.), 2:2 Sehm (77.), 2:3 Wagner (80.).
"Mit Ruthenberg können wir irgendwie nichts anfangen", ist der RSV für Gadeland II-Coach Björn Sehm noch immer ein rotes Tuch. Seit dem Aufstieg der Bushi-Elf in die Kreisliga gab es für die "Kleeblatt"-Reserve in den bisher drei Duellen gar nichts zu holen. Dabei sah es für die Elf von der Dannenkoppel in einer chancen- und tempoarmen Partie mit dem 1:0 durch Kevin Zibell (35.) ganz gut aus. "In der Halbzeitpause hatten wir uns viel vorgenommen, aber dann war zunächst Tiefschlafphase angesagt", musste Sehm trotz guter Vorsätze mit ansehen, wie die Gäste das Spiel nur drei Minuten nach dem Wiederanpfiff per Doppelschlag gedreht hatten. Nach dem 2:2 durch Sehm höchstpersönlich - der Spielertrainer traf per Knie - hätte der Coach ein Aufbäumen seiner Mitstreiter erwartet. Dies blieb jedoch aus, weshalb die Niederlage für Sehm "nicht unverdient" über die Grün-Weißen kam.
SG Krogaspe/Nortorf -
TS Einfeld II 3:1 (1:1)SG Krogaspe/Nortorf: Fischer - Granert, Schütt, Krüger, Evers, Wittmaack, Baumann (85. Storm), J. Döring, Matzen (39. Wuchinger), Eckhardt, Wettern.
TS Einfeld II: Blöcker - L. Neelsen, Tomaschewski, Schlemmer, K. Tegge, D. Tegge, Rohweder, Jörs, Hnida, Peters, Alioua.
SR: Ehlers (Boostedt). - Zuschauer: 45. - Tore: 0:1 Alioua (43.), 1:1 J. Döring (45.), 2:1 Baumann (77.), 3:1 Storm (90.). - Gelb-Rote Karten: K. Tegge (82., Foulspiel), L. Neelsen (87., Foulspiel), Schlemmer (alle Einfeld II/88., Unsportlichkeit).
"Wir hatten das Glück auf unserer Seite", gab Andreas Evers, Trainer der SG Krogaspe/Nortorf, nach dem ersten Saisonsieg zu. Denn eigentlich war die "Zweite" des TSE spielbestimmend, stolperte in der Schlussphase aber in erster Linie über die eigene Undiszipliniertheit, die gleich drei "Ampelkarten" zur Folge hatte und damit den Weg für den ersten dreifachen Punktgewinn der SG ebnete. Doch auch für sein eigenes Team hatte Evers lobende Worte übrig: "Wir sind gegen einen technisch starken Gegner über den Kampf ins Spiel gekommen und haben dagegengehalten. Dass wir trotz des Rückstandes nicht aufgesteckt und weiter gespielt haben, ist sehr positiv. Das war zuletzt nicht immer so."
SV Tungendorf -
SV Boostedt 0:2 (0:2)SV Tungendorf: Pohnke - Jablonski, Christophersen, Mester, Voss, A. Stölting (84. Schön), Granzow (75. Schmolke), C. Stölting, Barck, Bröcker (46. Sarau), Feigel.
SV Boostedt: Köhler - Krämer, Appelt (87. Kröger), Lienhöft, Möller, Schröder, Tabert, Kruse (79. Saliuki), Wehde (67. Plath), Fanasch, Beck.
SR: Gastrock (Gut Heil). - Zuschauer: 130. - Tore: 0:1 Tabert (16.), 0:2 Krämer (35.). - Gelb-Rote Karte: Barck (Tungendorf/nach Spielende, Unsportlichkeit).
Der SV Boostedt hat seine Unfähigkeit, in Duellen mit Spitzenmannschaften mit einem Sieg vom Platz zu gehen, ad acta gelegt. Die Elf aus dem Waldstadion ging dabei auch überaus verdient als Sieger vom Feld. Das bestätigte auch SVT-Coach Helmut Stölting: "Boostedt hat uns früh attackiert, sodass wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen sind. Insgesamt waren die Gäste einfach die cleverere und bessere Mannschaft." Nach einer ersten Halbzeit, in der der SVT kein Tempo ins eigene Spiel bekam und für Stölting mit dem 0:2-Rückstand eigentlich schon alles gelaufen war, versuchten es die Blau-Weiß-Roten auf dem heimischen Horst-Neidahl-Platz noch einmal etwas offensiver, "was aber auch nicht viel gebracht hat", so Stölting.
SG Padenstedt -
SV Wasbek 1:2 (1:1)SG Padenstedt: M. Stichert - Anlauf (63. Wilk), Dammann, Ramm (58. Steggewentze), Burow, Stöckhardt, Gripp, Siegfried, Hinz (63. Rych lows ki), Klein, Callsen.
SV Wasbek: Cakar - Lenz, Xhemajli, Hartmann, P. Rüdiger (46. Slotosz), Beha, Muhs (80. Mahlo), Tas, Amoateng, P. Wrzeszinski, Schümann.
SR: Haake (Krogaspe). - Zuschauer: 120. - Tore: 0:1 Tas (2.), 1:1 Stöckhardt (16.), 1:2 Tas (50.). - Gelb-Rote Karten: Steggewentze (85., wdh. Foulspiel) - Lenz (70., wdh. Foulspiel). - Rote Karten: Hinz (nach Spielende, Schiedsrichterbeleidigung) - Jace (als Auswechselspieler, 35., Unsportlichkeit).
Zwei frühe Tore jeweils zu Beginn der Halbzeiten durch Wasbeks Stürmer Yasin Tas entschieden das Nachbarschaftsduell. Während sich der SVW damit auf den dritten Rang vorschob, verloren die "Orangen" damit den Anschluss zum Spitzenquartett. "Wir waren nicht in der Lage, den Wasbeker Abwehrriegel zu knacken", resümierte SGP-Betreuer Hans-Georg Eckert, der von einer überaus kampfbetonten Partie berichtete, was vier Platzverweise sowie zahlreiche Gelbe Karten auch dokumentieren. Die Pause sei dabei laut Eckert Gift für die SGP gewesen, war sie doch in den 45 Minuten noch am Drücker. Nach dem Pausentee fehlten dann schließlich die spielerischen Mittel, um Wasbek noch ernsthaft zu gefährden.
SC Gut Heil -
TSV Aukrug 2:1 (1:1) SC Gut Heil: Brüssow - Tristan Sötje, Lax, Hassoun, Wolf, Rüschmann, Nemitz (89. Studt), Grund, Zibell, Matthes, Bara (81. Erdogan).
TSV Aukrug: Brüggen - Braun (46. Bringmann), Sievers (46. Michalke), Tietz, Schlichting, Müller, Stolley (75. Passig), H. Althaus, Reinke-Allais, S. Althaus, Kollecker.
SR: Paetau (Bokhorst). - Zuschauer: 80. - Tore: 1:0 Zibell (20.), 1:1 S. Althaus (26.), 2:1 Bara (72.). - Bes. Vork.: Brüggen (Aukrug) hält Foulelfmeter von Zibell (16.).
Auch Schlusslicht SC Gut Heil durfte sich am elften Spieltag zum ersten Mal über einen Sieg freuen. "Heute hat bei uns alles gestimmt. Einstellung, Moral und kämpferischer Einsatz waren absolut in Ordnung", lobte GHN-Obmann Thorsten Schwardt. Auch Gut Heils Trainer Torsten Sötje, der die Tore als "schön herausgespielt" bezeichnete, zeigte sich erleichtert: "Das ist ein kleiner Lohn dafür, dass wir in den vergangenen Wochen durch die Hölle gegangen sind." Auch Aukrugs Pressesprecher Michael Steuermann musste trotz zahlreicher Tormöglichkeiten für seinen TSV einsehen: "Das Ziel des SC Gut Heil, das Spiel auf dem kleinen B-Platz eng zu machen und auf Konter zu setzen, ging voll auf."
TSV Wankendorf -
FC Torpedo ’76 7:1 (3:0)TSV Wankendorf: Ebsen - Andresen, Bobzien, Nordheim, Schulz (67. Lüdemann), Weick (77. Balzer), Gill (73. Heinrich), Müller, Willhöft, Hübner, Usbek.
FC Torpedo Neumünster: Brzes ki - Sachau, Fund, Kaack, Kurtulus (77. Hinrichs), F. Knoche, Willers, Grümmer, Buhse, Gülbay, Hartmann.
SR: Aydin (Wasbek). - Zuschauer: 55. - Tore: 1:0 Weick (7., FE), 2:0 Weick (14.), 3:0 Schulz (25.), 4:0 Willhöft (46.), 4:1 Grümmer (52.), 5:1 Gill (58.), 6:1 Andresen (71.), 7:1 Balzer (85.).
Nach zwei sieglosen Spielen erfüllte Spitzenreiter Wankendorf die Pflichtaufgabe gegen Torpedo überzeugend. "Ganz so chancenlos, wie es das Ergebnis von 7:1 aussagt, war Torpedo nicht", schränkte der Trainer des Ligaprimus, Carsten Doo se, aber ein. Mit der Effektivität seiner Gelb-Blauen - insbesondere in der Anfangsphase, in der gleich die ersten drei Möglichkeiten zu Toren führten - zeigte sich Doose zufrieden und sah keine Notwendigkeit für einen höheren Ausgang: "Mit einem 7:1 sollte man schon zufrieden sein."
Polizei-SV Union II -
SV Bön.-Husberg 1:2 (1:1)Polizei-SV Union Neumünster II: Adrian - Wolter, Haut, Meyer, Dietrich, Rehder, F. Schenzer, Puphal, Attard (79. Nützel), Zielinski, Kuschick.
SV Bönebüttel-Husberg: Schramke - Heinrich, Jeske, Bohnhoff, Lehnecke, Dena, Fürst, Harm (46. Stoffers), Herbers (77. Kagelmacher), Golland, Stephan.
SR: V. Kurnaz (Torpedo). - Zuschauer: 20. - Tore: 0:1 Bohnhoff (28.), 1:1 Attard (30.), 1:2 Fürst (83.).
Trotz größerer Spielanteile und der etwas besseren Chancen musste sich der PSV II geschlagen geben. "Husberg hat eiskalt unsere Abwehrschnitzer bestraft und hinten gut gestanden. Daher ist der Sieg auch gar nicht so unverdient", fand PSV II-Übungsleiter Kay Valentin anerkennende Worte. Als ärgerlich empfand er dennoch, dass ein vermeintliches 2:2 in der Nachspielzeit nicht gegeben wurde, weil Husbergs Keeper Patrick Schramke den Ball schnell wieder hinter der Linie hervorholte und Referee Vahap Kurnaz nicht sah, dass das Leder schon mit einer vollen Umdrehung im Tor war.
Neumünster Türkspor -
VfR Neumünster II 2:4 (0:2)Neumünster Türkspor: Osman Ceylan - Uzun, Omar (46. Kurnaz), Yildirim, A. Celik, K. Korkmaz (25. F. Kuscu), Rantzsch, Inci, Kilic, Beder, Altun (82. Simsek).
VfR Neumünster II: Wendt - Burak Gülbay, Justin, Siemens, Walther, Jahnsen (61. Cüneyt Ergel), Amoako (85. Aycicek), Berger, Künstler, Tufina, Hyseni (71. Kan).
SR: Lühr (Krogaspe). - Zuschauer: 80. - Tore: 0:1 Künstler (26.), 0:2 Tufina (45.), 0:3 Justin (57.), 1:3 Yildirim (65.), 2:3 Rantzsch (87.), 2:4 Tufina (90.). - Gelb-Rote Karten: Ö. Uzun (85., Unsportlichkeit), Osman Ceylan (beide Türkspor/90., Unsportlichkeit).
Bei Türkspor hat nicht viel gepasst. "Hinten waren wir nicht kompakt genug und sind nicht in die Zweikämpfe gekommen. Vorne haben wir unsere Chancen nicht genutzt", wusste Türkspors Co-Trainer Erkan Sucu, dass es bei den "Halbmondträgern" an mehreren Punkten mangelte. Als die Heimelf im zweiten Durchgang in der Offensive eine Schippe drauflegte, um noch etwas Zählbares zu erreichen, machte der VfR II mit Kontertoren alles klar und verpasste unterm Strich sogar einen möglichen Kantersieg. Mit dem 2:4 muss Türkspor die "Veilchen" in der Tabelle passieren lassen und findet sich nur noch auf Rang 6 wieder.
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