FLENSBURGER TAGEBLATT
Heimspiel mit zwei Fragezeichen
Einsatz gefährdet: Melanie Mie Legarth war im Hinspiel gegen Zwickau erfolgreichste Nord-Werferin. Foto: Staudt
Harrislee. Zum ersten "echten" Heimspiel im neuen Jahr empfangen die Zweitliga-Handballerinnen des TSV Nord Harrislee am Sonnabend (Holmberghalle, Anpfiff 19 Uhr) den BSV Sachsen Zwickau. Nach der Niederlage gegen Metzingen folgte vor zwei Wochen der 31:26-Erfolg bei der TSG Wismar. Nun wollen die Nord-Frauen auch im dritten Spiel der Rückserie gegen Zwickau punkten und den Sieg aus dem Hinspiel wiederholen.
Die hohe Niederlage gegen Metzingen blieb ohne nachwirkende Folgen. Das war die positive Nachricht aus dem letzten Auswärtsspiel in Wismar. Zwei Wochen ist das nun fast schon wieder her. Zwei Wochen, in denen das Team um Trainer Thomas Blascyzyk sich auf den Gegner hat vorbereiten können. Im Hinspiel gab es einen knappen und zu dem Zeitpunkt der Saison unerwarteten 37:35-Erfolg, der erst durch eine deutliche Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit erreicht wurde. Nach schwachem Saisonauftakt hat sich das Team des neuen Trainers Norman Rentsch aber wieder gefangen. Seit November fuhr Zwickau sechs Siege ein und unterlag in vier Spielen. In den beiden Auswärtspartien in Bensheim (22:23) und in Travemünde (25:26) aber jeweils nur mit einem Tor. Fakten, die auch Nord-Coach Thomas Blasczyk nicht entgangen sind. "Für Zwickau war die Hinserie sicherlich enttäuschend. Mittlerweile scheint sich die Mannschaft gefunden zu haben." Mit der Erstliga erfahrenen Alexandra Uhlig (12-fache Torschützin im Hinspiel), der Kroatin Petra Starcek und der Litauerin Evelina Kalasauskaite verfügt das Team aus Sachsen besonders im Rückraum über viel Erfahrung und spielerische Substanz.
"Das wird ein ganz harter Gang", sagt Blasczyk. Hoffnung macht dem Coach die Tatsache, dass das Heimspiel wieder in gewohnter Umgebung stattfindet. "Beim Spiel in Tarp gegen Metzingen war doch alles recht ungewohnt für die Mannschaft." Viele Zuschauer aufgrund der Doppelveranstaltung mit den Drittliga-Herren der HSG Tarp-Wanderup und dadurch mehr Lärm und Unruhe verhinderten die gewohnten Abläufe in der Spielvorbereitung. "Eine echte Chance gegen Metzingen hätten wir an dem Tag wohl auch in Harrislee nicht gehabt. Allerdings spielte meine Mannschaft beim Versuch, dem Publikum etwas bieten zu wollen, doch sehr verkrampft."
Nun geht es zurück in die Holmberghalle. Doch ganz ohne Sorgen geht das Team nicht in diese Partie. Die im Wismar-Spiel wieder aufgebrochene Handverletzung macht den Einsatz von Bente Pries fraglich. Auch Melanie Mie Legarth fiel in der letzten Spielpause von 14 Tagen fast eine Woche verletzungsbedingt aus. Ausgerechnet die beiden Spielerinnen, die im Hinspiel Zwickau mit acht bzw. neun Treffern die größten Probleme aus dem Rückraum bereitet haben. "Wir wollen aber die Punkte in Harrislee behalten", sagt Blascyzk und ist überzeugt, einen konkurrenzfähigen Kader für diesen zweiten Vergleich mit Zwickau aufstellen zu können.
Und vielleicht ist dann auch wieder das zu lesen, was in Zwickau über das Hinspiel in der Tagespresse stand: "Der Nord-Express kam als Bummelzug ins Spiel, nahm in der zweiten Hälfte ordentlich Fahrt auf und beförderte die Gastgeber aufs Abstellgleis." Beim TSV Nord Harrislee hätte bestimmt keiner etwas dagegen.
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