ELMSHORNER NACHRICHTEN
Pott und der Korbleger von links
Christian Pott lässt keine Gelegenheit aus, seine Technik zu verbessern. Auch auf Streetballfeldern trainiert er. Schwer ist und bleibt für ihn allerdings der Korbleger von links. Foto: Völz
Barmstedt / Elmshorn. Er kann auf seinem kleinen Finger einen Basketball balancieren - und ihn dabei auch noch drehen. Er ist so groß, wie andere weit springen. Christian Pott gilt beim Stadtligisten Elmshorner MTV als Supertalent. Und zwar nicht nur wegen seiner Größe von 2,01 Metern. Sprungkraft, Schnelligkeit und Spielüberblick sind seine Stärken. Das hat auch Trainer Alfred Knütter erkannt. Er fordert und fördert den Flügelspieler.
Erstaunlich: Der 22-Jährige spielt erst seit zwei Jahren aktiv Basketball. Ein Spätzünder? Wäre er nicht ab und zu so disziplinlos, könnte er laut Einschätzung seines Trainers ein ganz Großer werden: "Vom Potenzial her sehe ich ihn irgendwann in der 2. Bundesliga. Er hat alle Voraussetzungen dazu", so Knütter.
Der "junge Wilde" - wie der Trainer seinen Zögling nennt - sei mit Talent gesegnet wie kaum ein anderer. Aber Pott nutze seine Fähigkeiten noch nicht ausreichend. Deshalb setzt Knütter ihn auf den Pott: "Der Junge soll sich auf das Spielen konzentrieren und sich nicht ständig ablenken lassen."
Körperlich bringt der Schüler Pott alle Voraussetzungen mit. Mit 2,01 Meter Größe ist er gut ausgestattet. Als Basketballer kann Pott schließlich jeden Zentimeter gebrauchen. "Größe ist zwar nicht immer entscheidend, aber sie hilft ungemein, gerade unter dem Korb", sagt Pott.
Zum Basketball hat er erst vor wenigen Jahren gefunden. Von 2005 bis 2006 war er als Austauschschüler im Mutterland des Basketballs, den USA. Dort erprobte er zunächst Football, bis er schließlich im Highschool-Team doch lieber dem Basketball hinterher eilte: "Da habe ich den Sport für mich entdeckt", verrät der Barmstedter. Dribbeln, Werfen, Technik. Alle Grundlagen habe er dort gelernt. Seitdem sei er ein "Ami-Freak", sagen seine Freunde.
Nach seiner Rückkehr aus den USA spielte er zunächst als Freizeit-Dribbler in Barmstedt. Erst 2007 trat der 22-Jährige dem EMTV bei. Seitdem hat er sich in den Vordergrund gespielt, ist im Knütter-Team zu einem echten Leistungsträger herangereift. Sein Ziel mit dem Team: Oberliga.
"Ich muss noch viel an meiner Technik arbeiten", sagt Pott. Doch eines scheint auf Dauer aussichtslos für den angehenden Abiturienten zu sein: "Der Korbleger von links - das ist mein Manko, das lerne ich nie." Das ist das Problem, das ihn begleitet.
Die Gründe dafür scheinen eindeutig: "Er hat einfach zehn Jahre zu spät mit dem Basketball angefangen", so Knütter. Pott wäre, so Knütter weiter, heute nicht beim EMTV, sondern mindestens in der Regionalliga, wenn nicht gar in der Bundesliga.
Morgen gegen den Vorletzten BG Hamburg-West (18 Uhr) will Pott mit der Mannschaft allerdings erst mal den Stadtliga-Klassenerhalt klar machen. Dazu muss der Tabellenletzte SC Ottensen II beim Zweiten HSV verlieren - und der EMTV gleichzeitig gewinnen. "Keine Frage, die hauen wir weg", tönt Pott, der in dem ersten von vier "Endspielen" (Knütter) auf Julian Pilarczyk verzichten muss, der sich das Gelenk des kleinen Fingers ausgekugelt hat. Ein Grund mehr für Pott, richtig Gas zu geben.
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