ECKERNFÖRDER ZEITUNG
GSC: Erster Punkt im Abstiegskampf
Gettorf. So viele Zuschauer hatte das Stadion am Ringweg lange nicht mehr gesehen. Die Kulisse von gut 160 Zuschauern war ein klares Indiz für die "Liga der kurzen Wege", die durch die Kieler Absteiger aus der Schleswig-Holstein-Liga entstanden ist. Doch sowohl der Gettorfer Anhang als auch die vielen Schlachtenbummler aus der Wik mussten wenig erfreut nach Hause gehen. Ihre Mannschaften hat zu wenig geboten, um beruhigt den kommenden Aufgaben entgegen zu sehen. Mit einer Ausnahme: Trainer Arne Steltner, der mit seinem Osterrönfelder TSV am Dienstag beim GSC antreten muss, dürfte der einzig zuversichtliche Beobachter gewesen sein.
Die Kontrahenten versteckten sich nicht, aber nach vorne ging nicht viel. Die Torhüter blieben bis zur Nachspielzeit des ersten Durchgangs nahezu beschäftigungslos, ehe GSC-Keeper Lennart Weidner einen Kopfball von Malte Lucht noch unter der Latte wegkratzte. Zuvor hatten die Gettorfer Anhänger allerdings zweimal den Torjubel auf den Lippen, doch David Lehwalds Treffer nach Flanke von Henning Kurtz wurde wegen Abseitsstellung zurück gepfiffen (18.) und eine Viertelstunde später traf Christian Schössler das leere Tor nicht, nachdem er WSV-Schlussmann Michael Borchert bereits umkurvt hatte. In dieser Situation sah die ansonsten sichere Wiker Viererkette zum einzigen Mal schlecht aus. Auf der Gegenseite hatten die Manndecker Lennart Gravert und Manuel Rathje ihre Gegenspieler sicher im Griff. Das neu formierte Gettorfer Mittelfeld wusste spielerisch zu gefallen.
Die zweite Hälfte entsprach der langsam einsetzenden Dämmerung - lediglich vier aufhellende Situationen waren zu verzeichnen: Gettorfs Boy Bröckler flankte nach starkem Solo über links, doch Borchert war vor dem aufgerückten David Lehwald am Ball (51.). Auf der Gegenseite war zwei Minuten später Suat Aba durchgebrochen und prüfte Weidner, der sich mächtig strecken musste. Gettorfs Torhüter war noch einmal am kurzen Eck zur Stelle, als sich Torben Bertow im Strafraum gegen Gravert durchgesetzt hatte (75.). Sekunden vorher starrten alle Akteure und Zuschauer in die Luft - und auf das Wiker Gehäuse. Borchert hatte sich an der Strafraumgrenze einen Fehlpass geleistet, den Lehwald mit einer Bogenlampe aus 40 Metern konterte, doch das Spielgerät senkte sich vor den Augen des entsetzten Schlussmanns auf das Außennetz.
Wiks Trainer Mario Schülke war in seinem Resumee mit dem Punkt zufrieden, aber nicht nachhaltig überzeugt von den Leistungen seiner Elf: "Wir haben zwei Mannschaften mit der gleichen Taktik gesehen. Spielerisch konnte sich keine durchsetzen. Beide Mannschaften werden noch einen schweren Weg vor sich haben." GSC-Coach Jens-Uwe Lorenzen war mit dem Spiel seines Teams hingegen zufrieden, trauerte jedoch den vergeben Chancen nach: "Wir haben Wik nicht zur Entfaltung kommen lassen. Läuferisch und spielerisch hat die Mannschaft die Vorgaben in eine gute Leistung umgesetzt. Leider haben wir hochkarätige Chancen ausgelassen und uns so um einen möglichen, verdienten Sieg gebracht."
GSC: Weidner - Rathje (73. Moryl), J. Zimmer, L. Gravert - Lehwald, Kurtz, Rogge, Bröckler, Hluscik - Schössler, Dahsel (73. Schäfer)
Wiker SV: Borchert - Bertow, Gärtner, Sliwinsky, Hummel - Wölk (65. Hakaj), Wulf, Osterhoff (85. Zeidler), Lucht - Aba, Salbreiter (65. Leszcynski)
Schiedsrichter: Hirth (Rödemisser SV)
Zuschauer: 160
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