ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Gettorferin Lara Sievertsen trumpft auf
Strahlende Sieger bei den Jungen Jahrgang 2001 und jünger, v. li. n. re.: Johann Überleer (2., Stapelholm), Jona Junghans (3., Gettorf) und Shayan Jungherr (1., Mildstedt). Foto: mic
Neuberend. Erstmals in der Geschichte des Tennisbezirks Nord fanden in Neuberend die Bezirksmeisterschaften für den jüngsten Tennisnachwuchs in der U10 und U9 getrennt von den übrigen Altersklassen auf dem verkürzten Midfeld (18 Meter) mit druckreduzierten Bällen statt. Ziel ist die Förderung des spielerischen Elements, schnellere Erfolgserlebnisse mit alters- und entwicklungsbedingten Materialien wie verkürzten Feldern, leichteren Bällen und kleineren Schlägern. "Nur wenn wir in den Punktspielen und den Turnieren diese Form des Wettkampfs anbieten, werden auch die Vereine Training mit dieser Methode durchführen", ist sich Jugendwart Thomas Meeder (Husum) sicher, dass der beschrittene Weg der Richtige ist. Ab dem nächsten Jahr wird es in der U10 und jünger keine Turniere mehr geben, in denen nicht der um 25-Prozent druckreduzierte Ball zur Anwendung kommt. "Die Zeiten, in denen die Jüngsten mit dem normalen, harten Ball vom Trainer die Bälle aus dem Korb zugespielt bekommen haben, sind vorbei", so Meeder.
Gleichzeitig galten die Titelkämpfe aber auch als Qualifikation für das Ende Januar ebenfalls erstmalig ausgetragene Landesfinale. Dass diese Form des Jüngsten-Tennis zukunftsorientiert ist, bewiesen auch die jüngsten Tennisspieler des Nordens in Neuberend. In Gruppenspielen mit Vor- und Endrunden boten die knapp 40 Teilnehmer teilweise beachtliche spielerische Qualitäten und taktisches Vermögen. Jede Menge Matchpraxis mit bis zu acht Spielen bei Kurzsätzen bis drei. In den insgesamt fünf Stunden kamen nicht nur die Aktiven, sondern auch das Publikum voll auf ihre Kosten.
Bei den Jungen des Jahrgangs 2000 standen Talente des Kreises Flensburg-Schleswig ganz oben auf dem Podest. In der Konkurrenz der Jungen 2001 und jünger hatte der Mildstedter Shayan Jungherr am Ende die Nase vorn. Technisch schon gut ausgebildet setzte er sich vor dem Stapelholmer Johann Überleer und dem Gettorfer Jona Junghans durch. Bei den ältesten Mädchen (2000) holte die Husumerin Gotje Peters den zweiten Titel an die Nordsee. Die kaum schlechteren Osterrönfelderinnen Julia Boelck und Vanessa Balk folgten auf den Plätzen. In der Altersklasse 2001 und jünger gab es einen Gettorfer Doppelerfolg. Ohne Matchverlust holte sich Lara Sievertsen vor Vereinskameradin Hanna Roßmann den Premierentitel. Bronze ging Julia Maier aus St. Peter-Ording. Einen guten vierten Rang erspielte sich die Mürwikerin Zoe Heed, die als Jahrgang 2003 als jüngste Teilnehmerin am Start war.
War die Freude über die gelungene Veranstaltung bei den Jüngsten groß, so enttäuschte doch die gleichzeitig ausgeschriebene Konkurrenz für die Damen und Herren. Schon zum zweiten Mal fanden sich nicht genügend Akteure, die sich kurz vor den im Januar beginnenden Punktspielen im Aktivenbereich noch Matchpraxis bei den mit Preisgeld ausgeschriebenen Meisterschaften holten wollen. Fünf Damen und sechs Herren bei knapp 10 Mannschaften, die in der Landes- und Verbandsliga in den beiden höchsten Schleswig-Holsteinischen Spielklassen vertreten sind, dazu noch diverse Bezirksligateams. Ein insgesamt schwaches Bild, das die Nordlichter mit ihrem nur gering ausgeprägten Wettkampf-Engagement abgaben. Dementsprechend verärgert war Turnierleiter Meeder auch anschließend: "Wir richten die Meisterschaften für die Spieler und Spielerinnen aus, um sie mit dem Turnierangebot zu unterstützen und nicht, weil wir am Wochenende nichts zu tun haben", wird im Bezirksvorstand sicherlich die Frage nach zukünftigen Angeboten prüfen.
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