ECKERNFÖRDER ZEITUNG
Andre Sümnick lässt den GSC trauern
Routiniers unter sich: Gettorfs Tobias Gravert (links) im Zweikampf mit dem Rendsburger Jörg Ahrends. Foto: Tietjens
Gettorf. Nun schon im vierten Punktspiel in Folge unterlagen die Verbandsliga-Fußballer des Gettorfer SC dem ungeliebten Gegner Rendsburger TSV in den Schlussminuten. 89 Minuten konzentriertes Zweikampf- und Abwehrverhalten reichten wieder nicht, um eine diesmal äußerst schmerzliche 0:1 (0:0)-Niederlage zu verhindern. Denn, der Konkurrent um den zwölften Tabellenrang, der TSV Lütjenburg, hatte zuvor den TSV Klausdorf bezwungen und ist von den Rot-Weißen nun aus eigener Kraft nicht mehr einzuholen. Schützenhilfe ist nun erforderlich.
Die Gäste nahmen in einer schnellen und engagierten Partie das Heft in die Hand und hätten in den ersten 25 Minuten ihrer Favoritenrolle gerecht werden können. Nach Vorarbeit von Marc Sümnick für seinen Bruder Andre konnte GSC-Keeper Lennart Weidner (20.) zur Ecke klären, sowie Christof Gogolok zwei Minuten später gegen den Rendsburger Stürmer, der wiederum drei Minuten später erneut durch war. Ein Zusammenprall mit Weidner an der Strafraumgrenze setzte Andre Sümnick vorübergehend außer Gefecht, was ihn aber nicht daran hinderte, in der Schlussminute schließlich für das Tor des Tages zu sorgen.
Dazwischen lag ein munteres Hin und Her, wobei sich die Gastgeber kämpferisch auf Augenhöhe präsentierten und so den spielerischen Nachteil ausmerzen konnten. Nach einem Freistoß von Kapitän Jan Zimmer musste RTSV-Schlussmann Roman Dell erstmals vor dem auf der rechten Seite unermüdlich rackernden Julian Arndt klären (29.). Über links kam der GSC mit dem A-Jugendlichen Lars Empen, der sich von der körperlich präsenten Gästeabwehr nicht den Schneid abkaufen ließ.
Vielleicht war das Ergebnis aus Lütjenburg zu diesem Zeitpunkt schon bekannt - die Hausherren kamen jedenfalls mit (Stroh-)Feuer aus der Kabine. Christian Schössler (48.) konnte ein Missverständnis zwischen Michael Gollasch und Dell nicht zum Einschuss nutzen. Auf der Gegenseite vergab Malte Hehlert gleich dreimal (50., 53., 58.), beim letzten Versuch aus zwei Metern vor der Torlinie. Die Rot-Weißen konnten ihr Engagement nicht in klare Chancen ummünzen, bis zur 88. Minute, als Hendrik Nickel in der Luft durch eine erneute Unsicherheit von Dell dicht an der Führung war, den Ball jedoch nicht im RTSV-Tor unterbringen konnte. Den möglichen Siegtreffer vor Augen waren die Wohlder einmal unkonzentriert und kassierten das Gegentor durch Andre Sümnick in der Schlussminute.
Rendsburgs Trainerduo zeigte sich natürlich zufrieden mit dem späten Sieg. Lars Zeruhn war von einem "hoch verdienten Sieg" überzeugt, während sein Partner Hakan Yalcinkaya einräumt: "So berauschend war das nicht von uns." GSC-Coach Stefan Mackeprang schließlich sah überhaupt nichts hoch verdientes in der Niederlage: "Das haben die nicht verdient - und das haben wir nicht verdient. Wir haben aufopferungsvoll gekämpft und uns am Ende selbst um den Lohn gebracht."
Gettorfer SC: Weidner - Moryl, J. Zimmer, Gogolok, L. Gravert - Empen (62. Nickel), Rathje, Degenhardt, Arndt - T. Gravert (85. Hluscik), Schössler (85. Hansen)
Rendsburger TSV: Dell - Gollasch, Zeruhn, M. Sümnick, Ahrends - Witt, Hasler, Kerlin, Jöhnk (62. Atamtürker) - A. Sümnick, Hehlert (64. Bannow)
Schiedsrichter: Wichmann (OTSV)
Zuschauer: 120
Tore: 0:1 A. Sümnick (90.)
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