ECKERNFÖRDER ZEITUNG

 

Desolat: GSC verliert nach 2:0-Führung noch 3:4

28. November 2011 | Von Jorck Tietjens

Harte Nuss: Tobias Vossgerau (re.) entwischt hier Kronshagens Yannik Schruhl, der sich in dieser Szene als hartnäckiger Zweikämpfer erweist. Foto: Tietjens

Gettorf. "80 Prozent Selbstvertrauen, 80 Prozent Stimmung und drei Punkte zerstört. Wir waren die klar bessere Mannschaft und haben uns dann - mit Anlauf - selbst geschlagen", resümiert GSC-Coach Stefan Mackeprang, nachdem seine Schützlinge die Fußball-Verbandsliga-Partie gegen den TSV Kronshagen gründlich vergeigt hatten. Den Wohldern reichten eine überlegen geführte erste Halbzeit, eine 2:0-Führung sowie 30 Minuten Überzahlspiel nicht, um den zweiten Heimsieg in Folge einzufahren. Am Ende stand ein blamables 3:4 (1:0) gegen die überglücklichen Kronshagener zu Buche. Kronshagens Trainer Tommi Schwantes formuliert es zurückhaltend erleichtert: "Wer ein Tor mehr schießt als der Gegner, hat nicht unverdient gewonnen."

Es sah lange nicht danach aus, dass die Gäste überhaupt treffen sollten. Nachdem Boy Bröckler die Hausherren in Führung gebracht hatte (15.), vergab Außenstürmer Christian Schössler noch vor der Pause das 2:0 (33.). Die einzige Gästechance ergab sich für Philipp Bahr (6.), der nach einem missglückten Abschlag von Pascal Wenzkus in Ballbesitz kam. Der Gettorfer Schlussmann erwischte nicht seinen besten Tag, konnte hier aber seinen Fehler noch selbst ausbügeln.

Eine nach Schwantes Worten "klare Kabinenansprache" sorgte für ein anderes Bild auf dem Rasen. Die Gäste gingen über den Kampf das Spiel neu an und schnürten die Hausherren in deren Hälfte ein. Gefährliche Situationen ergaben sich aber zunächst nicht, da die bis dahin aufmerksame und konsequente GSC-Defensive nichts zuließ. Vielmehr mussten die Kronshagener ab der 60. Minute mit zehn Mann auskommen, da Falko Wieczorek nach Foulspiel, lamentieren und erneutem Foul des Platzes verwiesen wurde. In der 69. Minute traf dann Tobias Vossgerau zur vermeintlichen Vorentscheidung. Doch was sich in der Folge im Zweiminutentakt ereignete, ließ die Farbe aus den Gesichtern des Gettorfer Anhanges weichen. 71. Minute: Yannik Schruhl verwandelt volley nach einer Flanke von Patrick Groß. 73. Minute: Vossgerau vergibt frei vor Kammholz. 75. Minute: Oliver Bahr schiebt unbedrängt zum 2:2 ein. Wenzkus, der bis dahin stets auf der Torlinie verharrt hatte, traute sich zwei weitere Minuten später aus seinem Kasten, faustete aber zu kurz, und wurde prompte von Groß mit einer Bogenlampe bezwungen. Die Rot-Weißen ließen die Schultern hängen - es hatte den Anschein, als sollten sie sich von diesem Schock nicht mehr erholen. Der unermüdlich kämpfende Schössler jedoch wurde von Felix Mund im Kronshagener Strafraum zu Fall gebracht (82.), was GSC-Kapitän Jan Zimmer per Strafstoß zum 3:3 ummünzte. Die wieder aufkeimende Hoffnung auf zumindest einen Punkt erlosch nur drei Minuten später durch den zweiten Treffer von Oliver Bahr, der einen Sololauf ungehindert abschließen durfte. Er hatte seinen Gegenspielern mit aller Abgeklärtheit letztlich jeglichen Schneid abgekauft.

Noch zwei Spiele hat der GSC bis zur Winterpause zu bestreiten. Das einzig Positive daran: Es geht nicht gegen direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Mackeprang zweifelt nach diesem Desaster: "Ich weiß nicht, ob ich das bei den Jungs noch wieder gerade biegen kann."

GSC: Wenzkus - Empen, N. Zimmer, Gravert, Moormann - Schäfer (81. Assenheimer), J. Zimmer - Bröckler, Hluscik, Schössler - Vossgerau.

Kronshagen: Kammholz - Bischoff (35. Groß), Schruhl, Mund, Pfeiffer - Wieczorek, Schäfer - P. Bahr, Hussain (89. Zeppelin), Wagner (62. Schmidt) - O. Bahr.

SR: Stotzem (TSV Hennstedt)

Zuschauer: 70

Tore: 1:0 Bröckler (15.), 2:0 Vossgerau (69.), 2:1 Schruhl (71.), 2:2 O. Bahr (75.), 2:3 Groß (77.), 3:3 J. Zimmer (FE, 82.), 3:4 O. Bahr (85.)

Gelb-Rote Karte: Schäfer (60., wiederholtes Foulspiel, TSVK)


 


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