LOKALER SPORT
Zarte Hoffnung auf ein gutes Ende
Hamburg. Nein, so richtig weit aus dem Fenster lehnen will sich verständlicherweise niemand beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. Zu katastrophal war der Saisonstart unter Ex-Trainer Michael Oenning, zu viele Rückschläge gab es auch im weiteren Saisonverlauf, der die Hanseaten inzwischen auf den zwölften Tabellenplatz der deutschen Eliteklasse geführt hat. "Wir sind noch nicht in der Lage, neue Ziele zu formulieren", sagte Mittelfeldspieler Marcell Jansen, während Trainer Thorsten Fink immer wieder betont, "dass unser Ziel ein gesicherter Mittelfeldplatz ist". Der HSV-Coach sagte vor der Auswärtspartie beim 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr/live Sky) aber auch: "Wenn am Ende keiner Siebter werden will, dann machen wir das eben."
Wie wichtig jener siebte Platz in der Endabrechnung sein könnte, ist spätestens nach den Viertelfinalspielen im DFB-Pokal allen Bundesligisten klar geworden. Hintergrund: Mit Borussia Dortmund (Tabellen-1.), Bayern München (2.) und Borussia Mönchengladbach (4.) qualifizierten sich drei Topclubs für das Pokalhalbfinale. Behaupten sich Dortmund, München und Gladbach in der Liga erwartungsgemäß in den Top Vier, wären sie für die Champions League qualifiziert - und erreichen dann noch zwei dieser drei Vereine das DFB-Pokalendspiel, würde der Bundesliga-Tabellensiebte in die Europa League einziehen. Ein durchaus realistisches Szenario. Und ein bisschen neue Hoffnung auf ein Happyend für den HSV.
Sieben Zähler trennen die Hanseaten vom Tabellensiebten Hannover 96 - ein Rückstand, der möglichst schon an diesem Wochenende verringert werden soll. "Ich will von meiner Mannschaft die Leidenschaft, die Konzentration und die Defensivarbeit sehen, die sie in den letzten beiden Spielen gezeigt hat", sagte Fink und prognostizierte: "Wenn wir so auftreten wie gegen Hertha und den FC Bayern, dann gewinnen wir in Köln." Personell kann der 44-Jährige nahezu aus dem Vollen schöpfen, lediglich aufgrund der Gelb-Sperre von Tomas Rincon ist Fink auf einer Position zum Umbauen gezwungen. Um den freien Platz im defensiven Mittelfeld bewerben sich Gojko Kacar und Robert Tesche - wer den Vorzug erhält, will Fink von den Trainingsleistungen abhängig machen.
Dass Kölns Superstar und Topscorer Lukas Podolski (15 Tore, 5 Vorlagen) verletzungsbedingt fehlen wird, sieht Fink derweil nicht als entscheidenden Vorteil. "Wenn so ein Ausnahmespieler fehlt, legen die anderen oft noch eine Schippe drauf", erklärte der HSV-Coach, der mit seiner Mannschaft im Falle eines Sieges die "Geißböcke" in der Tabelle überholen würde. Ein erster Schritt in Richtung Platz sieben wäre somit getan. "Es wird aber schwierig, wir müssten ja auch noch ein paar andere Mannschaften hinter uns lassen", sagte Fink, um sich dann doch noch einmal - zumindest ein bisschen - aus dem Fenster zu lehnen: "Unmöglich ist es sicher nicht, wir sind punktemäßig nicht so weit weg von Platz sieben."
Die voraussichtliche Aufstellung des Hamburger SV: Drobny - Diekmeier, Westermann, Rajkovic, Aogo - Kacar (Tesche), Jarolim - Sala, Jansen - Guerrero, Petric





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