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Handball

07. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Handball-Bundesliga und Champions League : Zwei Spiele an einem Tag: SG Flensburg-Handewitt im Termin-Dilemma

vom
Aus der Onlineredaktion

Die SG soll fast zeitgleich in der Bundesliga Leipzig in der Hölle Nord empfangen – und in Dänemark in der Champions League Bjerringbro-Silkeborg schlagen.

Flensburg/Aarhus | Der Termin-Wahnsinn des internationalen Handballs nimmt immer neue und immer verrücktere Formen an. Der 2. Oktober könnte in diesem Zusammenhang zu einem historischen Tag im werden. Der Stand der Dinge ist so: Am Sonntag (02. Oktober) soll um 16.50 Uhr die SG Flensburg-Handewitt in Aarhus zur VELUX EHF Champions-League-Partie gegen Bjerringbro-Silkeborg in Dänemark antreten. Nur 25 Minuten später soll der Anpfiff des Bundesliga-Heimspiels gegen Leipzig erfolgen. Das Ligaspiel kann die SG aber nicht ein paar Tage nach vorne verlegen, da die Flens-Arena wegen einer Oktoberfest-Veranstaltung blockiert ist. Und auf den Termin in der Königsklasse beharren EHF und der dänische Kontrahent. Im Moment scheint es so, als ob die Flensburger am 2. Oktober zu einem identischen Zeitpunkt an zwei Orten spielen müssen. Müssen zwei Teams antreten? Vorsorglich hat der Bundesligist zahlreiche Spieler aus dem Junior-Team und der A-Jugend gemeldet. Die EHF hat nun eine Liste mit 37 (!) Akteuren für die neue Spielzeit vorliegen.

Diese Episode beweist, dass die Freude über die „Monster-Gruppe“ oder „Hammer-Staffel“ mit Mannschaften aus Paris, Kiel, Barcelona und Veszprem in Flensburg auch einen Beigeschmack hat. Der Kalender im europäischen Spitzenhandball hat längst eine Grenze überschritten. „Man misst sich immer gerne mit den Besten seines Sports“, sagt Kentin Mahé, einer der jüngeren Spieler: „In der Champions League fühlt sich nun jede Partie wie ein Halbfinale an. Die EHF will mit Spielen auf höchstem Niveau werben. Da kann ich das Pensum allerdings nicht nachvollziehen. Es gibt ja auch noch Bundesliga und Nationalmannschaft.“ Einer von Mahés älteren Mannschaftskollegen hat deshalb die Konsequenzen gezogen. Anders Eggert kehrt nach dieser Serie auch wegen der hohen Belastung in der Champions League nach Dänemark zurück.

Flensburgs Geschäftsführer Dierk Schmäschke kam schon bei der Auslosung im Sommer nicht mehr aus dem Staunen heraus. „Das ist noch einmal eine Steigerung im Vergleich zur letzten Saison, als wir schon in der stärksten Vorrunde aller Zeiten spielten“, sagte der SG-Boss. „Die Qualität der Gegner und die Bedeutung, die die Partien begleitet, versprechen eine ganz besondere Gruppenphase.“

Auch die Kontrahenten, die der Handball-Fan vielleicht nicht als erstes nennen würde, bergen interessante „Flensburger Geschichten“. Bjerringbro-Silkeborg etwa wurde gerade dänischer Meister – mit Michael Knudsen und Sören Rasmussen. Der Kreisläufer und der Torwart waren 2014 Teil des Wunders von Köln, als die SG die Champions League gewann. „Ich freue mich sehr auf das Wiedersehen mit Michael und Sören“, sagt Linkshänder Holger Glandorf.

Und Kevin Möller, der vor zwei Jahren als zweiter Keeper verpflichtet wurde, trifft mit Linksaußen Stefan Hundstrup und Kreisläufer Rasmus Jensen auf zwei Weggefährten aus gemeinsamen Zeiten bei GOG Gudme. „Es ist immer lustig, nach Dänemark zu kommen und vor dänischen Zuschauern zu spielen“, freut sich Möller.

Und Wisla Plock machte schon in der letzten Serie „Ljubos Jungs“ das Leben schwer, als sich die „Hölle Nord“ zum Heimsieg zitterte. Zudem gibt es  mit den Kadetten Schaffhausen  eine offene Rechnung: 2010 schied die SG im Halbfinale des EHF-Cups gegen die Schweizer aus. Außerdem heuerte dort Anfang des Jahres mit Lars Walther ein Trainer an, der einst das Junior-Team der SG betreute. „Die Schweizer wollen sich als Neuling in der Top-Gruppe sicherlich beweisen“, mutmaßt Glandorf und fasst zusammen: „Das wird eine Monster-Gruppe.“ Immerhin: Die Reisen sind etwas kürzer als im Vorjahr: Statt Istanbul, Zagreb und Celje stehen nun Silkeborg, Barcelona und Schaffhausen auf dem Fahrplan.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 13:40 Uhr

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