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Handball

11. Dezember 2016 | 05:17 Uhr

Weltmeisterschaft in Frankreich 2017 : Handball-WM: ARD und ZDF kämpfen um TV-Rechte - bisher vergeblich

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Öffentlich-Rechtlichen haben keine großen Chancen auf die TV-Rechte für die Weltmeisterschaft 2017 in Frankreich.

Den Handball-Fans droht auch bei der nächsten WM wieder ein Free-TV-Blackout. Die Spiele der deutschen Europameister in Frankreich werden im Januar kommenden Jahres wohl nicht im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen sein. Der Rechteinhaber beharrt auf technischen Einschränkungen. Diese hatten bereits bei der WM 2015 in Katar dazu geführt, dass Free-TV-Sender chancenlos waren und der Pay-TV-Anbieter Sky für seine Kunden einen Coup landete.

Wie lukrativ Handball für Medienunternehmen ist, hatte zuletzt die EM verdeutlicht. Der Erfolg der deutschen Auswahl im Finale gegen Spanien bescherte der ARD mit 12,98 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 42,0 Prozent absolute Topwerte. Bei Weltmeisterschaften sind die Quoten erfahrungsgemäß noch höher. Das Finale bei der Heim-WM 2007 zwischen Deutschland und Polen sahen rund 16 Millionen Menschen. Solche Werte gibt es sonst nur bei Live-Übertragungen der Fußball-Nationalelf.

Seit mehreren Monaten bemühen sich ARD und ZDF um Verhandlungen – bisher vergeblich. Der Rechteinhaber BeIN Sports zeigt sich offensichtlich so stur wie vor der WM im Wüstenstaat. „Es gibt leider keine Fortschritte“, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky zu den Bemühungen der Sender. „Wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass es noch klappt, kann ich nicht in Prozent ausdrücken.“ Sie tendiert wohl gegen Null – wenn es nicht noch eine große Überraschung gibt. Die Sender haben „mehrfach schriftlich und in Gesprächen Interesse an einer Live-Berichterstattung von der Handball WM 2017 beim Rechtehalter hinterlegt“, sagte ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz. Auf ein Schreiben von Ende Juli haben sie „keine Rückmeldung mehr erhalten“.

Keine rosigen Aussichten also für die Handball-Nation. Auch Dierk Schmäschke, Geschäftsführer des Bundesliga-Tabellenführers SG Flensburg-Handewitt, ist alles andere als begeistert: „Es wäre sehr enttäuschend für alle Handball-Fans, wenn das so kommen würde. Ich hoffe, dass das noch nicht endgültig und doch noch irgendwo eine Tür offen ist“, sagte der SG-Manager, der um die Strahlkraft seiner Sportart weiß. Gerade die EM mit dem Erfolg der DHB-Auswahl habe gezeigt, „was Handball und speziell die Nationalmannschaft auslösen kann, wenn solche Turniere im frei empfangbaren Fernsehen gezeigt werden“, erklärte Schmäschke und fügte hinzu: „Es wäre schön, wenn der Rechteinhaber so viel Flexibilität besitzt, dass er die WM einem der größten Handballmärkte der Welt auch zugänglich macht.“

Doch danach sieht es derzeit nicht aus. BeIN Sports besteht nach ARD/ZDF-Angaben darauf, dass die TV-Signale der WM für Satelliten-Kunden verschlüsselt werden. ARD und ZDF müssten rund 18 Millionen Haushalte ausschließen, die via Satellit ihre Programme empfangen. Das betreffe alle „frei empfangbaren deutschen Fernsehsender“, erklärte Gruschwitz. Vom Rechteinhaber gab es keine Stellungnahme.

Profiteur könnte wieder Sky sein, der zumindest schon mit dem Rechteinhaber gesprochen hat. Der Pay-TV-Anbieter war bereits 2015 kurzfristig eingesprungen und hatte die Handballfans unter seinen Abonnenten glücklich gemacht. „Interessante Sportrechte sehen wir uns immer an“, sagte Sky-Sprecher Ralph Fürther. „Ob die Handball-Weltmeisterschaft bei Sky läuft, kann ich aktuell nicht sagen.“ Mögliche Interessenten wären auch Streaming-Anbieter wie die Perform-Gruppe, die unter anderem das zahlungspflichtige Online-Portal „DAZN“ betreibt.

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erstellt am 19.Okt.2016 | 12:35 Uhr

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