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Sport

27. September 2016 | 19:14 Uhr

Doping-Verdacht : Hackerangriff auf WADA: Fünf deutsche Athleten betroffen

vom

Russische Hacker haben die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angegriffen und vertrauliche Daten über Athleten veröffentlicht. Unter ihnen sind neben amerikanischen Topathleten auch fünf deutsche Sportler.

Eine russische Hacker-Gruppe hat die Datenbank der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) angegriffen. Das gab die WADA auf ihrer Website bekannt. Offenbar sind die Hacker in eine Datenbank eingedrungen und haben die Accounts von mehreren Athleten durchsucht – unter anderem von Diskusstar Robert Harting und Speerwerferin Christina Obergföll. Auch die deutschen Schwimmer Christian vom Lehn, Christian Reichert und Franziska Hentke sind betroffen.

Die Hacker-Gruppe, die sich „Fancy Bears“ nennt, stellte dabei mehrere medizinische Ausnahmegenehmigungen für Mittel der Athleten ins Internet. Sportler dürfen mitunter Medikamente einnehmen, die auf der Dopingliste stehen, müssen dafür aber eine medizinische Ausnahmegenehmigung vorweisen. Im Falle Robert Hartings handelt es sich dabei um die Substanz Dexamethason – ein Cortisonpräparat, dass unter anderem bei akut schmerzhaften und entzündungsähnlichen Zuständen der Gelenke zum Einsatz kommt.

Vertrauliche Informationen von 25 Sportlern aus acht Nationen seien durch die Hacker publik gemacht worden, erklärte die WADA. Insgesamt seien 29 Sportler von den Veröffentlichungen betroffen, sagte WADA-Generaldirektor Olivier Niggli.

Weitere prominente Sportler im Fokus

Bereits am Dienstag bestätigte die WADA die Veröffentlichung der Daten von US-amerikanischen Athleten, darunter die der Tennisspielerinnen Venus und Serena Williams sowie der Turnerin Simone Biles und Basketball-Olympiasiegerin Elena Delle Donne.

Unmittelbar nach Bekanntwerden des Hackerangriffs haben die US-Topathletinnen jeglichen Doping-Verdacht zurückgewiesen. Turn-Olympiasiegerin Biles schrieb bei Twitter, dass sie „immer die Regeln befolgt habe“. Sie habe eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und nehme dafür Medikamente. Dies sei „nichts, für das man sich schämen muss“, teilte die 19 Jahre alte Fahnenträgerin des amerikanischen Olympia-Teams bei der Abschlusszeremonie der Spiele in Rio mit.

 

Venus Williams sagte, sie sei enttäuscht, dass medizinische Daten von ihr ohne Erlaubnis veröffentlicht worden seien. Sie habe sich beim Beantragen und Erhalten von „therapeutischen Ausnahmen“ an alle Vorschriften gehalten. Der Internationale Tennisverband ITF betonte, alle Ausnahmegenehmigungen hätten medizinische Gründe. Bei der einstigen Weltranglisten-Ersten war vor einigen Jahren eine Autoimmunerkrankung diagnostiziert worden.

Weitere Dokumente wurden außerdem zu den britischen Radsportlern Bradley Wiggins und Tour-de-France-Sieger Chris Froome veröffentlicht.

Das Internationale Olympische Komitee verurteilte das Vorgehen der Gruppierung, mit solchen Methoden werde der Ruf von sauberen Athleten befleckt. „Das IOC kann bestätigen, dass die Athleten bei den Olympischen Spielen kein Dopingvergehen begangen haben.“

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erstellt am 15.Sep.2016 | 11:23 Uhr

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