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Fussball

09. Dezember 2016 | 08:54 Uhr

Rekord-Torschütze : Wechsel auf die Trainerbank: Miroslav Klose beendet Fußball-Karriere

vom

Profi-Fußball will er nicht mehr spielen – der ehemalige Weltklassestürmer wird Azubi bei Joachim Löw.

Frankfurt/Main | Miroslav Klose wird Lehrling und Lehrmeister zugleich. 28 Monate nach dem WM-Triumph von Rio hat der deutsche Rekordtorschütze seine Karriere als Spieler beendet und kehrt als Praktikant zur Fußball-Nationalmannschaft zurück. Im Stab von Chefcoach Joachim Löw soll der 38-Jährige schon bei den Länderspielen in San Marino am 11. November und vier Tage später in seiner alten Wahlheimat Italien erste Erfahrungen für eine nun angestrebte Trainerkarriere sammeln und seinen jungen Nachfolgern das Toreschießen beibringen.

Klose hatte nach dem WM-Triumph 2014 in Rio nach einem knappen Monat Bedenkzeit seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Mit 71 Toren in 137 Länderspielen ist er DFB-Rekordtorschütze. Seine 16 Treffer sind zudem WM-Bestmarke. Bei seinem Club Lazio Rom hatte der 38-Jährige bis zu diesem Sommer noch gespielt.

„In der Nationalmannschaft habe ich meine größten Erfolge gefeiert, diese Zeit war wunderschön und bleibt unvergessen. Daher kehre ich gerne zum DFB zurück. In den vergangenen Monaten ist in mir der Gedanke gereift, auf dem Platz bleiben zu wollen, dabei aber eine neue Perspektive einzunehmen, nämlich die eines Trainers“, sagte Klose am Dienstag nach der Bestätigung der Personalie durch den Deutschen Fußball-Bund.

Die Azubi-Stelle für den „ewigen Miro“ ergibt Sinn. Zuletzt wurde ein Goalgetter von seinem Format schmerzlich vermisst und die Stürmerflaute zum Krisenthema bei der EM in diesem Sommer in Frankreich. „Der Schnitt liegt jetzt bei sieben oder acht Torchancen, die wir brauchen“, hatte Löw schon nach der mühevollen Qualifikation bemängelt. Nun soll Klose seine Erfahrungen auch als Trainerlehrling gleich auf höchstem Level wieder einbringen.

„Ich bin sicher, dass wir Trainer genauso wie die Spieler sehr von seiner Anwesenheit und Mitwirkung profitieren werden. Er wird nicht nur mit uns gemeinsam auf dem Trainingsplatz stehen, sondern beispielsweise seine Sicht auch in der Gegnervorbereitung, der Spiel- und Videoanalyse einbringen. Wir freuen uns auf Miro“, sagte Löw.

Dass Löw seinem früheren Lieblingsangreifer nun die Chance zum Einstieg in den Trainerjob gibt, ist logisch. Die große Wertschätzung betonte er am Dienstag nochmals: „Auf Miro war und ist immer Verlass, daher freue ich mich sehr, dass er jetzt erst mal zu unserem Team gehört. Er ist ein Vorbild als Mensch und Sportler, der dem Team und dem Erfolg alles unterordnet. Mit seinem Blick und seiner Erfahrung kann ich ihn mir künftig sehr gut als Trainer vorstellen, auf seinem Weg dahin möchten wir ihn im DFB gerne unterstützen“, sagte Löw.

Klose soll „ein individuelles Ausbildungs- und Traineeprogramm absolvieren mit dem klaren Ziel, die Trainerlaufbahn einzuschlagen“, teilte der DFB mit. Die notwendige A-Lizenz soll „Grande Miro“ parallel zu seinen Einsätzen bei der Nationalmannschaft und den Juniorenteams erwerben.

Sinnvoll erscheint eine Spezialisierung auf die Ausbildung der Stürmer. In Marcus Sorg hatte Löw in der Vorsaison einen weiteren Assistenten neben Thomas Schneider installiert, um spezifischer mit bestimmten Mannschaftsteilen arbeiten zu können. Andreas Köpke ist als Torwarttrainer seit Jahren Bestandteil der sportlichen Leitung.

Kloses Schnupperzeit geht zumindest bis zum Confederations Cup im kommenden Sommer in Russland gehen, bei dem Löw gezielt junge Akteure turniertauglich machen will. Zuvor stehen auch noch die Länderspiele im März gegen England und in Aserbaidschan an.

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erstellt am 01.Nov.2016 | 12:53 Uhr

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