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Fussball

11. Dezember 2016 | 09:10 Uhr

Kolumne : Sprach-Losigkeit, Geld-Anlage, Nacht-Aktion

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Unzufriedenheit: Kaum hatte die Bundesliga Saisonstart, da musste sie auch schon wieder die erste Kunstpause einlegen. Länderspielpause. Dem HSV mag dies nach dem enttäuschenden Auftaktremis gegen den FC Ingolstadt ganz recht gewesen sein. Eine Blamage wie das 2:2 im Test beim Fünftliga-Aufsteiger Strand 08 hatte man jedoch auch ohne die sieben auf Reisen gegangenen Nationalspieler nicht für möglich gehalten. Einem Fünftligisten, der drei Tage danach sein Pflichtspiel gegen den TSB Flensburg mit 0:3 verlor, muss auch die B-Auswahl eines Bundesligisten zeigen, wie Fußball gespielt wird. Nach dem Schlusspfiff hatte es Trainer Bruno Labbadia derart die Sprache verschlagen, dass er die angesetzte Pressekonferenz absagen ließ und in den Mannschaftsbus stieg. Ein unhöflicher Akt gegenüber dem zahlenden Gastgeber.

Nach diesem Fauxpas richten sich alle Augen auf Neuzugang Douglas Santos, den brasilianischen Abwehrspieler aus der U23-Mannschaft, die in Rio Gold holte. Bleibt die Hoffnung, dass Santos einen besseren Eindruck hinterlässt als sein Landsmann Cleber, der den HSV keinen Zentimeter vorangebracht hat und jederzeit durch einen Drittligaspieler ersetzt werden könnte.

Am Sonnabend gewann der HSV sein Testspiel beim Berliner Viertligisten BFC Dynamo mit 4:0. Bis zur Pause (0:0) sah es nach einer Wiederholung der Ereignisse vom Timmendorfer Strand aus, dann aber verhinderten die Profis die nächste Blamage.

Guter Zinssatz: Der HSV tummelt sich auch auf dem Finanzmarkt. Zum zweiten Mal innerhalb von vier Jahren soll mit Hilfe von privaten Anlegern frisches Geld eingesammelt werden. Es geht um eine zehn Jahre laufende und mit fünf Prozent verzinste Stadionanleihe. Donnerwetter, fünf Prozent! Da kann keine Bank mithalten. Das Angebot richtet sich an vermögende Fans, erzielt werden sollen 40 Millionen Euro. Angeblich soll das Geld an den Unternehmer Klaus-Michael Kühne gehen. Der Milliardär hatte dafür gesorgt, dass die Bankschulden für den Bau des Volksparkstadions abgelöst werden konnten. In der Sommerpause stellte der 79-Jährige darüber hinaus mehr als 30 Millionen Euro für neue Spieler zur Verfügung.

Bereits 2012 wurde eine Anleihe platziert, die 17,5 Millionen Euro einbrachte – bei einer sechsprozentigen Verzinsung und einer Laufzeit bis 2019. Dieses Geld sollte in den Bau des Nachwuchsleistungszentrums fließen, wurde aber für Transfers verwendet. Ein Vorgang, der dem damaligen Clubvorstand um Carl-Edgar Jarchow eine Anzeige wegen Zweckentfremdung der Gelder einbrachte. Wie auch immer: Mit der Geldbeschaffung kennt sich der HSV bestens aus.

Aufregung beim DFB: Nervosität in der Frankfurter Verbandszentrale. Die Offensive der Schweizer Staatsanwaltschaft, doch noch gegen Franz Beckenbauer und Co. zu ermitteln, kam überraschend. Man war sich beim DFB ziemlich sicher, dass der Fall erledigt sei. In Deutschland vielleicht, aber eben nicht in der Schweiz.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 08:44 Uhr

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