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Fussball

10. Dezember 2016 | 08:02 Uhr

Neues Vier-Säulen-Modell : So verteilt die DFL künftig ihre Fernsehgelder

vom

Die Fernsehgelder sollen nach einem neuen Vier-Säulen-Modell verteilt werden. Lange Ligazugehörigkeit wird belohnt.

Frankfurt/Main | Vereine, die schon lange zur Fußball-Bundesliga gehören und häufig junge Spieler einsetzen, erhalten künftig einen höheren Anteil an den milliardenschweren TV-Geldern. Die Deutsche Fußball Liga gab am Donnerstag in Frankfurt am Main bekannt, dass die nationalen Fernseheinnahmen künftig nach vier statt bislang zwei unterschiedlichen Kriterien verteilt werden.

Von den neuen Regelungen profitieren die Traditionsclubs in der Fußball-Bundesliga. Ein Bündnis vom FC Köln, dem HSV, Eintracht Frankfurt, Werder Bremen, VfB Stuttgart und Hertha BSC hatte als „Team Marktwert“ gefordert, dass das bisherige Modell der Aufteilung der TV-Erlöse auf neue Füße gestellt wird. Dabei ging es allerdings um den „tatsächlichen Markenwert“ eines Vereins, der die Fanbasis stärker berücksichtigen sollte.

Wie ein Verein in den vorangegangenen fünf Jahren sportlich abgeschnitten hat, bleibt nach wie vor der stärkste Faktor und macht in Zukunft 70 Prozent bei der Ausschüttung der Fernsehgelder aus. Weitere 23 Prozent der Gelder werden über eine weitere, gewichtete Fünfjahreswertung auf der Basis einer 36er Rangliste verteilt.

Hinzu kommen ab der Saison 2017/18 aber noch das Kriterium „Sportliche Nachhaltigkeit“ (5 Prozent), bei dem die Bundesliga-Zugehörigkeit in einer 20-Jahres-Wertung belohnt wird, sowie eine Säule „Nachwuchsförderung“ (2 Prozent), die den Einsatz von Spielern unter 23 Jahren berücksichtigt.

Die DFL hatte bereits im Juni den bislang werthaltigsten Fernsehvertrag der Bundesliga-Geschichte abgeschlossen. Danach erhalten die deutschen Proficlubs ab der Saison 2017/18 für die Laufzeit von vier Jahren insgesamt 4,64 Milliarden Euro für den Verkauf ihrer nationalen Medienrechte.

Das neue Vier-Säulen-Modell:

Säule 1 („Bestand“)

Umfasst 70 Prozent der nationalen Einnahmen und wird nach dem bekannten Schlüssel verteilt. Die Rangfolge ergibt sich aus einer Fünf-Jahres-Wertung, die beginnend mit der zuletzt abgelaufenen Saison im Verhältnis 5:4:3:2:1 berechnet wird. Der beste Verein in der Bundesliga erhält 5,8 Prozent der Erlöse, der Letzte 2,9 Prozent. In der 2. Bundesliga entfallen 1,69 Prozent auf den Primus und 0,75 Prozent auf das Schlusslicht.

Säule 2 („Sportliche Nachhaltigkeit“)

Umfasst fünf Prozent der Einnahmen. Die Tabelle in dieser Kategorie wird auf Grundlage des Abschneidens in den vergangenen 20 Jahren errechnet, dabei wird jede Saison gleich gewichtet.

Säule 3 („Nachwuchs“)

Darin wird die Entwicklung von Talenten honoriert. Die Verteilung der zwei Prozent vom Gesamtkuchen erfolgt proportional zu den Einsatzminuten, die in Deutschland ausgebildete U23-Spieler in der aktuellen Saison absolvieren. Ausländische Spieler müssen vor Vollendung des 18. Lebensjahres bei einem im Bereich des DFB befindlichen Club registriert sein.

Säule 4 („Wettbewerb“)

Darin befinden sich 23 Prozent der Medienerlöse. Die Bewertung erfolgt wie in Säule 1 auf Grundlage einer gewichteten Fünf-Jahres-Wertung (5:4:3:2:1) - allerdings ohne Trennung beider Bundesligen auf Basis einer 36er Rangliste. Das kommt vor allem den Zweitligisten zugute. Zudem kommen im Vergleich zur Säule 1 andere Prozentsätze je Tabellenplatz zum Tragen. Und: Die ersten Sechs erhalten den selben Betrag.

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 24.Nov.2016 | 16:38 Uhr

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