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Nationalmannschaft

06. Dezember 2016 | 09:20 Uhr

«Schwimmt auf einer Welle» : Lobeshymnen auf Musterschüler Kimmich

vom

Joshua Kimmich ist schon ein Streber. Sein Abitur bestand er mit einem Notenschnitt von 1,7. Und auch seine Fußball-Karriere führt steil nach oben. Der «kleine Lahm» mit dem Torjäger-Gen verblüfft.

Beim Fotoshooting der Fußball-Nationalspieler im Hamburger Teamhotel lächelte Joshua Kimmich nach dem Schminken sehr professionell in die Kameras. Model kann der 21 Jahre alte Jungstar des FC Bayern also auch. Aktuell macht Kimmich auf allen Bühnen eine gute Figur.

In bemerkenswertem Tempo hat der Defensivspieler mit dem Torjäger-Gen auch eine feste Rolle im Weltmeisterteam eingenommen, wie Joachim Löw vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am Samstag in Hamburg offiziell bestätigte. «Er hat sich auf der rechten Verteidigerposition festgespielt», verkündete der Bundestrainer.

Seit dem dritten Gruppenspiel bei der Europameisterschaft in Frankreich ist der Münchner Jungstar der Akteur, der rechts in der Abwehrkette die neue Konstante nach Philipp Lahm werden könnte. Und vor den aktuellen Länderspielen ist Kimmich im DFB-Team sogar zum Vorbild für die vermisste Effizienz im Torabschluss geworden.

«Im Moment springen mir die Bälle vor die Füße», bemerkte er zu seinem aktuellen Lauf als Torjäger. Diesen hatte er zuletzt beim mageren 1:1 der Bayern gegen den 1. FC Köln fortgesetzt.

Drei Bundesligatore, eines in der Champions League und sein Premierentreffer im DFB-Trikot beim 3:0 Anfang September in Oslo gegen Norwegen stehen für den siebenmaligen Nationalspieler in dieser Saison bereits zu Buche. «Es werden auch wieder andere Tage und Wochen kommen», bemerkte Kimmich bescheiden zu seiner Topquote.

Das Schwärmen überlässt er anderen. «Jo ist ein großartiger Junge, ein toller Spieler, der aktuell auf einer Welle schwimmt», lobte Sami Khedira. Der Weltmeister erhob Kimmich zum Vorbild für alle jungen Akteure. «Er sieht den Beruf an erster Stelle.» Auch Löw lobt Kimmichs Fleiß, seinen Willen zum ständigen Lernen. «Die Aufgaben, die wir ihm stellen, bewältigt er sehr gut.»

Kapitän Manuel Neuer erlebt den Kollegen sowohl im Münchner Alltag als auch bei DFB-Lehrgängen. «Er hat sich in den letzten Jahren sehr weiterentwickelt, dabei viele Positionen gespielt und das gut gemacht», sagte der Torhüter. Auch er staunt. «Man kann nur den Hut vor ihm ziehen, auch wie nüchtern er das alles angenommen hat.»

Kimmich ist der neue deutsche Musterschüler. Schon als Gymnasiast war er strebsam, sein Abitur bestand er mit einem Notenschnitt von 1,7. Als Fußballer spielte er noch vor anderthalb Jahren in der 2. Liga für RB Leipzig. Dorthin war er ausgeliehen vom VfB Stuttgart, an den der FC Bayern im Sommer 2015 eine Ablösesumme 8,5 Millionen Euro überwies. Ein Schnäppchenpreis aus heutiger Sicht. «Joshua ist ein sehr engagierter Spieler. Er will seinen Weg machen, und er wird seinen Weg machen bei uns», sagt Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge.

Schon nach den ersten EM-Spielen wurde Kimmich als «kleiner Lahm» tituliert. «Es hat immer geheißen: Brauchen wir noch einen rechten Verteidiger neben Philipp Lahm und Rafinha? Wie man bei der EM gesehen hat, haben wir schon einen», bemerkte Rummenigge während der USA-Reise des FC Bayern in der Saisonvorbereitung.

Im Nationaltrikot spielt Kimmich rechts hinten, im Verein kommt er hauptsächlich im Mittelfeld zum Einsatz. Ex-Coach Pep Guardiola setzte den nur 176 Zentimeter großen Profi in der vergangenen Saison zeitweise sogar als Innenverteidiger ein. Kimmich macht, was ihm aufgetragen wird. «Wer für Deutschland spielen und da auf dem Platz stehen darf, soll sich einfach nur freuen. So ist es auch bei mir. Es ist völlig egal, wo ich spiele. Hauptsache, ich darf auf dem Platz stehen.» Das gefällt ihm auch noch deutlich besser als Fotomodel.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 14:43 Uhr

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