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Schwere Verletzung vor Vertragsende : Neues vom HSV: Das Schicksal von René Adlers Rippen

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Aus der Onlineredaktion

Es gibt Anzeichen, dass René Adler nie mehr für den HSV spielen wird. Die Rippen haben dem Torwart schon viel verhagelt.

Hamburg | Die Rippen sind die Achillesferse des Hamburger Torhüters René Adler. Der Ex-Nationalspieler hat sich erneut eine Fraktur seiner Rumpfknochen zugezogen, wie ein MRT am Freitagabend ergab. Der gebürtige Leipziger hatte zuvor trotz der glatt durchgebrochenen Rippe aus dem Spiel im Dortmund mittrainert. Man hatte bei ihm per Röntgenbild lediglich eine Prellung des Brustkorbs diagnostiziert. Beim Abschlusstraining für das Hoffenheim-Spiel unter Vollbelastung bekam er jedoch starke Schmerzen, die zum MRT führten. Nun könnte es darauf hinauslaufen, dass Adlers Rippen wieder ein dramaturgisches Schicksal spielen.

Denn der im Sommer vertragslose Keeper wird durch die Verletzung möglicherweise nie mehr für HSV auflaufen. Die Vertragsgespräche liegen beim HSV mit dem Besserverdienenden aus der Arnesen-Ära aktuell auf Eis. Angeblich erwägt Bayern München, den 32-Jährigen ablösefrei als Ersatzmann für seinen früheren DFB-Kontrahenten Manuel Neuer zu verpflichten. Ein Abgang erscheint wahrscheinlich. Und immer wieder ist es eine Rippe, an der Adlers Karrierepläne zerbarsten.

Schon 2006 zog sich der damals 21-Jährige im Training einen Haarriss in der Rippe zu. Um die Rippenknochen, die sich bei Adler schon in dessen Jugendzeit als Schwachstelle gemeldet hatten, für die zukünftige Laufbahn zu stählen, setzte man ihm eine Titanplatte ein. Der frisch gebackene Profi fiel neun Monate aus und bangte in dieser Zeit sogar um die Karriere. Direkt nach seiner Genesung vermochte der körperlich erstärkte Leipziger sich einen Stammplatz bei Bayer 04 Leverkusen zu erkämpfen.

Die nächste Verletzung an der Rippe hatte für Adlers Karriereverlauf allerdings einen deutlich längeren Bremsweg. 2010 kostete ihn ein Rippenbruch (auch hier im Frühling) sogar die Teilnahme an der Fußball-WM. Zu dem Zeitpunkt der Verletzung hatte er beste Aussichten, das Turnier als Nummer 1 zu bestreiten. Durch diese Verletzung lief Manuel Neuer ihm quasi kampflos den Rang in der Nationalmannschaft ab und gab ihn nie mehr wieder her. Zwar gelang Adler drei Jahre später noch einmal die Rückkehr in DFB-Elf, doch seinen früheren Status konnte er nie mehr wiederherstellen. Auch verlor er im Kontext seiner sich fortsetzenden Verletzungsanfälligkeit seinen Stammplatz bei Bayer Leverkusen an Bernd Leno, weshalb er anschließend zum HSV wechselte.

Es gibt im Hinblick auf ein Saison-Finale mit oder ohne Adler allerdings auch Fälle, wo Spieler bei Frakturen am Brustkorb per Carbon-Panzer und starken Schmerzmitteln „spielfit“ gemacht wurden. Ob Trainer Markus Gisdol angesichts der ohnehin nicht sattelfesten Position der Nummer 15 als Stammtorhüter vor Christian Mathenia dieses Risiko eingehen wird, kann als unwahrscheinlich gelten.

Eine erste Heilung kann vom medizinischen Standpunkt aber durchaus – unter ständigen Schmerzen – innerhalb von drei Wochen über die Bühne gehen. Es bildet sich ein so genannter weicher Kallus, der allerdings eine geringere Belastbarkeit verweist. Gerade bei Adlers Rippen-Geschichten ist hier womöglich von vorschnellen Entscheidungen abzuraten. Ein Abschiedsspiel am 34. Spieltag daheim gegen Wolfsburg erscheint nach jetzigem Stand aber nicht unmöglich.

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erstellt am 10.Apr.2017 | 11:17 Uhr

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