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Fussball

11. Dezember 2016 | 03:26 Uhr

Neuer HSV-Trainer Markus Gisdol : Hans Sarpei zum Trainerwechsel: „Labbadia war ein Kühne-Opfer“

vom

Der Nächste bitte: Bruno Labbadias Tage beim HSV sind gezählt - und kurz nach der Entlassung stand schon der Nachfolger bereit. Das Verhalten des Vereins kommt gar nicht gut an. shz.de mit Reaktionen.

Hamburg | Die Spatzen pfiffen es bereits länger von den Hamburger Dächern: Seit Sonntag ist es offiziell: Der Hamburger Sportverein hat nach einem verpatzen Saisonauftakt mit nur einem Punkt nach fünf Spieltagen Trainer Bruno Labbadia beurlaubt - und auch gleich mit Markus Gisdol einen Nachfolger präsentiert. Der ehemalige Hoffenheim-Coach wird am Montag vorgestellt.

In den sozialen Netzwerken können viele User das Verhalten des HSV nicht nachvollziehen. Sie sehen Labbadia als ein Bauernopfer an und sehen die Schuldigen für die Misere einige Etagen höher. Allen voran der Ex-Spieler Hans Sarpei:

 

Kritisiert wird die Art und Weise, in der Labbadia entlassen wurde. Erst noch gefeiert...

und dann nach einer guten Leistung gegen Bayern München die Entlassung.

Der Hamburger SV ist ein Dauerpatient. Das einzige noch nie abgestiegene Gründungsmitglied der Fußball-Bundesliga war einst ein Vorzeige-Verein. Er war Europapokalsieger der Landesmeister (1983) und der Pokalsieger (1977) und gehörte zu Europas Bel Etage. Lange ist es her. Derzeit reicht es gerade zu einem Platz zwischen Relegation und maximal Platz zehn. Daher sind HSV-Fans ja bekanntlich einiges gewöhnt und ziemlich leidensfähig, deswegen nehmen es einige einfach mit Humor.

Viel Arbeit wartet auf den neuen Trainer Markus Gisdol, der am Montag in Hamburg vorgestellt und dann seine erste Einheit leiten wird. Folgende Probleme erwarten ihn:

Spielkonzept

Die Hamburger haben seit Monaten keinen Plan für die Offensive. Vorne läuft kaum etwas zusammen. Das schlechteste Bundesliga-Team 2016 mit nur fünf Siegen aus 22 Spielen (20 Punkte) hat kaum Torchancen. Gerade mal acht Tormöglichkeiten in den bisherigen fünf Saisonspielen sind ein Armutszeugnis. Dabei haben die Hamburger gerade ihre Offensive mit Bobby Wood, Filip Kostic, Alen Halilovic und Luca Waldschmidt verstärkt. Chef Dietmar Beiersdorfer hofft beim neuen Trainer auf ein wirksames Konzept.

Kontinuität

Beim HSV purzeln die Trainer aus ihren Jobs wie derzeit die Kastanien von den Bäumen. 20 Trainer in 19 Jahren sind rekordverdächtig. Egal wer das Kommando hatte, einen dauerhaften Aufschwung gab es nicht. Beiersdorfer war 2014 mit dem Versprechen angetreten, Kontinuität einziehen zu lassen. Auch er konnte die Gesetzmäßigkeiten des Fußballs nicht aushebeln: Drei Cheftrainer und ein Interimscoach mussten gehen, der fünfte Fußballlehrer wird demnächst vorgestellt.

Machtverhältnisse

Laut Satzung gibt Clubchef Beiersdorfer den Ton an. In Anteilseigner Klaus-Michael Kühne hat er einen Mann an der Seite, auf dessen Millionen der HSV angewiesen ist und dessen Einlassungen der Verein fürchtet. Kühne, der den Fans großzügig den Namen Volksparkstadion für 16 Millionen Euro schenkte, hat in diesem Sommer 30 Millionen Euro für Transfers bereitgestellt. Rückzahlung nur bei Erreichen der Europa League. Ob ein Spielertransfer ratsam ist, lässt er sich von Spielerberater Volker Struth erklären. «Wir sind selbstbestimmt», sagt Beiersdorfer dennoch. Aber Kühne sitzt im HSV-Machtzentrum: Sein Generalbevollmächtigter Karl Gernandt ist Aufsichtsratsvorsitzender.

Innenverteidigung

In Emir Spahic, Johan Djourou und Cléber Reis stehen lediglich drei Innenverteidiger zur Verfügung. Egal, wer spielt, alle drei leisten sich regelmäßig Blackouts. Eigentlich wollte Trainer Labbadia einen weiteren Mann für das Abwehrzentrum und defensive Mittelfeld haben. Stattdessen holte Beiersdorfer einen Außenverteidiger aus Brasilien.

 

Unterstützung für den neuen Trainer und eine Aufbruchstimmung macht sich nicht so wirklich breit.

 
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erstellt am 26.Sep.2016 | 07:51 Uhr

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