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Fußball EM 2016

10. Dezember 2016 | 13:49 Uhr

Fußball : «Le Président»: Griezmann auf den Spuren von Platini

vom

Er ist das Gesicht der Équipe tricolore, sein Name steht für die neue Erfolgsgeneration des französischen Fußballs. Antoine Griezmann fehlt nur noch ein Sieg, um sich endgültig in der Riege der ganz Großen neben Michel Platini und Zinedine Zidane einzureihen.

Er wird ziemlich sicher Torschützenkönig der EM, ist auf dem Weg zum Europameistertitel, womöglich wird er für seine überragende Saison mit Atlético Madrid und in der Nationalmannschaft auch noch zum Weltfußballer des Jahres gekürt. Oder wie die Zeitung «Aujourd'hui» am Tag nach dem 2:0 über Weltmeister Deutschland im Halbfinale der Heim-EM meinte: «Griezmann Präsident!»

Selbst François Hollande ließ sich von der Gala des Angreifers im Stade Vélodrome mitreißen und verlor kurzzeitig die präsidiale Contenance: Beim Torjubel verpasste er dem französischen Verbandschef Noël Le Graët auf der Ehrentribüne einen Freudenschubser. «Griezmann stratosphärisch», schrieb der Sender BFMTV auf seiner Homepage.

Trainer Didier Deschamps gönnte seinem erneuten Matchwinner auch noch den großen Abgang, als er ihn kurz vor dem Ende auswechselte. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Plätzen und skandierten: «Grieeeeezmann, Grieeeeezmann.» Mitspieler Olivier Giroud lobte: «Er hat die Verantwortung beim Elfmeter übernommen und hat auch noch das zweite Tor gemacht. Er ist der Mann, der uns das kleine Extra gibt.»

Das kleine Extra sind sechs Tore in sechs Spielen - bei 435 Minuten Einsatzzeit. Dazu kommen noch zwei Vorlagen. Der Endrundenrekord liegt bei neun Toren. Aufgestellt von Platini bei der Heim-EM 1984. Ansonsten gelangen keinem anderen Spieler bei einem EM-Turnier so viele Treffer wie diesmal Griezmann.

«Ich bin äußerst glücklich und stolz», sagte er zu später Stunde in Marseille - wie immer ruhig, fast schüchtern, zurückhaltend. Aber froh, sein kleines Elfmetertrauma rechtzeitig vor dem Wiedersehen mit Cristiano Ronaldo im Finale an diesem Sonntag im Stade de France von Saint-Denis besiegt zu haben.

Im Champions-League-Finale mit Atlético gegen Real hatte Griezmann einen Strafstoß in der regulären Spielzeit verschossen, am Ende verlor er mit seiner Mannschaft im Elfmeterschießen. Gegen Manuel Neuer, den er im Tor des FC Bayern schon auf dem Weg ins Endspiel der europäischen Meisterklasse bezwungen hatte, zeigte Griezmann keine Nerven.

«Ich wollte einen Elfmeter in einem großen Spiel wie diesem schießen. Und ich bin sehr froh über meine Entscheidung, die dann zum Tor geführt hat», schilderte er. «Beim zweiten Tor hoffte ich auf einen Fehler des Torwarts und dann landete der Ball vor meinen Füßen. Und ich hab' geschossen.»

So unspektakulär wie Griezmann vor Kameras und Mikrofonen redet, als wenn er noch ein bisschen eingeschüchtert auf der Schulbank sitzen würde, so spektakulär und effizient ist seine Spielweise. Schneller Antritt, kurze Schritte, starke Schusstechnik, Dribbelkünstler und dazu auch noch Kopfballspezialist mit gerade mal 1,75 Metern.

Und er ist einfach nicht aus der Bahn zu werfen. Selbst als Frankreich schon in großer Sorge nach seinem enttäuschenden Auftritt im Eröffnungsspiel war und seine über 60 Saisonspiele scheinbar ihren Tribut forderten, raffte sich Griezmann wieder auf. «Ich muss weiter an mich glauben und arbeiten.» Gesagt, getan. Zwischendurch verlängerte er auch noch seinen Vertrag bei Atlético bis 2021, obwohl noch namhaftere Vereine schon vorher Schlange gestanden haben dürften. Denn so viele Spieler reihen sich nicht in die Riege der Platinis und Zidanes ein.

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erstellt am 08.Jul.2016 | 11:12 Uhr

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