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Fußball EM 2016

03. Dezember 2016 | 07:51 Uhr

EM-Endspiel Frankreich-Portugal : Griezmann versus CR7: Tormaschinen-Duell um Europas Krone

vom
Aus der Onlineredaktion

Beide spielen in Madrid, beide standen sich schon im Finale der Champions League gegenüber. Doch wer wird diesmal weinen? Der Franzose Antoine Griezmann oder sein portugiesischer Kontrahent Cristiano Ronaldo?

Paris | Superstar, Deutschland-Schreck gegen „Drachentöter“, „Grizou“ gegen CR7. Das finale Duell zwischen Antoine Griezmann und Cristiano Ronaldo elektrisiert ganz Europa – sogar die Protagonisten selbst. „Ich zähle schon die Stunden“, ließ Ronaldo kurz vor dem heutigen Finale der Fußball-EM (21 Uhr in der ARD oder im voll-subjektiven shz.de-Liveticker) zwischen Gastgeber Frankreich und Portugal im Stade de France via Twitter wissen. Auch er wusste natürlich ganz genau: Es geht um Ronaldo gegen Griezmann – alle anderen Themen sind nur noch Randaspekte.

So machten sich die TV-Sender nicht einmal mehr die Mühe, auf weitere Spieler, die Trainer oder die sportliche Ausgangslage einzugehen. Für das Endspiel wird alle fünf Minuten mit einem Spot geworben, der ausschließlich die besten EM-Szenen von Griezmann und Ronaldo zeigt. Rund 300 Millionen Fernseh-Zuschauer erwartet die UEFA weltweit – das Aufeinandertreffen der EM-Stars ist für die Quote sicher nicht abträglich. 

Der eine (Griezmann) spielt für Atlético Madrid, der andere (Ronaldo) für den Stadtrivalen Real. Beide standen sich bereits Ende Mai im Finale der Champions League gegenüber, und Griezmann hat aufgrund der Niederlage samt verschossenem Strafstoß etwas gutzumachen. Doch für Griezmann, der Weltmeister Deutschland mit seinen beiden Toren im Halbfinale fast im Alleingang aus dem Turnier geworfen hat, wäre der Titelgewinn viel mehr als nur eine persönliche Genugtuung. Der Angreifer will den anvisierten Triumph der ganzen Nation widmen.  „Es war unsere Pflicht, den Franzosen bei dieser EM Freude zu bereiten, um sie von den Gedanken an den Terror abzulenken“, sagte der 25-Jährige, der mit sechs Treffern schon so gut wie sicher als Torschützenkönig feststeht: „Ich hoffe, wir können dieses Finale für alle Franzosen gewinnen.“

Es wäre nach 1984 (EM) und 1998 (WM) der dritte französische Titelgewinn bei der dritten Endrunde im eigenen Land. Kapitän Hugo Lloris schürte die Hoffnungen. „Wir sind bereit für die nächste Schlacht. Wir haben das große Verlangen nach dem Titel“, sagte der Keeper am Sonnabend. Und Trainer Didier Deschamps, der Griezmann natürlich auch noch einmal lobte („Er bringt das ganze Team voran“), verriet sogar sein Erfolgsrezept. Seine Spieler sollen „so entspannt wie möglich und so konzentriert wie nötig“ in das Finale gehen.

Real-Profi Raphaël Varane hat seinen Kollegen von Frankreichs Nationalmanschaft Tipps gegeben, wie sie Portugals Cristiano Ronaldo im EM-Endspiel am besten stoppen. „Sobald er sein Spiel machen kann, wird es sehr schwer“, meinte der eigentliche Vize-Kapitän der Franzosen, der für die Heim-EM verletzungsbedingt nicht nominiert worden war. Sein Madrider Vereinskollege Ronaldo dürfe erst gar nicht an den Ball kommen, erklärte Varane. „Daher muss man die Zuspiele unterbinden“, empfahl der Innenverteidiger unter anderem in einem Interview der Sportzeitung „L'Équipe“ vor dem größten Spiel der Franzosen seit dem verlorenen WM-Finale 2006.

Im Gegensatz zu Frankreich steht bei den Portugiesen, die wahrscheinlich auf ihren angeschlagenen Abwehrchef Pepe zurückgreifen können, noch kein Triumph zu Buche. Das verlorene EM-Finale von 2004 im eigenen Land gegen Griechenland (0:1) schmerzt noch genauso wie die Niederlage mit demselben Ergebnis im WM-Halbfinale 2006 gegen den Gegner vom Sonntag.  Doch Ronaldo, der die Roten Drachen aus Wales mit einem Tor und einer Vorlage im Halbfinale eliminiert hatte, will alles daran setzen, diese Wunden zu heilen. „Es würde mir so viel bedeuten, endlich etwas mit Portugal zu gewinnen“, sagte der dreimalige Weltfußballer, der seine glanzvolle Karriere krönen möchte: „Ich habe ansonsten alles gewonnen. Ganz Portugal glaubt daran. Und ich glaube auch daran, dass Portugal am Sonntag zum ersten Mal einen wichtigen Titel gewinnt.“

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erstellt am 10.Jul.2016 | 11:16 Uhr

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