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Fußball EM 2016

08. Dezember 2016 | 05:15 Uhr

Kommentar zur Fussball-EM : Die heile Welt des DFB: So kann es nicht weiter gehen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Löw soll bleiben, Schweinsteiger will weiter machen. Jürgen Muhl fragt sich: „Spinnen die beim DFB?“

Beim Deutschen Fußball-Bund ist die Welt in bester Ordnung. Offenbar. Es wird heile Welt gespielt. Man sei erhobenen Hauptes aus Frankreich zurückgekehrt. Die Mannschaft habe sehr gut funktioniert, heißt es. DFB-Präsident Reinhard Grindel, der sich zumeist wie ein Fremdkörper im hohen Fußball-Management bewegt, kann es gar nicht abwarten, mit Joachim Löw den Vertrag zu verlängern. Als gebe es nur die Schwarzwälder Ausgabe auf dem Trainermarkt. Selbst ein Podolski will weitermachen. Fehlt nur noch, dass Götze zum Nationalspieler auf Lebenszeit ernannt wird. Mit Pensionsanspruch wie die Sparkassenchefs. Und auch Schweinsteiger soll zur Verlängerung ermuntert werden.

Ja, spinnen die beim DFB? Nach dem vermeidbaren EM-Aus holen die Spesenritter aus der Frankfurter Verbandszentrale die Leitsätze von Turnvater Jahn raus und spielen auf Amateurebene. Nur keine Veränderungen, schon gar keine Trainerdiskussion, und um Himmels Willen keine Grundsatzdebatte. Der DFB erstarrt in sich selbst.

Joachim Löw hat der Mannschaft nach dem Titelgewinn in Brasilien kein neues Gesicht gegeben. Er konnte aus einem 23-köpfigen Kader vier Ausfälle nicht gleichwertig ersetzen. Falsche Kaderplanung. Nach dem Pflichtsieg über die Slowakei hob die Equipe Germany ab, gegen Italien stand das Glück zur Seite. Und im Duell mit den Franzosen war man nicht in der Lage, den Hebel umzulegen. Es folgte ein allgemeines Wehklagen um die fehlende Abschlussschwäche. Es wurde gar um Gomez geweint, den Löw vor zwei Jahren gar nicht mehr auf dem Zettel hatte. Woche für Woche wird die Bundesliga in den Himmel gehoben. Ein Vorzeigemodell ohne Inhalt?

Der DFB steht nach seinen bis heute nicht restlos aufgeklärten Skandalen vor einer unruhigen Zeit. Die Mannschaft im Mittelmaß, das Management auf einem Abstiegsplatz.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 12:07 Uhr

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