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Fussball

06. Dezember 2016 | 17:05 Uhr

Affäre um Mogel-Tricks : Englands Fußball-Verband und Nationaltrainer Sam Allardyce trennen sich

vom
Aus der Onlineredaktion

Krisensitzung bei der FA: Nach nur einem Spiel ist Allardyce nicht mehr englischer Fußball-Nationaltrainer.

London | Nach nur einem Spiel haben sich Englands Fußball-Verband FA und Nationaltrainer Sam Allardyce im gegenseitigen Einvernehmen getrennt. Das gab der Verband nach einem Gespräch mit dem 61-Jährigen am Dienstagabend bekannt. Auslöser war ein Bericht des „Daily Telegraph“. Demnach soll Allardyce bei einem Treffen mit verdeckt recherchierenden Reportern Tipps zur Umgehung von Transferregeln gegeben haben. Die Journalisten hatten sich als Geschäftsleute ausgegeben und filmten heimlich mit.

Das Mutterland des Fußballs befindet sich seit Jahren in der Krise. Nach der EM-Schmach unter Roy Hodgson gegen Island sollte Sam Allardyce ein neues Zeitalter im britischen Fußball einläuten.

Im Glauben es handle sich um Vertreter einer ostasiatischen Firma, habe der 61-Jährige erklärt, wie die Regeln des englischen Fußballverbands (FA) zum Besitz von Transferrechten umgangen werden können. Außerdem soll er einen lukrativen Beratervertrag ausgehandelt haben.

Wie mehrere britische Medien berichten, hat die FA Abschriften der mitgefilmten Gespräche angefordert. Noch am Dienstag sollte demnach darüber entschieden werden, ob Ermittlungen gegen Allardyce eingeleitet werden. Offiziell wollte die FA das auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht bestätigen. Doch der „Daily Mail“ sagte FA-Präsident Greg Clarke: „Ich will alle Fakten haben, alles von jedem hören, um ein Urteil für das weitere Vorgehen zu finden.“ Allardyce äußerte sich zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Seit 2008 verbietet die FA, eine Teilhabe an Transferrechten von Spielern zu erwerben. Bei solchen Verträgen sichern sich Investoren einen Anteil an künftigen Transfersummen. Auch der Weltverband FIFA untersagt diese Verträge seit 2015. Auf einem Videoausschnitt, den der „Telegraph“ veröffentlichte, ist zu hören, wie Allardyce Wege zur Umgehung diese Regeln schildert. „Das ist kein Problem“, sagte Allardyce demnach und: „Das kannst du immer noch umgehen. Da liegt offenbar das große Geld.“

Bei den Gesprächen mit den vermeintlichen Geschäftsleuten soll es um einen Beratungsvertrag über umgerechnet 462.000 Euro (400.000 Britische Pfund) gegangen sein. Allardyce soll sich bereiterklärt haben, bei mehreren Veranstaltungen für potenzielle Investoren in Ostasien als Redner aufzutreten. Seine Unterschrift unter einem Vertrag habe er aber von der Zustimmung des Fußballverbands abhängig gemacht.

Allardyce war erst Ende Juli zum Cheftrainer der englischen Nationalmannschaft berufen worden. Er folgte als Nationalcoach auf Roy Hodgson, der nach Englands 1:2 im EM-Achtelfinale gegen Island zurückgetreten war.

Gary Lineker äußerte sich bei Twitter. Er sei kein Freund journalistischer Fallen, aber wenn es der Korruptionsbekämpfung diene, sei dies gut.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 21:02 Uhr

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